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Maus aus einem einzigen Tropfen Blut geklont

Maus aus einem einzigen Tropfen Blut geklont

Japanische Wissenschaftler aus dem Riken BioResource Center haben eine Maus geklont. Das Klonen an sich ist bekanntlich keine herausragende Neuerung mehr, aber in diesem Fall ist das Verfahren besonders interessant: Als Basis für den Klon diente lediglich ein einziger Bluttropfen.

Der weibliche Klon der Maus lebte laut der Berichterstattung via BBC innerhalb einer normalen Lebensspanne und musste somit keine der Verkürzungen früher Klonexperimente hinnehmen. Weiter war der Klon auch nicht steril, sondern brachte sogar eine weitere Generation zur Welt. Die Forschungsergebnisse finden sich im Journal Biology of Reproduction.

rikenmaus Maus aus einem einzigen Tropfen Blut geklontDas Ziel der Forscher lag unter anderem darin, für die Forschung nützliche Labormäuse möglichst einfach klonen zu können, daher kommt die Motivation. Exemplare mit seltenen und nützlichen Eigenschaften sollen mit dieser Methode besonders zuverlässig und einfach vervielfacht werden, um im größeren Rahmen an den Tieren Experimente durchzuführen. Die moralischen Implikationen könnten als etwas düster betrachtet werden, da die somit erhaltenen Klone den Wert des einzelnen Tiers mit seinen Eigenschaften noch weiter reduzieren – im Endeffekt bleibt nur der investierte Aufwand zum Klonen als Kostenpunkt stehen, nicht die biologische Einzigartigkeit eines Exemplars. Ein weiteres künftiges Ziel der Forscher ist die Produktion von genetisch hochwertigen Tieren für agrarwirtschaftliche Zwecke, sprich als Fleisch-Quelle, oder die noblere Nutzung: Für die Konservation bedrohter und schwer zu paarender Arten.

Für den Test wurde Blut einer Spendermaus aus dem Schwanz abgenommen, die Zellkerne (oder Nuklei) der weißen Blutzellen aus der Probe lieferten letztendlich die Grundlage für den Klonvorgang – ähnlich wie bei Dolly, dem Klon-Schaf aus Roslin/Edinburgh. Der Vorteil für die Tiere: Ein Spendertier muss dabei bzw. danach nicht getötet werden. Für die Forscher ist vorteilhaft, dass die geernteten Zellen sofort nutzbar sind. Mit der neuen Technik lassen sich reichlich genetische Kopien einer ansonsten kaum noch reproduzierbaren Spezies erzeugen, wie es mit konventioneller in vitro Befruchtung oder intrazytoplasmischer Spermainjektion machbar wäre, so das Team von Atsuo Ogura in Tsukuba, Japan.

Artikelbild: CC 2.0, Robert Dumas