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Eric Schmidt von Google will das iPhone 6 nicht verstehen

Eric Schmidt von Google will das iPhone 6 nicht verstehen

Gestern trat ein angriffsfreudiger Eric Schmidt (Vorstandsvorsitzender von Google Inc.) bei Bloomberg TV auf und gab seine Meinung zu Apples neuestem Smartphone zum Besten.

Sein schnelles Fazit? Samsung habe dieses Niveau mit den Produkten von vor einem Jahr bereits erreicht, das iPhone 6 ist alles andere als beeindruckend. Die Moderation der Bloomberg TV Show konterte schnell: Als das Galaxy Note erschien, hätte es keine weitläufigen Warteschlangen gegeben.

Zum Verkaufserfolg des iPhone 6 hatte Schmidt recht wenig zu sagen, stattdessen lachte er und berief sich auf die technologischen Aspekte, darunter die Größe des Bildschirms. Meines Erachtens ist sein Standpunkt bewusst provokativ gewählt und vernachlässigt ebenso bewusst die tatsächlichen Unterschiede der Hard- und Software. Sein Statement ist eher von politischer Qualität und soll für Furore sorgen.

Apple als Samsung-Imitator: Ging es nur um den Formfaktor?

Das geht völlig an der Strategie von Apple vorbei. Ein größeres iPhone hätte der Hersteller aus Cupertino bereits vor Jahren produzieren können. Darum ginge es nicht. Stattdessen liege der Fokus auf einem rundum besseren Produkt, das in seiner Gesamtheit überzeugen kann, so Tim Cook in einem Interview mit Charlie Rose. Gute Produkte brauchen Zeit, Apple hat keinen großen Bedarf am ersten Platz eines geschwindigkeitsfokussierten Wettrüstens.

Anders als Apple orientiere sich Google strategisch so: Große Märkte mit kleinen Margen. Leicht abfällig klingt dann die Beschreibung von Schmidt gegenüber der gegnerischen Strategie: Kleine Marktanteile mit großen Profitmargen. Apples Konkurrenz sei "brutal" und der Kampf zwischen Google und Apple sei "der definierende Konflikt in der Computerindustrie heutzutage".

Ein provokantes Statement verkauft Bücher

Zufälligerweise ist Eric Schmidt auf einer Tournee für die Promotion seines neuen Buches namens "How Google Works", das ein Stück Geschichtsrevisionismus für Techliteratur darstellen wird. Ich bin gespannt auf die Behandlung eines bestimmten Themas: Wie geht es Google eigentlich mit dem Umstand, dass Android-Devicehersteller wie Samsung nicht an Apples Verkaufszahlen herankommen? Für Google ist Android ein tolles Geschäftsmodell. Gespickt mit sämtlichen (für den Benutzer kostenlosen, weil mit den eigenen Informationen bezahlten) Big-Data-Diensten des Internetgiganten finden die Geräte ihre Verbreitung auf der ganzen Welt.

Zum Thema "don't be evil" und Data-Mining kann ich übrigens die hervorragende Doku Terms and Conditions May Apply empfehlen, die auch auf Netflix verfügbar ist.


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  • Logan

    Der hat doch keen Plan, der Eric 😉



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