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CoreOS: Linux-Hacker wollen Internet revolutionieren

CoreOS: Linux-Hacker wollen Internet revolutionieren

Im Silicon Valley will Alex Polvi zusammen mit ein paar alten Schulfreunden das Internet revolutionieren. Als Ort zur Inspiration haben sich die Freunde für eine Garage in Palo Alto entschieden, schließlich haben auch andere brillante Köpfe einmal klein in einer überdachten Anlage für Autos angefangen.

Ähnlich wie es beispielsweise Steve Jobs, Dave Packard oder Sergy Brin vor langer Zeit getan haben, will die Entwickler-Gruppe um Alex Polvi aus der Garage heraus etwas Großes erschaffen. Der Unterschied ist jedoch, wir befinden uns im 21. Jahrhundert, und so ist es eben doch nicht mit der damaligen Zeit zu vergleichen. Dennoch hat es sich Polvi zum Ziel gesetzt, dass komplette Internet mehr oder weniger zu verändern. Seine Idee: Er möchte ein neues Betriebssystem für Netzwerk-Server entwickeln, das ähnlich wie herkömmliche Browser, aktualisierbar ist.

Involviert sind unter anderem der bereits genannte Alex Polvi, der als Kopf des Projekts fungiert – Greg Kroah-Hartman, ein Linux-Kernel-Entwickler, sowie seine Schulfreunde Brandon Philips und Michael Marineau. Allesamt haben sich in der Zwei-Wagen-Garage eingenistet und viel Zeit mitgebracht. CoreOS, ein revolutionäres Betriebssystem für Server, ist das langfristige Ziel. Es soll Hunderte, wenn nicht sogar Millionen, Server weltweit in das moderne Internet hieven.

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Brandon Philips (Mitte) im Gespräch mit Alex Polvi (links). Foto: Alex Washburn / WIRED

CoreOS basiert auf ChromeOS von Google, das wir bereits vom Chromebook kennen und sich regelmäßig “von selbst” aktualisiert. Anders als ChromeOS, soll das Betriebssystem der Garagen-Entwickler jedoch nicht nur auf der eigenen Rechenmaschine laufen, sondern nach Möglichkeit weltweit auf jedem Web-Server – unabhängig von der Größe. Das Besondere dabei ist, dass Unternehmen und Entwickler viel schneller ihre Dienste und Erzeugnisse entwickeln und anpassen könnten, als es aktuell unter traditioneller Server-Software der Fall ist. Ebenso könnten immense Kosten eingespart werden.

Dabei haben sich die CoreOS-Entwickler vieles aus der herkömmlichen Browser-Welt abgeschaut. Die Entwicklung der Browser hat durch regelmäßige Updates einen großen Schub bekommen, beispielsweise kann verhältnismäßig schnell auf Sicherheitslücken reagiert und Verbesserungen eingeführt werden. Aktuelle Server-Betriebssysteme sind dabei noch ganz anders. Sie werden aufgrund diverser Unsicherheiten nur selten aktualisiert, da man keine Inkompatibilitäten riskieren möchte.

Genau hier will Alex Polvi mit seinen Freunden ansetzen und etwas Neues schaffen. Zwar verwenden große Internetunternehmen wie Google und Amazon, oder auch große Wall Street Konzerne, schon seit Längerem ein eigenes Server-Betriebssystem das kontinuierlich weiterentwickelt wird, doch ist dieses nicht für Jedermann verfügbar. Die Entwickler-Gruppe möchte mit CoreOS ein auf Linux basierendes Open Source Server-Betriebssystem für die Allgemeinheit entwickeln. Sie selbst sagen sogar, dass sie “Googles Infrastruktur für uns alle” bauen möchten.

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Alex Polvi Foto: Alex Washburn / WIRED

Sofern es die begabten Kollegen schaffen, wäre es unter anderem möglich, schneller als je zuvor Server-Anwendungen zu entwickeln oder Sicherheitsupdates zu veröffentlichen. CoreOS würde gleichbedeutend eine kleine Revolution für das jetzige Internet herbeirufen. Noch ist das Projekt in den Kinderschuhen, aber Alex und seine Kollegen haben ihre Ideen bereits gesammelt und das Grundgerüst zumindest in ihren Köpfen aufgestellt.

Wer von Alex Polvi noch nicht sonderlich viel gehört hat: Er ist unter anderem der Gründer des Start-ups Cloudkick, einem Unternehmen, das Cloud Monitoring- und Management-Systeme entwickelt. Mittlerweile hat er sein Baby teuer an Rackspace, einem riesigen Cloud-Service, verkauft. Seinen Linux-Kernel-Entwickler und Freund Kroah-Hartman, lernte er an der Oregon State kennen, die bekannt ist für eine tiefverwurzelte Open-Source-Bewegung. An der gleichen Schule traf er auch seine beiden anderen Kollegen und jetzt CoreOS-Mitarbeiter Michael Marineau (ehemaliger Google-Mitarbeiter) und Brandon Philips (Linux-Entwickler).

Unterstützung bekommt das Team übrigens auch vom aktuellen Rackspace Präsidenten Lew Moorman, der wohl etwas Knete beisteuert und viel von Polvi hält. Zu dem Projekt sagt er zum Beispiel:

“Mit einem leichten System wie CoreOS, mit dem man auf einfache Art und Weise eine gewaltig große Anzahl von Anwendungen und Maschinen verwalten kann, ist sehr, sehr wertvoll.

Natürlich gibt es auch andere begabte Leute da draußen, die vermutlich an einem ähnlichen System basteln möchten. Der Unterschied ist jedoch, dass Polvi bereits in der Garage sitzt und begonnen hat.

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Brandon Philips bastelt im Keller unter dem Haus, die CoreOS Garage gehört dazu. Foto: Alex Washburn / WIRED

via. wired / wikipedia

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  • http://weblogit.net/ Kay Hager

    Moin Lars, erst einmal super, dass Du dich hier eingeklinkt hast. Ein paar interessante Punkte, die Du ansprachst. Mit Punkt 2 liegst Du im Grunde richtig, ich habe es wohl unvorteilhaft formuliert. CoreOS nutzt tatsächlich den Installer von ChromeOS, jedoch auch das Konzept, auf das es aufbaut. Googles Linux-Distribution, die auf den Chrome Browser und einen Linux-Kernel basiert, diente nämlich teilweise als direkte Vorlage für CoreOS. Dass CoreOS auf Linux beziehungsweise auf einen Linux-Kernel basiert, habe ich etwas weiter unten im Artikel noch einmal erwähnt. CoreOS soll jedoch wie ChromeOS (bzw. der Chrome Browser) funktionieren, sprich regelmäßige System-Patches / -Updates ermöglichen, ohne Inkompatibilitäten zu riskieren. Hierbei wird der bereits von Dir angesprochene Container eine große Rolle spielen, in dem mehr oder weniger die Server-Anwendungen laufen. Ziel ist es, ein Google ChromeOS ähnliches und ebenso schlankes OS zu erschaffen, das auf Netzwerkservern laufen soll. That’s about it. :)

    Und abschließend zu Punkt 1: Es ist natürlich schon so, dass die Pics allesamt von den Kollegen von Wired stammen, da sie exklusiv über die CoreOS Story berichteten und Polvi & Co. einen Besuch abstatteten. Wären wir in einer geografisch gesehen besseren Position, dann hätte es von uns möglicherweise sogar ein schönes Video-Interview gegeben. Mal sehen. ;)

    Insgesamt freut es uns und besonders mich, wenn der Anspruch unserer Leser hoch ist – schließlich kennen wir das auch ganz anders. Noch sind wir aber keine Linux-Veteranen. ;) Thx für Deinen Input!

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