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iPhone-Dieb bekommt seinen eigenen Blog

iPhone-Dieb bekommt seinen eigenen Blog

Wer freut sich schon über ein gestohlenes iPhone? Immerhin sind moderne Smartphones die kostspieligsten Gadgets der Neuzeit, die praktisch im Jahres- oder Zweijahresturnus gekauft werden.

Wer sich nicht für eine Finanzierung per Vertrag entscheidet, blättert für gehobene Ausstattung (die sich bei Apple auf den Speicherplatz beschränkt) mehr Scheine hin, als er beispielsweise beim Kauf einer Next-Next-Gen Spielekonsole mit ein oder zwei Launchtiteln hinlegen würde.

Ein nicht sonderlich schlauer Dieb hinterlässt aber glücklicherweise Spuren. Mit aktuellen Geräten wird unweigerlich eine digitale Spur hinterlassen, die zu den eher unterbelichteten Dieben führt. Das kann beispielsweise die Facebook-App sein, die mit dem Account des Opfers aus Versehen weiterbenutzt wird. Oder der Fotostream via iCloud, der lustige Bilder vom Dieb (oftmals in Unterwäsche vor dem Spiegel posierend) weiterleitet. Besonders geekige Opfer haben vielleicht auch andere Dienste eingerichtet, die zum Ziel führen.

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Hafid kann auch richtig smooth gucken.

Wie gesagt: Nichts ist schöner als ein (Achtung Neudeutsch!) Selfpwnage-Fail-Dieb. Das stellte eine beklaute iPhone-Besitzerin fest, da sie glücklicherweise (wie ich) den automatischen Dropbox-Fotoupload aktiviert hatte. Bei einem Spanienurlaub ging das kostbare Stück abhanden und fiel einem Hafid aus Dubai in die Hände, der sich gerne selbst mit Muskelshirt fotografiert, beim Teetrinken posiert, tolle Selbstportraits schießt, amüsante Strandfotos macht und laut den Fotos eine seltsame, vermutlich weniger erfolgreiche Karriere als Junior-Modegestalter anstrebt.

Außerdem rief er tatsächlich eine Freundin der Bestohlenen mit dem vorhandenen Skype-Account an. Da kann man eigentlich nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, oder?

Hafid hat auch richtig Geschmack.

Hafid hat auch richtig Geschmack.

Der Clou an dieser Story ist wie folgt: Die Besitzerin hat (anscheinend mit der Hilfe einer zweiten Person) einen schönen kleinen Tumblr-Blog gebaut, wo wir die Abenteuer von Hafid verfolgen können. Highlights aus seinen Fotos landen dort mit kleinen Zusatztiteln, Diskussionen werden geführt, Analysen werden gezogen. Mittlerweile hat die amüsante Seite beinahe zwei Millionen Hits abbekommen und verdiente sich einige Subscriber bei Tumblr. Herrlich!


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  • IT psyquizlabor

    Karsten Herold Dieb hin Dieb her, Hetze gegen einen Menschen der durch solche massiven Aktionen quasi zum Abschuß freigegeben wird kann und darf aber auch nicht das erste Mittel der Wahl sein, denn es gibt da immer noch einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Menschen und einer kleinen Box mit der man gegen Cash etwas Fun haben kann. Ich finde es ziemlich unterirdisch wie ihr euch hier zu den besser Menschen erhebt und einmal mehr einen materiellen Schaden über die menschliche Würde stellt! ARM LEUTE,ECHT ARM!

  • matthias

    mal ernsthaft, diese aktion ist völlig ok und von einer hetze kann überhaupt nicht die rede sein. wäre es mein iphone gewesen, ständen die bilder längst sonst wo.

  • Tom

    Ohwei Karsten, talk about overreacting
    Ich glaube eher, dass Hafid dadurch zu einem sogenannten Meme für tollpatschige iPhone-Diebe geworden ist und für seine Taten höchstens auf der Straße ausgelacht wird. Ausgleichende Gerechtigkeit.
    Von Abschuss kann hier nicht die Rede sein, oder würdest Du jemandem auf die Schnauze hauen, der einer wildfremden Frau die besagte Box entrissen hat? Es ist doch bloß amüsant, dass er sich nach dem Diebstahl selbst via Dropbox entblöst, Freundinnen des Opfers via Skype anruft (mit dem Account der Besitzerin!) und das eine oder andere zu beschmunzelnde Foto schießt.
    Wer anderen eine Grube gräbt, kann auch mit ein wenig Bloßstellung leben, das hat imho wenig mit unantastbarer Würde zu tun – ich würde es genauso machen.

  • Ben Blake

    Offensichtlich ist ja nich nur der Dieb sondern auch die (ehemalige) Besitzerin blöd, Das Handy ohne Bildschirmsperre laufen zu haben…



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