Image Image Image Image

Ist Amazons Drohnen-Projekt „Prime Air“ wirklich realisierbar?

Ist Amazons Drohnen-Projekt „Prime Air“ wirklich realisierbar?

Am Sonntag sprach Amazons Chef Jeff Bezos erstmals öffentlich von seinem Traum und Vorhaben, in relativ naher Zukunft einen Drohnen-Lieferservice in die Tat umsetzen zu wollen. Die aktuelle Lieferung, bei der Postboten mit ihren Trucks die Zustellung übernehmen oder Pakete in Paketstationen abgelegt werden, soll dadurch ergänzt oder irgendwann sogar vielleicht ersetzt werden. Ein großes Ziel, das im Netz vielerorts Ablehnung fand und als Marketing-Gag abgestempelt wurde. Etwas anders betrachtet das allerdings Bill Gates.

In einem CNN-Interview spricht der Microsoft-Gründer von einem visionären Traum, den Jeff Bezos verfolgt. Er befürwortet die Idee, glaubt aber, dass Jeff Bezos eventuell etwas zu optimistisch ist. "Physikalische Produkte, die von Drohnen zugestellt werden: Ich würde sagen, dass er diesbezüglich optimistisch oder vielleicht sogar überoptimistisch ist."

Generell wird es schwierig das Projekt tatsächlich in die Tat umzusetzen, schon gar nicht weltweit und in jedem Dorf und in jeder Stadt - zumindest nicht in den nächsten 10 oder 20 Jahren. Regional, in passenden Gegenden, wird die Drohnen-Lieferung über den Luftweg aber mit ziemlich großer Sicherheit funktionieren. Wer hier noch an den Weihnachtsmann glaubt und denkt, Drohnen sind nur ein Spielzeug, der ist in meinen Augen engstirnig. Dass die Zukunft nun mal vermehrt tieffliegende Objekte beinhaltet, beweisen aktuell schon Pizza-Lieferservices in den USA und Döner-Lieferservices in Freiburg, wo bereits erste Tests stattfinden. Und das ist nur der spielerische Anfang. Auch Drohnen, die im Falle eines Unfalls mit Blutkonserven beladen zum Unfallort fliegen, gibt es bereits. Ich halte das ehrlich gesagt für sehr plausibel und extrem spannend. Notwendige Regelungen diesbezüglich werden vermutlich schneller entworfen und durchgerungen, als das für Social Media und Mobbing im Web der Fall ist - warum auch immer.

Im Fall von Amazons Vorhaben sind allerdings massenhaft Fragen zu klären. Was ist, wenn mir eine solche Drohne in der Stadt auf den Kopf fällt? Was ist mit dem Plastikbehälter, den die Drohne dem Kunden übergibt - wird er vielleicht abgeholt? Was passiert im Falle eines Verschwinden der Drohne samt Paket? Und was ist, wenn mir ein Artikel nicht gefällt, er defekt ist und ich ihn reklamieren möchte? Alles Fragen, die es natürlich zu klären gilt. In Deutschland dürfte ein ausgeweiteter Drohnen-Lieferservice ohnehin kompliziert werden. Nicht wenige werden sich vom Summen der Drohnen gestört fühlen oder gar neidisch auf den Nachbar sein, weil dieser ja sein Paket schneller bekommt.

In den Augen von Bill Gates, ist die Verwendung von Drohnen hinsichtlich medizinischer Notfälle aber noch ein Stück weit interessanter. Als Beispiel nennt er Entwicklungsländer und Gegenden, die mit kostensparenden Drohnen schneller und unkomplizierter mit Hilfsmitteln versorgt werden könnten. "Wenn wir es schaffen, die Kosten für solche Lieferungen zu senken, dann werden es nicht nur Bücher sein. Vielmehr geht es darum, medizinische Güter an schwer erreichbare Orte zu bekommen," so der Microsoft-Gründer.

Er versteht allerdings auch, dass aktuell noch nicht alle davon überzeugt sind. Es ist etwas Neues und er sei sich sicher, dass Drohnen in Zukunft eine viel größere Rolle in unserem Alltag spielen werden, als das aktuell der Fall ist und viele glauben.

http://youtu.be/6in-MZeeeGk?t=11m19s


Übrigens: Wenn Du keine Neuigkeiten, Produkt-Tests oder Artikel von uns verpassen willst, dann folge uns am besten auf Facebook oder Twitter.



Hier kannst Du Deine Meinung loswerden:



← Menü öffnen weblogit.net | Home