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Elementary OS Freya: Beta Download & Eindrücke

Elementary OS Freya: Beta Download & Eindrücke

Der Freya Download für die Öffentlichkeit rückt näher! Wir waren zugegeben recht überrascht, wie viele von Euch wiederholt Interesse an Linux und insbesondere der optisch und "haptisch" an Mac OS X erinnernden Distribution namens elementary OS zeigten. Immerhin sind nur 0,71% unserer verzeichneten Leser laut Google Analytics mit Linux unterwegs.

Für mich persönlich ist ein Leben ohne eine Bash/Zsh-Shell und einen verlässlichen Paketmanager ziemlich unpraktisch, davon abgesehen vertraue ich Windows aus diversen Gründen nicht und kann die grafische Oberfläche von XP/7/8/8.1 einfach nicht ertragen, seitdem ich primär Mac OS X nutze. Für mein ThinkPad muss also entweder OS X her, das leider kein vernünftiges Energiemanagement und somit Akkulaufzeit bietet - oder eben eine gute Geschmacksrichtung von Linux.

Schnell, schön und bereits überraschend stabil

Vielleicht ist es auch die Eleganz, mit der elementary OS auftritt, die zu der großen Beliebtheit führte. In Sachen Schönheit und Animationsqualität braucht sich Freya nicht hinter dem Apfel zu verstecken und läuft zudem unproblematisch auf fast jeglicher Hardware, Notebooks eingeschlossen. Die Philosophie hinter elementary OS ist keineswegs die der ewigen Bastler oder Hardcore-Geeks: Ähnlich Ubuntu bekommt man ein System, das so wenig Gefrickel wie möglich erfordert und Anpassungen eher für erfahrene Nutzer vorbehält. Gutes Design und sinnvolle Standards werden hier groß geschrieben, wie bei Mac OS.

Dabei ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass reichlich Inspiration für das UI aus Cupertino kommt. Auch ein an "Mission Control" erinnerndes Feature ist dabei. Ich selbst benutze elementary OS nach einem Zwischenstopp auf Xubuntu und Arch Linux auf meinem Lenovo ThinkPad E330 als primäres Betriebssystem.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Performance: Mit Ubuntu 14.04 unter der Haube und diversen Optimierungen des elementary Teams und den Verbesserungen der neueren Kernelversionen ist Freya nochmals flotter als Luna, was sich mir erst nach der tatsächlichen Installation und nicht in einer VM offenbarte. Mittlerweile sind auch die mitgelieferten Apps ein bisschen fertiger, beispielsweise entdeckte ich im Kalender die Möglichkeit einen Google-Account hinzuzufügen. Außerdem sehen die Systemeinstellungen jetzt eine Integration für diverse Online-Accounts vor. Der mitgelieferte Browser "Midori" ist nach wie vor superschnell und zusätzlich stabiler geworden.

Beim ersten und zwanzigsten kalten Boot (Legacy, nicht UEFI, da gibt es noch Probleme) kratzte ich mich am Kopf: Trotz HDD statt SSD fährt das System erstaunlich flott hoch und runter. Bislang hatte ich noch keine einzige Kernel Panic in der Beta, ebenso keine abschmierenden Anwendungen. Ich nutze sämtliche gängigen Browser, VirtualBox plus Vagrant, Sublime Text, Skype und diverse CLI-Tools bereits länger ohne Probleme.

Ein oftmals hervorgehobenes Feature ist die smarte Erkennung der Eigenschaften eines gewählten Wallpapers, das Betriebssystem entscheidet je nach Farbgebung und Helligkeit über die weiße oder schwarze Darstellung der oberen Menüleiste und der damit verbundenen Typografie.

Mir persönlich gefällt besagte virtuelle Desktoplösung, außerdem das an Exposé angelehnte Feature und der Launcher oben samt dem Dock unten sehr gut. Das Dock ist nur sichtbar, wenn es keinen Platz wegnimmt, also eine im Vordergrund befindliche Anwendung nicht davon verdeckt wird. Der Launcher ist pfeilschnell und ermöglicht per Shortcut-Aufruf den rein tastaturbasierten Start von Anwendungen wie Spotlight auf dem Mac.

Lesenswert: Tipps zu elementary OS Luna & elementary OS: verwandt mit Mac OS

Ich habe keine proprietären Intel-Grafiktreiber installiert und genieße butterweiche Animationen bei Fenstern und den Übergängen zwischen den virtuellen Desktops. Die Timings dieser Animationen lassen sich mit dem Elementary-Tweaks Panel für die Systemeinstellungen anpassen, wodurch das System nochmals schneller wirkt (und in besagten Situationen auch agiert).

Out-of-the-Box funktionieren: Sleep, das Trackpad, der IBM TrackPoint, die Medien- bzw. Funktionstasten inklusive Helligkeit und sonstige einstige Schmerzpunkte von Linux - die Hemmschwelle für den zumindest partiellen Wechsel ist im Verlauf der letzten Jahre aufgrund der gemeinsamen Bemühungen von OEMs und Ubuntu für Notebooks immens gesunken.

Empfehlenswert ist dennoch die Installation von TLP für besseres Energiemanagement bei Notebooks, auch bei nicht-Thinkpads kann man hierbei noch etwas Laufzeit herauskitzeln. Die Akkulaufzeit entspricht übrigens selbst bei der Beta 1 in etwa meinen Erfahrungen mit Windows 7 auf diesem Gerät, nur etwa zwanzig Minuten weniger packte das Notebook in einem informellen Alltagstest.

Elementary Tweaks für Freya

Elementary Tweaks wird leider nicht mehr vom ursprünglichen Entwickler betreut, ist aber zum Glück in kompetenten neuen Händen bei Michael Starkweather und über diesen Weg (Befehle in Terminal eingeben) zu beziehen:

sudo add-apt-repository ppa:mpstark/elementary-tweaks-daily
sudo apt-get update
sudo apt-get install -y elementary-tweaks

Mit diesem Tool lassen sich diverse Teilaspekte des Betriebssystems weiter einstellen, der Purist bevorzugt natürlich einfach die Grundeinstellungen von elementary OS.

Elementary OS Freya (Beta): Download

Die Betaversion von elementary OS gibt es direkt bei den Machern im hauseigenen Blog zum Download. Außerdem stehen sie nur noch wenige Issues/Bugs entfernt vor dem nächsten Beta-Release, primär klemmt es wie erwähnt mit dem UEFI-Boot, was für mich aber kein Alltagsproblem darstellt. Hier geht es zum Download von Freya.

Wie für Ubuntu und Derivate üblich, könnt ihr mit den folgenden Befehlen (oder per GUI mit dem Software-Center) das System aktualisieren und bekommt bei elementary auch noch die ganzen Fixes und Updates der Entwicklung mit.

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Der Übergang zur nächsten Beta ist auf diesem Wege fließend, was also keine Neuinstallation erfordert. Ich empfehle dennoch eine separate Home-Partition, man weiß ja nie. Soweit ist das System aber für meine Zwecke produktionsreif und ich würde gerne von Euren Erfahrungen mit Freya in den Comments hören.


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  • Sebastian Kiefer

    Download läuft, dann erstmal in der VM. Dann evtl. auf dem großen Quad-Boot Rechner als Ersatz für UbGnome… Mal sehen. Bei den aktuellen SSD-Preisen überlege ich jedoch da noch etwas zu erweitern…. Bericht folgt!!

  • Sebastian Kiefer

    Auf jeden Fall: Guter Artikel der zur Verbreitung von Linux basierten Systemen helfen sollte! Gute Arbeit Tom!!

  • era

    Ich bin da noch neu. Oder sagen wir hab noch keine Ahnung. Wie seiht es mit Installationen von Mac software oder Windows aus. Handelt es sich hierbei auch wieder um ein ganz neues OS. Oder gibt es Abhilfe und es hat die Zauberhände um beides zu installieren. Wovon ich leider nicht ausgehe. Danke für Antwort

  • Tom

    Tach era, nee also elementary basiert auf Ubuntu Linux, installiert also alles an Software für Ubuntu – man kann allerdings einige Windows-Programme mit Wine (einer Art Umverpackung) ausführen, oder Windows in einer VM selbst auf einem recht schwachen Rechner/Notebook nebenher laufen lassen. In der Regel findest Du aber fast alles, was der Durchschnittsnutzer braucht, auch direkt für elementary OS. Für Mac OS X konzipiert Software funktioniert prinzipiell nicht unter Linux/elementary.

  • era

    Danke.. schade. Ich denke Adobe CS/CC ist somit raus. ;-/

  • Tom

    Jo, daher ist mein Hauptarbeitstier auch mit Mac OS ausgestattet 😉 das ist in der Tat noch ein fehlender Baustein, für den es nur suboptimale Lösungen gibt – vorausgesetzt man ist intensiv Kreativschaffender.



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