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Craig Federighi von Apple stellt FBI bloß

Craig Federighi von Apple stellt FBI bloß

Die Debatte rundum die Förderung des FBI, Apple solle künftig softwareseitig ein generell geltendes Backdoor in iOS einbauen, läuft nun schon seit drei Wochen. Die Fronten haben sich mittlerweile positioniert und Apple hat durchaus große Unternehmen hinter sich, die das Vorgehen des iPhone-Konzerns befürworten. Trotzdem sah sich Craig Federighi, seinerseits Senior Vice President of Software Engineering bei Apple dazu angestoßen, noch einmal seine Sicht der Dinge preiszugeben.

In einem offenen Brief an die Washington Post, den ihr hier in kompletter Form lesen könnt, kann er angesichts der Denke des FBIs nur mit dem Kopf schütteln. Gefordert wird unter anderem, dass Apple im Bestfall einfach wieder zu den Sicherheitsstandards von iOS 7 zurückkehren soll. Craig weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, dass starke Verschlüsselung ein fortlaufender Prozess ist und ein Rückschritt zu den Standards von iOS 7 viel Chaos verursachen würde.

"Um an Apples Sicherheitsvorkehrung vorbei zu kommen, möchte das FBI, dass wir eine Hintertür in Form einer Spezialsoftware erstellen, die die Passcode-Sperre umgeht und absichtlich eine angreifbare Lücke öffnet, um der Regierung Zugriff auf ein iPhone zu gewähren. Einmal erstellt, soll diese Software wie von den Gesetzeshütern zugegeben für viele weitere iPhones verwendet werden und öffnet damit eine Schwachstelle für Hacker und Kriminelle, die damit Chaos in unsere Privatsphäre bringen und unsere eigene Sicherheit  bedrohen."

Es ist ja längst bekannt, dass iOS 7 schon damals einige offene Türchen hatte und es durchaus viele Fälle gab, indem Hacker Zugriff auf iCloud-Konten erhielten. Erst mit iOS 8 änderte Apple die Verschlüsselungsstrategie und verhinderte u.a. die unbegrenzte Passwort- (bzw. Pincode) Eingabe, die jüngst ja auch in iOS 9.2.1 erst wieder umgangen werden konnte. Auch die automatische Löschfunktion nach 10 festgelegten Fehlversuchen trägt ihren Teil dazu bei, dass die auf dem Gerät gespeicherten Daten ziemlich sicher sind.

Craig gab aber auch zu, dass Apple mit einer Entschlüsselung von iPhones in speziellen Situationen zwar helfen könnte, aber diese gleichzeitig auch neue Wege und Möglichkeiten offenlegt, die garantiert nicht nur vom FBI genutzt werden. Vielmehr könnte man es sich einfach nicht leisten, zurückliegende Technologien zu nutzen um Chaos zu stiften.

"Ich wurde Ingenieur, weil ich daran glaube, dass Technologie die Kraft hat unsere Leben zu bereichern. Großartige Software hat offensichtlich grenzenloses Potential, um menschliche Probleme zu lösen und sie kann sich innerhalb eines Moments über die ganze Welt verbreiten. Schädlicher Code bewegt sich genauso schnell und wenn Software aus dem falschen Grund entwickelt wird, hat sie großes und wachsendes Potential Millionen von Menschen zu schädigen."

Da kann das FBI wohl wieder einmal nur „dumm“ aus der Wäsche gucken, angesichts dessen, dass Apple logischerweise auf dem eigenen Standpunkt beharrt um eben auch zukünftig der Big-Player in diesem Bereich zu sein.


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