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Happy Birthday to Me, Happy Birthday to Me – auf dem Mars

Der Curiosity Mars Rover der NASA feierte am Montag den einsamsten Geburtstag in unserem Sonnensystem (über den Rest der Galaxie kann ich entgegen der Meinung der Washington Post keine Aussage machen). Unser tapferer kleiner Marsroboter wurde tatsächlich für seinen großen Tag (die Landung auf dem Mars fand am 05. August 2012 statt) programmiert und "sang" sich selbst ein Ständchen.

NASA Technologin Florence Tan erklärt, wie der Rover mit seinem SAM-Labor (Sample Analysis at Mars) Musik erzeugte. Die Werkzeuge von SAM auf dem Rover dienen primär der Analyse von Proben, die aus dem Boden auf dem roten Planeten entnommen werden. Damit diese Staubproben auch in der Analyseeinheit landen können, werden sie mit verschiedenen Frequenzen durchgeschüttelt, deren Vibrationen den Staub durch das System bewegen. Die dabei entstehenden Töne klingen nach Soundeffekten aus uralten Disney-Filmen oder Retro-Synthesizern. Oder nach einer Low-Fi-Version von Wall-E.

Um den Geburtstag von SAM und die Landung von Curiosity auf dem Mars zu würdigen, entschlossen sich die Forscher zur temporären Verwendung der Proben-Einheit für musikalische Zwecke.

Da der "Happy Birthday" Song im All gespielt wurde, fallen (noch) keine Tantiemen an Warner/Chappell an. Vielleicht schaltet sich ja irgendwann auch die GEMA ein, wenn ein geschütztes Musikstück im All gespielt wird? Der ganze Spaß erinnert mich jedenfalls am Rande an Musikstücke, die mit Diskettenlaufwerken erzeugt werden. Aus MIDI wird herrlicher Star Wars Krach, der den mechanischen Lauten von Laufwerken entspringt, die unsere nächste Generation vermutlich noch weniger kennen wird, als das Tapedeck.

Die Mars-Mission von Curiosity war bislang sehr erfolgreich, auch wenn in dem einen Jahr nur etwa eine Meile an Strecke zurückgelegt wurde. Auf dieser knappen Distanz feuerte das kleine Robo-Labor mehr als 75.000 mal seinen Laser zur Untersuchung der Bodenbeschaffenheit ab und knipste an die 70.000 Fotos, darunter auch interessante Panoramen.

Die Hoffnung, dass es irgendwann mal auf dem Mars passable Konditionen für das Entstehen oder Aufrechterhalten von Lebewesen gegeben hat, wird von den Erkenntnissen durch Curiosity unterstützt. So oder so: Wir kommen nicht daran vorbei, mal einen Fuß auf den roten Planeten zu setzen.


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