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Killer-Roboter und die Bedrohung mechanischer Kriegsführung

Killer-Roboter und die Bedrohung mechanischer Kriegsführung

Mit den nicht zu unterschätzenden Sprüngen in der Robotik bahnt sich weiterhin eine dringende Frage an: Darf ein Krieg das Automaton, den Roboter, mit in das Geplänkel einbeziehen? Nationen wie die USA haben uns die Frage bereits abgenommen, bevor sie überhaupt zu einem Diskussionspunkt werden konnte.

Drohnen sind nur eine kleine Stufe nach dem UAV, dem unbemannten Luftvehikel, das aufmerksame Zuschauer früher Folgen der ersten Stargate-Serie auch in Fiktion betrachten konnten. Aus dem unbemannten Aufklärungsflugzeug wird recht schnell eine Waffe, die entweder im technologischen Suizid oder als Bomber sehr präzise und ebenso tödliche Angriffe starten kann. Im Netz sehen wir eigentlich nur das Geschehen aus der Sicht des Aggressors – der Drohne, die von einem Piloten ferngesteuert wird. Meist sogar über mehrere hundert Kilometer hinweg, wenn man es genau nimmt. Wir sehen Aufnahmen von plötzlich explodierenden Gebäuden, hochwirbelnden Rauchwolken und sich in Deckung begebenden Menschen, wenn sie sich denn vor der Explosion retten konnten.

Als wäre diese Tatsache nicht schon verstörend genug, geht es nun weiter in Richtung Ausbau. Die nächste Frage umfasst nämlich Entscheidungsfreiheit, ein bis dato noch debattiertes Feld mit keinen bekannten Anwendungen in der jetzigen Kriegsführung. Ein in diesem Bereich interessantes Akronym ist LAR – Lethal Autonomous Robot, gleichzusetzen mit Killer-Roboter oder gar Terminator, wenn man sich der Fiktion zuwendet. Die Einführung von autonom entscheidenden Tötungsmaschinen wird als überaus bedenklich für die Sicherheit von Lebewesen in Zeiten von Krieg und Frieden angesehen, so Christof Heyns von der UN.

Wenn Maschinen mit einem Ziel auf den Weg geschickt werden können und dieses Ziel sich auf bestimmte Personen und ihre Tötung bezieht, geben wir logischerweise die Durchführung und damit verbundene Sekundärentscheidungen aus der Hand.

Kann ein Algorithmus überhaupt in einer brisanten Situation zwischen Leben und Tod entscheiden?

Was wenn die Ziele beispielsweise Kinder als Geiseln halten? Maschinen würden hier die finale Entscheidung treffen, für die sich ansonsten Soldaten in Form von Infanterie, Luftwaffe oder Fahrern verantworten müssten.

Heyns ist Professor in Pretoria, Südafrika und beschäftigt sich mit Menschenrechten. Sein Vorschlag: Ein Moratorium auf LARs, bis die Lage ausführlich diskutiert und ein internationaler Konsens zum Theme gefunden wurde. Er fordert ernsthafte und bedeutungsstarke Diskussionen zum Thema, bevor wir den Maschinen die Macht geben, in eigener Entscheidung Menschen zu töten.

Abgesehen von den technischen Komplikationen befinden sich LARs in einer schlecht nachzuvollziehenden rechtlichen Grauzone, die eine Tatzuweisung und Rekonstruktion erschwert. Kleinere Länder könnten durch den Einkauf von passenden Robotern recht schnell in Kriege einsteigen.

Auch wenn Menschen heutzutage den Maschinen noch in vielen Aufgaben überlegen sind, soll bis 2030 der Mensch das schwächste Glied in der Kette aus Systemen und Prozessen werden, so in einem US Air Force Bericht. Der Schritt von der ferngesteuerten Drohne zum Bomber mit künstlicher Intelligenz ist nicht allzu weit weg.

Ob ein Moratorium irgend etwas bringen würde ist leider fraglich, denn für die USA wäre die Zusage und damit verbundene Zurückhaltung eine Premiere. Auch in einem weitreichenden Verbot sähe die Administration der vereinigten Staaten wohl kein großes Hindernis, ganz gleich ob wir von der Bush- oder Obama-Ära sprechen. Solange Maschinen als präziser, berechenbarer und zielgenauer dargestellt werden können, reicht es für eine Legitimation des Einsatzes, wie wir bei der Ansprache von Obama selbst hören konnten. Dass die Opfer eines Drohnenanschlags keine Gerichtsverhandlung bekommen, scheint dabei fast selbstverständlich zu sein. Wäre dieser Umstand so selbstverständlich, wenn andere Nationen dasselbe tun würden?

via CNET


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