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Lieferdrohne: Machbar dank Liefertruck? (Video)

Lieferdrohne: Machbar dank Liefertruck? (Video)

Können Lieferdrohnen vielleicht bald früher unsere Nachbarschaften beglücken, als erwartet? Manchmal lässt sich Fortschritt am besten erreichen, wenn man einen kleinen Schritt zurückgeht und neue Technologien mit bewährter Infrastruktur kombiniert. Diese Lektion nimmt sich Amp Holdings gemeinsam mit der University of Cincinatti zu Herzen.

Amazon hat mit dem Konzept der Lieferdrohne sicherlich nicht den ersten Schritt gemacht, aber den öffentlichkeitswirksamsten Auftritt in diesem Kontext gewagt. Jeff Bezos rückte mit diesem Video die Amazon Lieferdrohne in die nähere Zukunft. Wenn jemand künftig damit tatsächlich kommerziell und im Großformat anfängt, dann hat der größte Internetversand beim ersten großen Anlauf sicherlich die Finger mit im Spiel - die Vermutung liegt nahe.

Drohne + Truck = Lieferdrohnentruck

Amp Holdings hat jetzt ein cleveres Kombinationskonzept vorgestellt: Ein hybrides Lieferfahrzeug (also partiell elektrisch angetrieben) ist besonders erschwinglich für Unternehmen, insbesondere in den eigentlichen Fahrtkosten. Die letzte Strecke bis vor die Haustür übernimmt dann zusätzlich eine HorseFly Lieferdrohne, die semi-autonome Lieferungen durchführen kann.

Somit hat die Drohne eine mobile Basis, muss erheblich weniger auf einer Strecke tragen und kann zwischendurch wieder aufgeladen werden. Bis zu 9 Kilogramm könnte so eine Drohne vom Truck bis zum Ziel bringen.

Der finale Landeanflug: Delegierbar weil gefährlich

Anders als bei den (geplanten) vollautonomen Drohnen der Konkurrenz sieht Amp das Vorhaben etwas pragmatischer: Ein menschlicher Pilot soll die letzten Teile der Strecken einer Drohne überwachen und steuern. Diese Teilautonomie könnte sich für den Anfang als sicherer und effizienter erweisen, bis unsere fliegenden Freunde über ausreichend robuste Navigationsalgorithmen verfügen um beispielsweise mit Hindernissen oder mit den Bordsensoren schwer zu analysierenden Situationen klarzukommen.

Zusteller-Pilot: Eine neue Jobbeschreibung?

In diesem Szenario wäre die Drohne eine günstige Ergänzung zum Lieferboten, der die schweren Pakete weiterhin selbst zustellt. Kleinere Päckchen und Pakete nimmt dann die Drohne mit, was den Zeitaufwand erheblich verringern kann. Der Fahrer kann jederzeit die Kontrolle über sein iPad herstellen, zu Beginn einer jeden Route wählt er über ein Satellitenbild eine geeignete Lieferzone für jede Anschrift aus.

Angesichts meiner Erfahrung mit manchen Paketzustellern (insbesondere von Hermes) sehe ich als riesigen Kostenfaktor das Training des Personals für diese synergistische und möglicherweise auch multitaskinglastige Arbeit. Manche finden noch nicht mal mein Klingelschild oder verlieren ihren Stylus-Pen für ihren Handheld innerhalb kürzester Zeit, denen gibt man dann einen Controller für eine Heavy-Duty-Drohne in die Hand? Nunja, vielleicht entsteht ja auch ein völlig neues Berufsfeld mit eigenen Anforderungen. Aber rentiert sich das dann noch für den Lieferdienst, der auf Dumpinglöhne und kaum machbare Quoten bzw. Routen für die gestressten Mitarbeiter setzt?

Ein potentielles Problem mit Satellitenbildern: Sie sind nicht immer aktuell und das könnte ein Angreifer ausnutzen. Ein anderes potentielles Problem mit der Automatisierung von Startsequenzen: Was wenn der Fahrer ungeschickt parkt und die Drohne aufgrund dessen ein Hindernis wie einen Baum erwischt? Es gibt noch viele kleine Problemfaktoren, die es bei diesem Konzept auszubügeln gilt. Insgesamt klingt die Idee aber durchaus durchführbar und weist mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger rechtliche Hürden auf, als Amazon-Drohnen, die von ihrer Basis aus einen kompletten Stadtteil durchqueren.


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