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Lohnt sich der neue, dünne iMac in 21,5 Zoll oder 27 Zoll ohne Retina Display?

Lohnt sich der neue, dünne iMac in 21,5 Zoll oder 27 Zoll ohne Retina Display?

Selbst hartgesottene Power-User können beim Anblick dieser Maschine nicht ein kleines Lächeln verbergen, so wie selbst der raubeinige Holzfäller ein süßes Kätzchen anlächeln würde. Okay, der Vergleich hinkt vielleicht etwas bei einem All-in-One-PC, der aussieht als würde er einem Raumschiff entspringen, samt interstellarem Wallpaper versteht sich. Aber mal im Ernst, ist das Design nicht absolut einladend und attraktiv? Der neue, dünnere iMac ist gerade einmal 5 Millimeter dick an seiner Außenkante, die in einem leichten Boden zur etwas voluminöseren Gerätemitte auf der Rückseite führt.

Insgesamt nimmt das Gerät 40 Prozent weniger Raumvolumen ein, was Otto Normalverbraucher sicherlich freuen wird. Schließlich stehen nun satte 40 Prozent mehr an Platz, beispielsweise für kostbare, beheizte Atemluft, hinter dem Gerät zur Verfügung. Ähnliche Produktionsprozesse wie beim MacBook Pro Retina führten zur Verringerung des Formfaktors ohne Leistungsreduktion. Bekanntermaßen dient die Rückseite des iMac als gigantische Kühlfläche, die über das Aluminium einen Teil der Abwärme des Geräts an die Raumluft abgibt. Unten an der vorderen Gerätekante finden sich Lüftungsöffnungen, die hoffentlich für genug Frischluft im doch recht knappen Gehäuse sorgen dürften.

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Seitens der Auflösungen hat sich leider wenig getan, SlashGear spekulieren auf zu teure Komponenten, andere spekulieren auf technologische Probleme beim Einbringen in das dünne Gehäuse. Schließlich steckt in diesen Cases ein ganzes Notebook samt riesigem Display, auch wenn es kaum zu glauben ist. Dennoch wurde der Bildschirm verbessert, auch wenn die Auflösungen von 1920*1080 und 2560*1440 Pixeln keine Quantensprünge darstellen. Auch das Emporkommen der Retina Displays hat nichts daran geändert, dass die riesige 2560*1440 Pixel Auflösung für die meisten Aufgaben hervorragend geeignet ist.

Wer bereits in der Vergangenheit an einem 27 Zoll iMac saß, weiß um die gigantische Arbeitsfläche und den Platz für zahlreiche Fenster, die nebeneinander geöffnet sein können. Der Nutzen liegt nicht nur im oftmals belächelten Multitasking, sondern beispielsweise auch in einer vernünftigen Übersicht bei Recherchearbeiten, Programmierung oder grafischen Layouts. Schließlich arbeiten wir auch nicht mit traditionellen Hilfsmitteln auf einem schneidebrettgroßen Schreibtisch, oder? Durch ein Verfahren namens “Optical Lamination” konnten die Ingenieure von Apple das Abdeckglas und den eigentlichen LED-beleuchteten IPS-LCD-Schirm miteinander verbinden und die Reflektion angeblich um 75% eindämmen. Außerdem sollten nun Probleme wie die Gelbstiche bei den 2009-2011 iMacs vermieden werden, die oftmals auf thermische Probleme zurückzuführen waren. Heiße Hardware direkt an unversiegelten Displays zu platzieren kann eben Nachteile mit sich ziehen, wie es viele Käufer (teilweise mehrfach) schmerzlich bemerkten.

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Die IPS-Technolgie sorgt wie gewohnt für ein ausgezeichnetes Betrachtungsverhältnis, aber das kennen wir bereits von sämtlichen neuen Smartphones und Tablets. LED-Beleuchtung ist vor allem aufgrund der gleichmäßigen Ausleuchtung attraktiv. Außerdem soll laut SlashGear und Konsorten eine deutliche Steigerung im Kontrastverhältnis und der Farbsättigung subjektiv wahrnehmbar sein.

Im Vergleich zum Vormodell hat sich viel jenseits der Oberfläche getan. Intel Core Prozessoren der dritten Generation, eine neue dedizierte Grafikeinheit von NVIDIA und ein sogenanntes Fusion Drive, ein Hybrid aus SSD und traditioneller Festplatte, sollen die potenziellen Käufer dieses futuristischen Geräts überzeugen.

Das Fusion Drive gibt es nur im Apple Online Store, dieses kann entgegen einer reinen SSD die besten Seiten beider Welten kombinieren. Das Hybridlaufwerk soll 1,7 mal schneller beim Bootvorgang sein, als ein 1TB 7200 RPM Referenzlaufwerk mit mechanischem Aufbau. Die Idee, eine SSD als Zwischenspeicher für oft benötigte Daten (Vorteile lagen einst primär bei Lesegeschwindigkeiten) zu nutzen ist nicht neu. Seagate hatte mit der Momentus XT Reihe eine Plattformunabhängige Festplatte geschaffen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert. Das Fusion Drive scheint allerdings komplexer zu sein, denn hier wird das komplette Betriebssystem (oder die Summe aller vorinstallierten Apps, je nach Quelle) in die SSD-Portion des Hybridlaufwerks platziert, anstatt nur als schnelles, intelligentes Riesen-Cache zu dienen.

Genaue Preisangaben zum Fusion Drive gibt es noch nicht, es steht jedoch fest dass es sich dabei um eine Upgrade-Option und nicht den grundlegenden Lieferumfang handeln wird. Ebenso gespannt wie auf das Fusion Drive, bin ich auf einen Teardown des Geräts: Erst kürzlich bemerkte ich bei einem Bekannten wieder, wie stark die Vibrationsübertragung beim 27 Zoll iMac und seiner Festplatte doch wirkt. Hoffentlich wurde die Entkopplung bei den neuen Modellen etwas besser gelöst.

Die NVIDIA Kepler Architektur wird seit Mac OS X 10.8 nativ unterstützt und hat zum Glück noch nicht das tragische Schicksal der Fermi-Generation erlitten. Wer vom berüchtigten “Fermi Freeze” gehört hat oder diesen an eigener Haut erlebte, weiß um die eher anstrengende Zusammenarbeit von NVIDIA und Apple, wenn es um Treiber geht. Aktuell betreibe ich eine GT 640 (nicht-mobil) in einem Zweitrechner, der in etwa einem Mac Pro ähnelt, nachdem mir die Fermi-Generation beinahe den Appetit auf NVIDIA verdarb. Safe to say: Sie läuft absolut wunderbar. Die Einstiegskarte beim neuen iMac ist ebenso eine GT 640, allerdings in der mobilen “M”-Version mit 512 MB GDDR5 VRAM. Das macht aus einer ohnehin eher Low-Budget-angelegten Karte eine nochmals schwächere Grafiklösung, die wohl keinen Gamer vom Hocker hauen wird, aber für die aktuelle Spielegeneration noch locker ausreicht. Apple ist jedoch dafür bekannt, aus den NVIDIA Chipsets ordentlich Leistung herauszukitzeln und diverse bekannte OEMs mit ihren Lösungen zu toppen.

 Lohnt sich der neue, dünne iMac in 21,5 Zoll oder 27 Zoll ohne Retina Display?

Da die GT 640M maximal eine Full HD Auflösung befeuern wird, hält sich die Performanceeinbuße absolut in Grenzen. Letztendlich kauft sich wohl kein Kunde den iMac als Kurzzeitinvestition, in zwei Jahren wird diese Relation also sicherlich anders aussehen und ist zu bedenken, wenn Spiele gespielt werden sollen oder aufwändige 3D-Applikationen öfters laufen. Die Alternative als GT 650M ist im Endeffekt dieselbe Karte mit anderen Taktraten, die eine geringfügige Verbesserung der Leistung gegenüber der GT 640M darstellen. Beim größeren 27 Zoll Modell ist in der Maximalausstattung eine GTX 675MX verbaut, die praktisch doppelt so schnell ist. Alernativ gibt es eine GTX 660M in der günstigeren Variante, die im Endeffekt eine höher getaktete GT 650M ist und obgleich des “X” im Namen wesentlich langsamer ist als die Maximalbestückung. Hier sollte also besser zwei mal nachgeprüft werden, denn die GT 640M, GT 650M und GTX 660M sind im Endeffekt fast dieselbe Karte mit Unterschieden in der Taktrate. Die Namen trügen also ein wenig, denn nur die letzte Karte entspricht tatsächlich einer nennenswerten technologischen Steigerung, der Rest wurde mit Kühlung und Taktfrequenzen bewältigt. Mit der höheren Auflösung des 27-Zollers sollte die flotteste NVIDIA-Lösung auf jeden Fall erwägt werden, wenn Grafikperformance wichtig ist.

Diverse Konfigurationen hinsichtlich der CPU lassen ein wenig Variation hinsichtlich der reinen Rechenleistung zu und beginenn bei einem 2,7 GHz Quad-Core Intel Core i5 für das kleine und einem 2,9 Gz Quad-Core Intel Core i5 für das große Modell. Inwieweit die 200 respektive 300 MHz an zusätzlichem Standardtakt im Preisunterschied reflektiert werden, ist Geschmacksfrage. Außer der GPU und der CPU verändert sich zwischen den einzelnen Preisstufen nämlich nichts, alle weiteren Upgrades werden separat bezahlt. Sämtliche Modelle verfügen über 8 GB Arbeitsspeicher und sollen mit bis zu 32 GB aufgerüstet werden können. Dank Ivy Bridge gibt es USB-3 Ports, vier Stück an der Zahl. Zwei Thunderbolt Ports liefern zusätzliche Konnektivität. Wie üblich gibt es nur einen Ethernet-Port. Optische Laufwerke finden sich auch beim iMac 2012 nicht, wofür auch? Heutzutage erledigt entweder die Cloud oder ein zuverlässiger Flash-Speicher den Job von DVDs und BluRays. Bis ich eine CD/DVD gesucht und gefunden habe, war meine 100 Mbit Leitung vermutlich schneller. Das Ökosystem von Apple erledigt diese Aufgabe sogar auf legale Art und Weise.

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Schwierig sehe ich vor allem die Bauweise, die zwar optisch phänomenal und auf dem Papier interessant ist, doch wer schaut sich seinen Rechner nur von der Seite an? Neben dem Prestigefaktor und reiner Designliebhaberei bleibt davon praktisch kein Praxisnutzen übrig, stattdessen wird der Austausch einer defekten SSD unnötig kompliziert. Technisch orientierte Enthusiasten werden für das surreal-futuristische Gebilde namens iMac vermutlich nur einen verächtlichen Huster übrig haben. Fanboys lieben das Gerät, per Definition, schon seit einiger Zeit vor dem Release. Skeptiker werden sich niemals einen iMac kaufen. Der ganze Rest der Menschheit ist bei entsprechendem Budget und normalen Bedürfnissen vermutlich sehr gut mit einem iMac 2012 beraten, sofern sich keine Temperaturprobleme oder andere konstruktionsbedingte Probleme zeigen werden. Alles in Allem ist der neue iMac das wohl hübscheste All-in-One-Gerät der IT-Branche und mit solider Leistung, ambitioniertem Design und einem saftigen Preis ausgestattet.


Die “kleinen” iMac-Modelle


21,5″: 2,7 GHz

  • 2,7 GHz Quad-Core Intel Core i5
  • Turbo Boost bis zu 3,2 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher (2x 4 GB)
  • 1 TB Festplatte
  • NVIDIA GeForce GT 640M mit 512 MB VRAM

1.349,00 €


21,5″: 2,9 GHz

  • 2,9 GHz Quad-Core Intel Core i5
  • Turbo Boost bis zu 3,6 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher (2x 4 GB)
  • 1 TB Festplatte
  • NVIDIA GeForce GT 650M mit 512 MB VRAM

1.549,00 €

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Die “großen” iMac-Modelle


27″: 2,9 GHz

  • 2,9 GHz Quad-Core Intel Core i5
  • Turbo Boost bis zu 3,6 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher (2x 4 GB)
  • 1 TB Festplatte
  • NVIDIA GeForce GT 660M mit 512 MB VRAM

1.879,00 €


27″: 3,2 GHz

  • 3,2 GHz Quad-Core Intel Core i5
  • Turbo Boost bis zu 3,6 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher (2x 4 GB)
  • 1 TB Festplatte
  • NVIDIA GeForce GT 675MX mit 1 GB VRAM

2.049,00 €

Bis zur Verfügbarkeit in Deutschland müssen wir uns noch in den November hineingedulden, bei den großen 27 Zoll Modellen gar bis zum Dezember. Das Fusion Drive Upgrade ist vorerst nur über den Online Store erhältlich.

via SlashGear, GigaOM, Pocket-lint, TechCrunch, Mashable, Gizmodo.

source Apple (iMac Übersicht)

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  • Maik Hettich

    Korrektur: Die Maximalausstattung beim iMac 27 ist eine Nvidia 680MX

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