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Im Zuge des Sony-Hacks: Kinofilme landen im Netz

Im Zuge des Sony-Hacks: Kinofilme landen im Netz

Mindestens fünf ziemlich aktuelle Filme von Sony Pictures schwirren im Piratennetz etwas verfrüht umher, zufällig zum Zeitpunkt des letzten großen Hacks an Sony sind DVD Screener von beispielsweise "Fury", dem neuen Brad Pitt Streifen im Web gelandet.

Bereits am 27. November wurde "Fury" über 888.000 mal von unique IP-Adressen heruntergeladen, eine stattliche Zahl die den Film für Piraterieverhältnisse auf eine Topliste setzt. Ende November waren es dann 1,2 Millionen Downloads. Dabei lief bzw. läuft er in den Staaten noch im Kino.

Ein weiterer Sony-Film namens "Annie" ist auch schon in den Neuland-Leitungen, während das offizielle Release noch aussteht. Außerdem dabei: "Mr. Turner", "Still Alice" und "To Write Love on Her Arms".

Alle obigen Titel wurden als sogenannte DVD-Screener (eigentlich Vorab-Kopien für professionelle Kritiker, Journalisten, Award-Show Abstimmer, Produzenten und Distributoren) im Netz gefunden, manche davon inklusive digitaler Wasserzeichen zum Zwecke des Kopierschutzes bzw. einfacherer Rückverfolgung der Quelle. Empfänger eines Screeners unterzeichnen normalerweise einen Vertrag, der saftige Strafen in Höhe von über 100.000 US-Dollar vorsieht, sollte der Rezipient seine Kopie mit anderen Menschen teilen wollen.

Fury auf The Pirate Bay

Sony ist darüber natürlich nicht gerade erfreut und arbeitet mit der Strafverfolgung zusammen. Eine Gruppe namens "Guardians of Peace" (GOP) hatte sich am im November mit einer Warnung zu einer offenbar vorangegangenen Erpressung in Verbindung mit Sony gesetzt.

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Die Deadline für eine Reaktion seitens Sony war der 24. November um 23:00 (GMT), offenbar hat sich das Unternehmen nicht daran gehalten. Es kam zum digitalen Stillstand, die firmeninternen Mailsysteme und weitere IT-Teile waren betroffen. Vorsichtshalber wurden in vielen Büros die Rechner komplett abgeschalten, beispielsweise bei Sony in Los Angeles. Die Wiederherstellung des Status Quo inklusive vertretbarer Sicherheit könne Tage bis Wochen dauern. In London hing diese Notiz an den Büros von Sony Pictures:

http://twitter.com/JamesDeanTimes/status/538253074876612608/

Ende November hieß es dann, Sony untersuche eine Verbindung des Hacks von GOP zu Nordkorea. Der für den 25. Dezember geplante Film zeige James Franco und Seth Rogen beim Interview mit dem filmischen Kim Jong-un, die später vom CIA um ein Attentat auf den nördlichen Diktator gebeten werden.

Eine Analyse eines Drohtextes der Hackergruppe GOP zeigte, dass das Text-Encoding kompatibel mit chinesischen und koreanischen Zeichen aufweist - aber Sicherheitsexperten sehen darin recht wenig Relevanz aufgrund der viel zu einfachen Ablenkung auf diesem Wege. Mir persönlich klingt diese Begründung auch eher nach Reddit-Hobbydetektiven und weniger nach InfoSec-Forensik mit tatsächlicher Bedeutung.


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