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SimCity 5 Server-Probleme: EA verschenkt Spiel als Trost

Es ist ein Trauerspiel (no pun intended): SimCity 5 ist der beste Beweis für die Problematik einer Always-On-DRM-Methode und dadurch möglichgewordene Katastrophen für Spieler. Im offiziellen Blog von Electronic Arts in den Staaten entschuldigt sich Lucy Bradshaw im Namen der Verantwortlichen, zumindest so halbwegs.

Der Herr oben im Video ist übrigens ein Bonus und nennt sich Boogie, ich fand seine Ansichten zum Thema Konsumerismus und SimCity 5 recht interessant.

Die Serverprobleme von SimCity 5 begannen direkt ab Launch während die Tore gestürmt wurden und hielten an: Stabilitätsprobleme, Lags und der komplette Ausschluss einiger Spieler waren die Folge.

Was lief schief? EA und Maxis erwarteten angeblich weniger Clients und wurden von der schieren Masse überrumpelt, das sei laut eigener Aussage “dumb” gewesen und sie hätten am 7. und 8. März alleine die Serverkapazität um 120 Prozent gesteigert. Die Probleme seien mittlerweile um 80 Prozent geschrumpft, die Ziellinie sei somit in Sicht.

Eine andere Perspektive wäre natürlich wie folgt: Menschen in Anzügen, wie sie bei großen Publishern zu finden sind, könnten einfach die Infrastruktur zu knapp budgetiert haben. Server verursachen immerhin erhebliche Kosten, vor allem bei einer solchen Kopierschutzmaßnahme. So ließe sich die Situation vielleicht auch interpretieren.

Laut EA sei der allgemeine kritische Konsens in der Presse, dass das Spiel ein solider Erfolg in allen Märkten und prinzipiell ein toller Titel sei. Das mag vielleicht auf Seiten von industrie-involvierten Spielejournalisten der Fall sein, die möglicherweise etwas eingeschränkt in ihrer freien Meinungsäußerung sind, weil die Publikation bzw. ihr Erfolg von gewissen Provisionen, Verträgen und Werbeinkünften abhängt.

Destructoid scheinen in diesem Fall weniger ein Blatt vor den Mund zu nehmen und vergeben lediglich 4 von 10 möglichen Punkten. Das Spiel habe seine Momente, aber einige frustrierende Faktoren ruinieren den Spielspaß. Zu viele Dinge sind außerhalb der Kontrolle des Spielers und auf die Gnade von EA’s Servern angewiesen, der Zwang zum Multiplayer unnötig. Die Baufläche ist kleiner als beim Vorgänger und innerhalb kürzester Zeit gefüllt, manche Spieler erreichen das Limit bereits an einem Tag. Für den weiteren Spielverlauf ist die Interaktion mit Nachbarstädten erforderlich, um an passende Ressourcen für Upgrades zu kommen. Der Spielmechanik fehlt es diesbezüglich an Herz – zu wenig Hintergrund für diese Restriktionen wurde geschaffen, um sie besser zu vermarkten. Derocher sieht die Grundidee wie sie zu sein scheint: Es riecht nach Zwang und Geld, statt nach der fantastischen Spielerfahrung die SimCity so berühmt machte. Schade.

Aber nicht nur negative Aspekte werden genannt, neben der hübschen Optik findet sich in den Details reichlich Leben und die virtuellen Einwohner wirken authentisch und gehen ihren Rollen überzeugend nach. Wer die schönen Seiten von SimCity sehen möchte (und davon gibt es reichlich), schaut am besten in besagtem Review nach, dort werden sie nämlich ausführlicher erwähnt. Einen schönen Überblick liefert wie immer Metacritic.

Heute geht es eher um die PR-Holzhämmer die sich EA hier erlaubt, achtung herrlich: Ein Sprecher von Electronic Arts verkündete in den Foren dass SimCity einfach zu beliebt und spaßig sei, dass die Server deswegen länger voll blieben und neue Spieler nicht reinkämen. Wie interpretieren wütende Kunden wohl diese Aussage? Natürlich, sie sind jetzt wohl selbst die Schuldigen.

Unter der Überschrift “Something special for your trouble” erwähnt EA im hauseigenen Blog die Vertröstungsaktion: Eine aktivierte SimCity Kopien bedeutet effektiv, dass ihr zum 18. März Post via E-Mail bekommen solltet. So wie sich das Statement von EA liest, dürft ihr euch einen beliebigen Titel aus dem EA Portfolio zum Download aussuchen. Wählt besser einen ohne DRM, oder ihr landet vielleicht in einer Endlossschleife/Singularität.

Die Bewertungen auf Amazon spiegeln übrigens auch nahezu rekordverdächtige Unzufriedenheitsquoten für ein Videospiel wieder:

SimCity 5 auf Amazon

Falls ihr von der EA-Aktion noch profitieren wollt und noch immer nicht vergrault seid, könnt ihr das Spiel ja dort erwerben. Wann die Deadline für Serverbeschwerden-geplagte Kunden und den Trostpreis endet, wird von EA nicht im Blog erwähnt. Mich beschleicht allerdings ein wenig das Gefühl, als würde der Kaufpreis bald sowieso einen kleinen Rabatt erfahren.

Amazon hat übrigens eine kleine Warnung zum Spiel eingepflegt:

Hinweis: EA arbeitet mit Hochdruck daran, die Server zu optimieren und zusätzliche Kapazitäten hinzuzufügen. Die Performance wird während dieser Wartungen schwanken. Die Fans sind EA sehr wichtig und sie geben alles dafür, alle Erwartungen zu erfüllen. Vielen Dank für Ihre Geduld während dieser Arbeiten.

Besonders schön ist auch dieser Screenshot von Facebook mit einem Kommentar, der möglicherweise von einem mittlerweile entlassenen PR-Mitarbeiter stammen könnte (nicht verifiziert!):

simcity-astroturf-EAÜbrigens: Falls ihr zu den entzürnten Kunden zählen solltet (die Tatsache dass ihr diesen Artikel gerade lest, macht es wahrscheinlich) –  es gibt auf Change.org eine Petition, die für die Entfernung der DRM-Mechanismen in SimCity Unterschriften sammelt. Auch wenn der Teufel EA nicht gerade bekannt für Reaktionen auf Kundenwünsche ist, einen Versuch könnte es wert sein. Ansonsten gilt wie immer das Recht, mit eurem Geldbeutel abzustimmen.

 

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