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Britische Neurologin: Facebook verändert unser Gehirn

Britische Neurologin: Facebook verändert unser Gehirn

Die Neurowissenschaftlerin Susan Greenfield von der Universität Oxford (Großbritannien) sieht in Facebook akute Gefahr. 

„Facebook kann unser Gehirn verändern.”

Wie die britische Zeitung „Telegraph“ die Forscherin zitiert, steht sie dem sozialem Netzwerk sehr kritisch gegenüber. Ihre Recherchen haben ergeben, dass wir durch derartige Plattformen unsere Individualität aufgeben würden und unsere Denkweise immer kindlicher werde.

Greenfield beurteilt Mark Zuckerberg’s neuestes Projekt “Facebook Home” besonders skeptisch. Bei der neuvorgestellten Anwendung wird das soziale Netzwerk in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Statt einer gewohnten Nutzeroberfläche (beispielsweise HTC Sense, Samsung’s TouchWiz,…) mit Apps und Widgets hat man nun permanent die Aktivitäten der Online-Freunde im Blick.

Nüchtern betrachtet wirkt das neue Projekt eher alles andere als bedenklich: Benutzer erhalten sofort Updates von Statusmeldungen oder Fotos direkt auf ihren Startbildschirm und werden so immer auf dem Laufendem gehalten. Doch genau dort lauert die Gefahr, ist die Neurowissenschaftlerin überzeugt.

Facebook kann uns abhängig machen

Es bestehe das Risiko, davon besessen zu werden, die Geschehnisse anderer Nutzer permanent verfolgen zu wollen und zeitgleich ständig den Drang danach zu verspüren, selbst Informationen über seine Aktivitäten auf Facebook zu teilen, warnt die Expertin. Dies wirke sich sehr negativ auf uns – besser gesagt unsere Individualität – aus, stellt sie fest.

Grund hierfür ist der Mensch an sich. Jeder unter uns ist mit dem Trieb ausgestattet, sich seiner Umgebung anzupassen – ob man will oder nicht. “Facebook Home” schafft ein neues (virtuelles) “Umfeld ” für uns. In diesem wird dauernd das Leben anderer präsentiert, was uns wiederum (indirekt) dazu animiert, ebenfalls mit dem Strom zu schwimmen und ein “digitales Leben” zu schaffen anstatt sich einen Privatbereich zurückzuhalten. Dieser Trend fördert nicht das individuelle Bewusstsein, sondern viel mehr einen sehr (bzw. zu) transparenten, eher weniger unikalen “Gemeinschaftsmenschen”.

Susan Greenfield erläutert:

„Das menschliche Gehirn ist dem anderer Spezies überlegen, Grund dafür ist die einzigartige Fähigkeit, sich seiner Umgebung anzupassen – es ist quasi formbar. Wir leben in einer immer digitaler werdenden Welt und sind permanent auf Alarmbereitschaft getrimmt, was andere Menschen (in dem Fall unsere Facebook-Freunde) gerade tun oder welche Meinung sie derzeit vertreten. Dies verändert unsere Denkweise, unsere Einstellung zu vielen Dingen.“

Mögliche schwere Folgen

Die Forscherin prognostiziert, dass im Extremfall unsere Denkweise auf der Strecke bliebe. Unsere Geisteshaltung  würde “eher kindlich” und abhängig von dem Auftreten und Gedanken anderer sein. Statt selbst aktiv zu werden, würden wir nur noch reagieren, Selbstbewusstsein ausschließlich über “Likes” tanken und uns weniger Gedanken über ein Thema machen und stattdessen von den Stellungen anderer Facebook-User steuern lassen. Ereignisse wären nur dann wirklich besonders, toll und aufregend, wenn es auch die breite Masse anerkennen würde und dementsprechend viele “Gefällt mir”- Angaben dalassen würden.

Resultierend daraus, entwickle man eine neue Identität, ist die Wissenschaftlerin überzeugt. Uns ist es plötzlich wichtiger, was andere über uns denken könnten, als so zu sein, wie wir es lieber wären. Man würde Gefahr laufen, sich selbst so zu sehen, wie die Gemeinschaft einen sieht.

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