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Luxus-Uhrenmacher nicht glücklich mit Smartwatch-Piraten

Luxus-Uhrenmacher nicht glücklich mit Smartwatch-Piraten

Android Wear muss weg! Das finden jedenfalls die Unternehmen, die ihr Geld mit luxuriösen Chronographen bzw. Armbanduhren verdienen. Mit dem oftmals kostenlosen Angebot kopierter Ziffernblätter-Designs bekannter Marken können sich die erheblich günstigeren Gadgets nun schmücken, aber wie ist da die Rechtslage?

Natürlich gibt es auch einen Schutz für das intellektuelle Eigentum von Designern im Bereich der Luxus-Uhren. Firmen wie Omega, Cartier, IWC, Panerai, Tissot, Certina, Swatch, Flik Flak und Mondaine prallen nun auf den Copyright-Liberalismus von Googles Android. Wie man Google so kennt, wird es viele Monate dauern, bis dagegen etwas unternommen wird (wenn überhaupt).

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Google: Respektiere nur, wenn profitabel

Dieselbe etwas respektlose Einstellung gegenüber den Inhabern intellektueller Eigentümer á la Software sieht man bis heute auf YouTube, wo jeder Keygen für Spiele und Programme nur eine Suchanfrage entfernt ist. Auf die Rechte dieser Unternehmen trällert Google ein kleines Lied der moralischen Unbefangenheit.

Aber man wage es bloß, als kleiner YouTube-Artist auch nur eine Sekunde zu viel an geschützter Musik zu verwenden - dann greifen direkt die gesetzlich auferlegten DMCA-Mechanismen der mit den Google-Werbeeinnahmen zusammenhängenden Themenkomplexe. Copyright ist eben ein ziemlich unfaires Geschäft und in der Praxis schwieriges Konzept.

Android-Piracy

Google ist damit natürlich nicht alleine, ein Apple-Designer hat sich bekanntlich ein Uhrendesign von Mondaine geklaut und folglich durfte Cupertino 21 Millionen Dollar zahlen, um die Lizenzgebühren für die in iOS 6 verwendete Uhr zu decken. Ein sehr sehr ähnliches Design samt Logo gibt es laut TorrentFreak nun für die Moto360 auf diversen Sites im Netz.

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Die volle Kontrolle hat Google bei Android Wear also nicht über die Distribution, was meines Erachtens aber auch nicht die komplette Verantwortung erlischen lässt. Genau wie bei YouTube, wo Musik von vertraglichen Partnern erkannt wird, aber Keywords wie Crack, Keygen und "get <Softwareprodukt hier einsetzen> for free" keinerlei Grund für Alarmglocken oder Routineprüfungen sind. Android Wear hätte von einer zentralisierten Distribution für solche Skins profitiert, zumindest würde man damit keinen anderen auf die Füße treten.

Android Wear: Rolex aus dem Kaugummiautomaten

Anyway. Die Nutzer von Android Wear genießen nun bereits seit einiger Zeit das Privileg, sich ohne Probleme fast jedes berühmte und kostspielige Ziffernblatt auf die Moto360 und dergleichen klatschen zu können. Lockere 17.500 Dollar für 'ne Uhr? Nee, do it the Android way: Kostenlos.

Ähnlich gegenüber den Herstellern gefälschter Uhren ergreift nun Richemont die juristische Axt und droht mit ernsten Maßnahmen, sollten abgemahnte Anbieter nicht ihre abgepausten Kunstwerke innerhalb von 24 Stunden nach Aufforderung entfernen.

Auch wenn ich kein unkritischer Copyright-Befürworter bin und manchen Firmen keine astronomischen Margen in den Rachen werfen will: Ich kann Richemont samt Klienten verstehen.

Wenn man in ein Design eine Menge Arbeit, Erfahrung und Mühe investiert, hat man keine Lust es auf irgendeinem billigen Abklatsch von einer Uhr zu sehen. Smartwatches an sich sind eine interessante und absolut berechtigte Kreation, die ich aber in einem eigenen Rahmen sehe.

Was meint Ihr?


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  • Romka

    Also ich habe dafür kein Verständnis. Auch wenn ich mir das Ziffernblatt einer Rolex auf die Smartwacht ziehe, bleibt es weiterhin eine Motorola / LG usw. Smartpwacht und wird nicht zur Rolex. Wer eine Edle Uhr haben möchte, der wird weiterhin zur Rolex o.Ä. greifen und keine Metall-Plastik Smartwatch mit Rolex Hintergrund kaufen. Technisch gesehen handelt es sich nur um ein animiertes / interaktives Abbild des Ziffernblattes. Das Außendesign der Smartwatch verändert sich nicht sondern lediglich das digitale Abbild auf dem Display. Verwechslungsgefahr zum original Produkt ist somit also nicht gegeben. Da kann man auch gleich jeden Online Händler verklagen der in seinem Shop die angebotene Uhr groß abbildet.

  • Jayce

    Solange auf dem virtuellen Zifferblatt aber der Markenname drauf steht ist es egal ob es nur ne Smartwatch ist. Ab dann verstößt du gegen das Copyrights des Firmenlogos, Das Ziffernblatt an sich ist total egal wenn du das kopierst, solange der Markenname nicht drauf steht. Egal ob digital Copyright bleibt Copyright.



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