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Giftiges Computer- und Smartphonezubehör? Ein Labortest

Giftiges Computer- und Smartphonezubehör? Ein Labortest

Ist meine Smartphonehülle oder Tastatur etwa eine Krebs-Zeitbombe? Vielleicht habt Ihr ja die aktuelle c't schon am Bahnhofskiosk gelesen, ein Kauf lohnt sich anhand des Inhalts ja nicht wirklich. Es geht um Giftstoffe in Hardware für den Computer und Smartphones.

Prinzipiell ist das Thema aber durchaus spannend: Wie gefährlich ist unsere alltäglich eingesetzte Hardware? Je nach Produktionsprozess und Sorgfalt sowie moralischem Denken (oder Nichtdenken) der Hersteller kann hier ja ziemlich fieses Zeug in das Material gelangen. Bei täglichem Kontakt mit der Haut, Hautfetten, Schweiß und anderen Körperfaktoren sollten wir uns ernsthaft Gedanken über die Zusammensetzung der genutzten Hardware machen.

Wie giftig bestimmte Produkte denn nun sind, das hat die c't in einem Labortest per Dienstleister bestimmen lassen. Im Heft 05/2014 findet sich eine Tabelle mit Bumpern und Cases für das iPhone 5s, 5c und das Samsung Galaxy S4. Ebenso wurden Tastaturen, Mäuse und Kabel getestet.

Tastaturen gefährlicher als blaues Meth? Keine Sorge, nicht wirklich

Leider ist die Auswahl der dort getesteten Produkte meines Erachtens nicht repräsentativ für die meistverkaufen Produkte (beispielsweise bei Amazon), sodass der Test in der Praxis eher Unterhaltungswert als tatsächlichen Nutzen hat. Schade. Getestet wurde nämlich hauptsächlich Billigschrott oder Grabbeltischware - viel spannender wären doch Topseller gewesen. Denn auch da könnten sich Zulieferer mit schlechtem Material strafbar machen, wenn auch unwahrscheinlicher.

Vielleicht etwas überraschend: Selbst günstige Smartphone-Hüllen sind weitestgehend unbedenklich, nur eine Hartplastikhülle von iProtect für das iPhone 5c (3,99€) ist aufgrund von 104 mg/kg Phenol (88 mg/kg nach dem Ausheizen) als bedenklich einzustufen. Diese findet sich auch nicht mehr in den Amazon-Suchergebnissen, hier hat eventuell der Hersteller eingegriffen.

Selbst günstige Smartphone-Hüllen sind meist völlig unbedenklich, trotz Geruch

Bei den Tastaturen fand das Labor oftmals problematische Konzentrationen an Giftstoffen, die sich auch außerhalb der gesetzlich zugelassenen Grenzwerte befanden. Aber ganz ehrlich: Wer sich Produkte wie "Flexible Mini 2006 Keyboard" oder eine flexible 8,27€-Tastatur von Logilink kauft, kann bei diesem Preisdruck auch keine vernünftigen Ergebnisse erwarten.

Fast schon pro forma werden bei den ungesunden Tastaturen hier Billigmodelle großer Hersteller wie Logitech und Microsoft aufgeführt, dann aber mit dem Siegel "eher unbedenklich" in Bezug auf DINP im Kabel und Stecker wieder relativiert. Kein wirklicher Grund zur Sorge also, da ist ein Essen bei McDoofBurgerKönigKentuckyGeflügel vermutlich tödlicher - kein Witz.

Dennoch empfiehlt sich bei häufigem Kontakt zwischen Fingerspitzen und Tastatur ein vernünftiges Arbeitsgerät. Leider kann man vom starken Kunststoffgeruch nicht so viel abhängig machen, wie man gerne würde. Denn im Labor wurde erwähnt, dass selbst stark riechende Materialien nicht zwingend ein Indiz für Giftstoffe sein müssen. Wohl aber für schlampige Produktion, die anderweitig wiederum gefährlich sein könnte.

Man muss es ja nicht herausfordern: Bei der Tastatur lieber auf Qualität und große Marken setzen

Hier einige Empfehlungen für Tastaturen mit tollem Anschlag, guter Haltbarkeit der Buchstaben und interessanten Features von führenden Herstellern, die einen Ruf zu verlieren haben:

Wo wir schon bei Hardwareempfehlungen sind: Seit meinem ausführlichen Review der Tt eSPORTS Theron kann ich keine andere Maus mehr empfehlen. Das Batmobil könnt ihr hier bei Amazon bestellen, wenn ihr gerade sowieso unzufrieden mit dem eigenen Nager seid.

Wie sieht es bei Euch aus? Nutzt ihr komisch riechendes Equipment, oder wird so etwas sofort wieder eingepackt? Habt ihr Erfahrungen mit übel ausdünstender Hardware gemacht?


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  • captstulle

    Ich finde die c`t übrigens immer wieder interessant, nebenbei bemerkt.

    Ich habe auch den Bericht schon gelesen und fände ihn sehr interessant und wichtig das endlich mal darüber berichtet wird.

    Deine Aussage „Wer sich Produkte wie “Flexible Mini 2006 Keyboard” oder eine flexible 8,27€-Tastatur von Logilink kauft, kann bei diesem Preisdruck auch keine vernünftigen Ergebnisse erwarten.“ finde ich sehr bedenklich. Ich kann am Preis eines Gerätes leider nicht erkennen ob es gesundheitsschädlich ist oder nicht. Leider wurden die Kopfhörer von Apple nicht getestet. Die sind teuer, aber sind sie auch frei von PAK, Phtalaten oder ähnliches?

  • Lazarusse

    „Leider wurden die Kopfhörer von Apple nicht getestet. Die sind teuer…“ Die Ohrstöpselchen von Apple sollen teuer sein? 😀 Die c’t scheint ja nicht viel über Zubehörpreise zu vermitteln. Schau dir mal echte Kopfhörer von Sennheiser, AKG oder Audio-Technica an.
    Phtalate sind in so fast jedem biegsamen Plastikstück drin und nicht wirklich ein Problem solange man das Stück Technik nicht komplett verzehrt oder komisch auf Östrogen-Ersatzstoffe reagiert. Es kommt immer auf den genauen Stoff und die Menge an.
    Dass man hierzu ständig was in den Medien liest, liegt einfach daran dass sich Angst gut verkauft. Anders kriegt man tote Bäume (oder auch: Zeitschriften) auch nicht an den Mann gebracht. Übrigens finde ich schade dass die heise Belegschaft (glaube da kommt die c’t her oder andersherum) die superwichtigen Infos nicht öffentlich preisgegeben hat, sondern ihr Heftchen damit vermarkten will.
    Ich bin mit dem Test auch kein Stück schlauer und würde (wie du selbst begründest) lieber etwas über Produkte großer Marken lesen. Dass in Kunststoff auch mal Abfall drin ist, wusste doch jeder Dritte auch schon vor dem Laborergebnis…



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