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Gedankengesteuertes Roboter-Anzug-Cyborg-Dingsbums rettet Leben

Gedankengesteuertes Roboter-Anzug-Cyborg-Dingsbums rettet Leben

Nach der nuklearen Katastrophe von Fukushima stehen natürlich immer noch gewisse Aufräumarbeiten an, die gar nicht mal so einfach von Menschenhand erledigt werden können. Ein neuartiger Cyborg-Suit namens “HAL” (der ein wenig an HAL3000 aus dem Film Odyssey 2001 erinnert, aber nur namentlich) soll mit einer neuralen Steuerung daherkommen, der Steuerbefehle aus den Gehirnwellen des Operators herauslesen kann.

Was wie Science-fiction klingt, ist in Japan natürlich die erste Wahl. Spaß beiseite, Fukushima ist nun wirklich kein Humorthema und erfordert aus technischer Sicht auch eigentlich unbemannte Vehikel zur Bergung und Sicherung des stark kontaminierten Geländes. Konventionelle Schutzanzüge mit angemessenem Schutzgrad sind immens schwer und erleichtern nicht gerade die ohnehin anstrengende Arbeit, HAL soll da Abhilfe schaffen. Das Kürzel steht für Hybrid Assistive Limb, was sich richtig uncool auch mit “hybride Gliedmaßen-Stütze” übersetzen ließe.

HAL SchutzanzugDer 60 Kilogramm schwere Schutzanzug wird durch die Kombination aus Servo-Antrieben und Sensoren praktisch federleicht für den Träger, da die Gehirnwellen dem Anzug die entsprechenden Impulse liefern. Außerdem wird der Nutzer des HAL natürlich vor Strahlung geschützt und profitiert von besserer Luftzirkulation durch ein internes Lüftersystem. Vitalzeichen wie Atmung und Herzfrequenz werden zudem über passende Sensoren abgehorcht, um Ermüdung erkennbar zu machen.

Auf der Japan Robot Week werden üblicherweise diverse Roboter und semi-robotische Hilfsgeräte vorgeführt, die den Alltag in Haushalten oder der Industrie erleichtern sollen. Aus dem aktuellen Anlass der Fukushima-Katastrophe und der folgenden Dekomissionierung des defekten Reaktors zeigten dort nun natürlich diverse Hersteller ihre Ideen zur besseren Bewältigung der Probleme.

Die Japan Daily Press erwähnt übrigens ein recht offensichtliches, aber schnell übersehenes Risiko: Was wenn die Stromversorgung des Anzugs versagt oder erlischt? Der Träger des Schutzanzugs wäre somit in einer Gefahrenzone praktisch immobolisiert auf sich alleine gestellt. Andere kleine, interessante Sidenote: Die Hersteller des Anzugs nennen sich Cyberdyne, so hieß auch die Firma die den ursprünglichen Terminator in der Fiktion von 1984 baute. Einen komischen Humor haben die vielleicht.

Der ursprüngliche HAL-Anzug hat keinen Strahlungsschutz und kommt mit seinem Akku gerade einmal 2 Stunden und 40 Minuten aus (Herstellerseite). Inwieweit dann ein größeres Battery-Pack verwandt wird und sich dieses auf das Gewicht auswirkt, oder vielleicht bereits in den 60 Kilogramm einbegriffen war, wird in der Quelle nicht erwähnt. Auf jeden Fall ist der Anzug praktikabler als Neurowear in Form von bunten, gedankengesteuerten Katzenohren.

HAL Anzug

via japandailypress, via io9

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