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Es kann auch zu dünn sein: das neue MacBook Pro Retina

Es kann auch zu dünn sein: das neue MacBook Pro Retina

Das Maker-Movement spricht auch mir aus der Seele: “If you can’t open it, you don’t own it”. Nicht weil ich jetzt unbedingt mein iPad oder iPhone modifizieren müsste, aber die Möglichkeiten zur (Eigen-)Reparatur von Apple-Produkten werden immer knapper.

Aufgrund der folgenden Produktionsschritte hat das MacBook Pro mit Retina Display den schlechtesten Reparatur-Score aller MacBooks bei iFixit:

  • Proprietäre Pentalobe-Schrauben verhindern den schnellen Zugriff auf sämtliche Innereien
  • Wie beim MacBook Air ist der Arbeitsspeicher auf das Logic Board aufgelötet worden. Entweder kauft ihr nun die 16 GB Variante, oder gebt euch mit dem Status Quo ab. Ein späteres Upgrade ist nur unter garantiebrechenden Umständen möglich.
  • Die proprietäre SSD lässt sich aktuell auch noch nicht upgraden, wobei sich das noch ändern könnte.
  • Der LiPo-Akku ist mit Klebstoff im Case befestigt worden und würde so beim Auseinanderbauen zerbrechen. Zudem läuft das Trackpadkabel unter dem Akku her, das würde dabei auch noch draufgehen.
  • Das Schlimmste kommt noch: bekanntermaßen ist das Display Assembly komplett miteinander verschmolzen und ohne Schutzplatte aus Glas recht verletzlich. Wenn auch nur eine Komponente im kompletten Assembly versagt, muss dieses komplett ausgetauscht werden. Das ist nicht nur teuer, sondern umwelttechnisch gesehen ziemlicher Unsinn.

Den Nutzer betrifft das doch eh nicht?

Aber wieso ist das alles überhaupt ein Problem? Der Durchschnittsuser öffnet sein Notebook doch sowieso nie, oder? Nunja, abgesehen von den IT-affinen Personen mit Reparaturambitionen sollte jedes elektronische Produkt auch aus Gründen des Recyclings dekonstruierbar sein. Gebäude, Möbel, ja sogar Autos entsprechen heutzutage zumeist einem Prinzip: Design for Disassembly.
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Für die Dekonstruktion designen

Design for Dissasembly besagt vor allem, dass wir nachhaltige Produkte herstellen können, wenn denn auch alle Materiale voneinander zu trennen sind. Problematisch sind hierbei Klebstoffe, proprietäre Schraubensysteme (denn die dekonstruierenden Entwicklungsländer können schließlich nicht 200 verschiedene Schraubsysteme abbilden), komplexe Konstruktionen (da macht sich keiner mehr die Mühe, Zeit ist Geld) oder Versiegelungen und Verschmelzungen.

Produkte mit diesen Barrieren werden in absehbarer Zeit nicht recycled werden und landen im Landfill. So einfach ist das.
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Apple stand eigentlich auf der richtigen Seite dieser Gleichung, hat sich aber mit dem neuen MacBook gegen diese Designmethode entschieden. Mit der Vorbildfunktion die Apple momentan in der Notebookbranche innehält (fast alle Ultrabooks sehen aus wie Apple-inspirierte Produkte) ist dieser Schritt natürlich gleich doppelt inakzeptabel – zumindest aus ökologischer Sicht.

via Treehugger

Wie seht ihr das? Sind die extra Millimeter und ein glatter Gehäuseboden den Verzicht auf nachhaltige Produktionsprinzipien wert? Ich freue mich auf eine Diskussion in den Kommentaren oder auf der Facebook Fanpage.

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  • jro

    Die Meere ersticken immer mehr an Müll, aber Apple baut Geräte die sich schwer recyceln lassen. Schade!

  • Langen

    Du SOLLST NICHT selbst reparieren können. Das ist Grundsatz alles Hersteller und das nicht nur in der IT.

  • http://www.facebook.com/DennisDemuth Dennis Demuth

    Apple wird schon wissen was richtig ist ;)

  • BeFree

    "Sind die extra Millimeter und ein glatter Gehäuseboden den Verzicht auf nachhaltige Produktionsprinzipien wert?"
    Na klar sind sie sie das Wert. Dünn und leicht sind für mich einfach Killerkriterien. Im ersten Jahr hat man ja sowieso Garantie und nachher ist die Chance gering, dass was kaputt geht. Zudem wer hat heute ein Notebook noch mehrere Jahre? Wer diesen Tribut nicht zahlen möchte muss ja auch nicht und kann neben den regulären MBP's auf andere Hersteller zurückgreifen. Doch wer will das schon!? Aber trotzdem schön, dass ihr was "Negatives" gefunden habt.

  • Tom

    Ähm, genau! ;)

  • Tim

    Soso. Man hat also ein Notebook nicht länger als 1 Jahr oder wie? Damit sind doch die größten Umweltsünder schon gefunden. Wir! Mein MB early 2008 geht immer noch wunderbar und schnell und ist allemal ausreichend für Business travel. Ein neues MBP ist mir a) zu teuer und b) nicht unwesentlich schneller. Warum also nach 1 Jahr das Book nicht mehr nutzen? In unserer Welt zählt nur noch .. schneller.. besser.. dünner und vor allem "ich hab das Neuste!". Übrigens mein 2. MBP hat sich nach 2 Jahren verabschiedet mit Mainboard Problemen. Reparatur zu aufwendig und zu teuer. Neues MBP mit Retina… wegwerfen und gleich ein neues kaufen da die Reparatur den Nutzwert übersteigt. Respekt. So geht man mit Ressourcen um.

  • Tom

    Word.

  • Fire

    und die Dummheit der Menschen ist grenzenlos!

  • Sascha

    "b) nicht unwesentlich schneller" Du solltest überlegen bevor du etwas schreibst und dich selbst in die Pfanne haust.

    Aber egal.
    Ich bin Maschinenbaustudent und kenne mich n bischen mit dem Thema "Recycling" aus. Abgesehen davon, dass beim aseinanderschrauben Werkzeuge genutzt werden denen es egal ist was für Schrauben verbaut sind, hat Apple nicht ohne Grund auf dieses neue nicht gut zu recycelnde Design umgeschwänkt. Der Kunde "also wir" wollen das! Und die Ansprüche der Kunden sind wichtiger, weil die Kunden bezahlen, nicht der Schrotthändler. An gute recyclingfähigkeit wird nur dann gedacht wenn sie die anderen Produktspezifikationen nicht oder kaum beeinträchtigen. Und mal Hand aufs Herz: bezahlt ihr lieber 100 € für nen Pulli weil er Schick ist oder kauft ihr euch für das gleiche Geld "fair Trade Klamotten" in Kackbraun?
    So sind wir nunmal: "umweltbewust wenn es nix kostet aber wenn was geil ist scheißen wir drauf"

  • Veda

    Nicht mal den RAM upgraden können ist schon übel. Und LogicBoard-Defekte sind beim MacBook an der Tagesordnung. Der Preis ist für diese Einschnitte auch zu hoch. Ich war ziemlich heiß auf Das Ding und bin selber sehr Apfel-Affin, allerdings warte ich jetzt lieber auf das "normale" MBP-mit Retina (wird es hoffentlich irgendwann geben). Ich will die Festplatten-/SSD-Größe selbst bestimmen und upgraden können, genauso den Arbeitsspeicher.

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