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Kino-Piraten bei „Gravity“ erwischt und überführt

Kino-Piraten bei „Gravity“ erwischt und überführt

Filesharing-Newsoutlet TorrentFreak berichtet von Privatermittlern der MPAA, die zwei Tage nach der Premiere vom Science-Fiction Kracher "Gravity" einen kleinen Fang machen konnten. Ihnen gingen nämlich Piraten ins Netz, die im Kino eine Aufnahme für einen sogenannten Camrip machen wollten.

Camrips sind das qualitativ minderwertigste Piraterieprodukt und werden oft ohne Stativ oder in einem verzerrenden Blickwinkel gefilmt, gelegentlich sieht man Umrisse vom Publikum oder hört die Sitznachbarn der Piraten lachen. Chromatische Aberrationen, ein schlechtes Farbbild und Unschärfen im Randbereich sind oft zu vernehmen. Das hat mittlerweile sicherlich jeder mal gesehen, ich meine sogar dass diese "Kunstform" bereits mehrfach parodiert wurde.

Das Eröffnungswochenende bei Filmen in den Staaten ist natürlich ein beliebter Moment für die Erstellung einer solchen Aufnahme. Der Camrip an sich ist in letzter Zeit nicht mehr so gefragt (wohl auch aufgrund der immer besser werdenden Qualität von Displays und Playern), gleichzeitig haben aber auch die Lieferanten mit der immer präsenteren Wache von Kinopersonal, MPAA-Leuten und sogar Kinobesuchern zu tun.

In diesem Falle wurde eine Kamera beschlagnahmt, die mit einer Schraubbefestigung (wohl für die Armlehne eines Sitzes) ausgestattet war und somit für ein schön wackelfreies Bild geliefert hätte. Mit einem Handtuch und einer Baseballkappe kaschierten die zwei Männer (48 und 49) ihr Equipment, wurden aber bei der kompletten Prozedur von den verdeckten Privatermittlern der MPAA beobachtet. Laut John Coghlan, einem Sprecher der MPAA, waren die beiden Verdächtigen bereits unter Beobachtung, es handelte sich also um keinen reinen Zufall. Beide sind aktuell dank hinterlegter Kaution auf freiem Fuß und werden dieses Kino sicher nicht noch einmal zum Filmen besuchen, wie sie es schon mehrfach getan hatten. Vor allem nicht am Launchwochenende.

Die beschlagnahmte Kamera (ABC News)

Die beschlagnahmte Kamera (ABC News)

Seit 2005 gibt es in den Staaten eine gesetzliche Richtlinie für das Strafmaß von sogenannten Cammern, beim ersten Vergehen können bereits 3 Jahre einer Gefängnisstrafe verhängt werden, für Wiederholungstäter gibt es 6 Jahre. Wohlgemerkt für das Abfilmen und Weitergeben von Kinomaterial mit einem Camcorder.

Die Kollegen bei TorrentFreak vermerken noch einen wichtigen Punkt zu "Gravity": Einen so großartigen SciFI-Actionstreifen sollte man sich schon im Kino anschauen. Garantiert nicht mit der grauenhaften Qualität eines Screeners, Telesyncs oder Camrips.


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