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Fern von Plastikschrott: Anfass-Eindrücke mit dem iPhone 5c

Fern von Plastikschrott: Anfass-Eindrücke mit dem iPhone 5c

Das iPhone 5c ist nicht das neue Flaggschiff von Apple, aber das umverpackte letzte Flaggschiff mit herausragender Performance in einer anderen Hülle mit diversen subtilen Upgrades. Was viele nicht realisieren ist, wie wertig es sich trotz Polykarbonat anfühlen kann. Brian von AnandTech durfte eine kleine Runde mit dem Gerät drehen und ist positiv von den Materialeigenschaften beeindruckt.

Die Haptik ist das Stichwort, das bisher eher zu kurz kam. Auch wenn das iPhone 5 und das iPhone 5S wunderbar aussehen, die harten Kanten und das kalte Aluminium fühlen sich einfach nicht so angenehm in meiner Hand an. Seit dem iPhone 3GS vermisse ich ein ergonomisch durchdachtes Backcover mit haptisch stimulierender Form, die sich einfach richtig anfühlt. Und genau das ist das iPhone 5c: Es ist unter Anderem auch ein Ergonomie-Upgrade für Besitzer eines iPhone 4 oder 4S, die gerne die nächste Generation besitzen möchten, aber von der kalten Art des iPhone 5 nicht sonderlich begeistert sind.

Angenehmes Feeling bei gleicher Größe

Mit der hard-coated Beschichtung fühlt sich die Oberfläche nämlich weder rutschig noch unnatürlich leicht an, die Stahlkonstruktion darunter vermittelt die Solidität eines Lumia ohne den Ziegelsteineffekt. Der für die Abrundung eingesetzte Radius scheint überall identisch zu sein, was eine Einheitlichkeit schafft. Die Tasten fühlen sich hochwertig an, das Gerät wirkt rigide (ohne in irgendeiner Form nachzugeben) und einem Apple-Gerät entsprechend durchdacht, das Profil ähnelt weiterhin dem iPhone 5.

Die neuen Cases sind im Inneren mit einem weichen Material ausgestattet, das Kratzer auf der glänzenden Oberfläche verhindern soll, sollte Staub zwischen Case und das Gerät gelangen.

Aber das ist doch Plastik! Buhuhu

Es ist nunmal so: Zahlreiche Smartphone-Kunden mit wenig Inhibitionen, Opfer der "Plaste-Elaste"-Diffamierer zu werden, fanden die bunten Lumia-Geräte fantastisch. Mit der soliden Umsetzung in Verbindung mit dem besseren Ökosystem und Betriebssytem, recycelbaren Materialien und dem Verzicht auf die üblichen Bösewichte á la Brom, PVC, Arsen und Quecksilber ist das iPhone 5c eine schmackhafte Alternative zu den ähnlich ausgerichteten Produkten der bunten Wettbewerber. Letztlich pocht in der bunten Hülle (die im Alltag so einiges mitmachen wird) noch immer das Herz eines iPhone 5, nun mit verbesserter FaceTime-Kamera und voraussichtlich hervorragender Beständigkeit.

Die psychologische Reaktion ist verständlich: Der Kunde wünschte sich ein iPhone für 400 Euro mit vergleichbarer Leistung wie das neue Flaggschiff und möglichst edlem Appeal, zumindest das Ego hatte diesen Wunsch. Als die schmerzhafte Realität dann eintrat, wurde die emotionale Motivation für den Kauf zerstört (bewusst oder unbewusst) und die Abneigung substituierte das anfängliche Interesse.

Meine Prognose lautet wie folgt, in einigen Wochen werden mehr und mehr potenzielle Käufer das Gerät in Händen gehalten haben und sich eher dafür entscheiden, als ein iPhone 5 auf dem Gebrauchtmarkt zu erwerben. Die solide Griffigkeit ist alles andere als billig und der Preisunterschied zum Topmodell nicht völlig unwirksam, wenn man den Alltags-Impact der Features gegeneinander aufwiegt.

iphone5c-anandtech

Die Wii U Problematik und Apples Lösung

Strategisch ist diese Entscheidung aus Apples Position vielleicht auch so zu begründen, dass man die Verwirrung bei den Kunden vermeiden wollte, wie sie beispielsweise Nintendo verursachte. Es gibt tatsächlich eine große Gruppe von Menschen, die denken, dass die Wii U praktisch nur eine Wii mit neuem Controller ist. Dadurch schadet das Vorgängerprodukt der neuen Version.

Dieselbe Situation hätte sich hier geboten: Das iPhone 5 wäre optisch kaum vom iPhone 5S zu unterscheiden, was sich garantiert auf die Verkaufszahlen ausgewirkt hätte. So wird eine klare Unterscheidung getroffen, nebenher geht Apple auch auf die Bedürfnisse vieler Kritiker ein, die sich ihren Handschmeichler á la 3GS zurückwünschten oder gar von den anfänglichen Materialschäden beim iPhone 5 verunsichert waren.


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  • EntzürnterKunde

    Ja wie jetzt. Ich dachte wir bekommen ein dem Flaggschiff ebenbürtiges Produkt für den reinen Materialwert, selbstverständlich mit einigen kostenlosen Apps und äh dem Case obendrauf. Die Kosten für die Produktion fallen doch bekanntlich jeden Tag, weil die Wirtschaft so floriert und so ne Umgestaltung der Innenkonstruktion kostet doch nix. Die Kamera haben sie sicher auch schon irgendwo rumliegen gehabt. Also mindestens billiger als das 4S hätte es doch bitteschön sein können. Wie soll ich das nur bezahlen? Mal nach einer Ratenzahlung gucken, um mein Image als Early Adopter weiter wahren zu können… Grummel Grummel Apple

  • klaus die maus

    Nicht nur der Preis ist enttäuschend… Die verkaufen hier ein Iphone 5 mit bunten Case. Na das nenn ich mal eine Innovation. Für mich ganz persönlich hat weder das Iphone 5C noch das Iphone 5S einen wirklichen Mehrwert. Eine Geschwindigkeitsverbesserung, 64 bit und der toller fingerabdrucksensor ist doch keine Innovation.. Wo bleibt denn mal was wirklich neues???

  • Pascal Mattes

    zuwas denn was neues wenn das alte super funktioniert? außerdem ist dir nicht bewusst was ein 64bit prozessor bedeutet, es ist ein immenser Geschwindigkeits schub und leistungsschub. Ein schritt richtigung Desktopclass. Und ein Fingerabdrucksensor ist eben eine Innovation weil es bis jetz kein anderes Smartphone hat, so wie der 64 bit Prozessor auch.

  • Helmut.K

    Sehe ich genauso, lächerlich wie jetzt wieder die Leute abgehen, ich dachte mir direkt nach der Show gestern, WOAH jetzt kann keiner sagen es gibt nix neues… aber doch, die ganz dummen sagen es immer noch.

  • smexx23

    Naja… die Realität sieht etwas anders aus:
    – Das Vorgängermodell gab es schon immer 100 Euro günstiger, nun ist es halt auch noch aus Plastik.

    – Fingerprint gibt es auch schon in anderen Smartphones. Googelt mal nach Motorola ATRIX
    – Für die 64 Bit Architektur müssen erstmal alle Apps umgeschrieben werden. Um beide Architekturen zu unterstützen (und abwärtskompatibel zu bleiben) muss zukünftig natürlich für beide Varianten programmiert werden. Ob das gemacht wird, wird sich zeigen. Ich gehe eher davon aus, dass der Fokus weiterhin auf 32 Bits liegen wird, da das auf allen Geräten funktioniert und es bei den üblichen Anwendungen sowieso nicht zu Performanceengpässen kommt.

  • Pascal Mattes

    erstens, top smartphons aber nicht, das plastik wurde geschaffen damit user endlich auch mal farbige iphones haben können weil sich das einige gewünscht hatten, und außerdem kannst du dir sicher sein das apple ab sofort in jedes neue ios device ein 64 bit prozessor bauen wird, deshalb geh ich davon aus das die apps demnächst auf 64 bit umgeschrieben werden



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