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Magic Leap zeigt AR-Technologie in Vorschauvideo

Magic Leap zeigt AR-Technologie in Vorschauvideo

Skepsis ist gar kein Ausdruck für die Reaktionen im Netz auf das letzte Video von Magic Leap, die mit ihrer AR-Technologie Eindruck machen möchten. Bislang schafften sie das bei Investoren auch, seit März verfügt das Unternehmen mittlerweile über die Unterstützung in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar. Eine simple Demo hinter geschlossener Tür schien die Geldgeber ganz schön umzuhauen, so konnten manche von ihnen offenbar eine AR-Kaffeetasse nicht von dem echten Gegenstück unterscheiden.

Augmented Reality existiert neben Virtual Reality und ist die kombinatorische Variante eines sehr ähnlichen Aufbaus: Wer die Hololens von Microsoft kennt, weiß dass hier das Ziel die Verschmelzung von in Echtzeit gerenderten Inhalten mit dem natürlichen Bild der Umgebung ist. Digitale Bildinhalte werden dabei typischerweise auf einen transparenten Schirm projiziert, wobei wir von Magic Leap noch keine Hardware gesehen haben.

Das ganze Thema AR könnte nicht nur für Spiele interessant sein, sondern auch für Schulungszwecke, oder irgendwann in ferner Zukunft auch mal den Monitor ablösen. Am realistischsten ist wohl der Einsatz im Entertainment-Bereich, beispielsweise bei Sportevents, Shows oder in Freizeitparks und anderen Erlebnisstätten als ergänzendes Feature. Da könnet AR wirklich von Anfang an magisch sein.

Immerhin wird Samsungs Gear VR bereits bei vielen Achterbahn-Attraktionen eingesetzt, um Virtual Reality und fantastische visuelle Welten mit der körperlichen Stimulation einer rasanten Fahrt zu verbinden. Aktuell ist es noch ein futuristisches Gimmick, das die Silicon Valley Bürger nichtsdestotrotz zuverlässig sabbern lässt.

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Magic Leap will uns virtuelle Objekte in unserer echten Welt zeigen, dazu gehören überwiegend mehr oder minder hilfreiche User Interfaces, die beispielsweise wie im Video aktuelle Mails und andere Informationen anzeigen. Außerdem gibt es organische Elemente wie die im Raum "schwebenden" Quallen als Eye Candy zu sehen, Charts mit Tiefe und Shopping mit 3D-Vorschau. Das ist alles ganz witzig, aber würde sich ein Businessman diesen AR-Helm bei seiner Arbeit aufschnallen, nur um so ein bisschen nerdigen Firlefanz sehen zu können? Das Beispiel finde ich etwas ungünstig gewählt, es dient wohl primär dem Anlocken ganz bestimmter, weiterer Investoren.

Im letzten Clip des Unternehmens, das vor zwei Tagen auf YouTube erschien, sehen wir den aktuellsten Stand der Technologie in einem durch das AR-Headset geschossenen Video. Die Microsoft Hololens ist bekanntlich eine ziemliche Spaßbremse, wenn man ihren Preis und vor allem ihr effektives Sichtfeld bedenkt. Tolle Animationen und Effekte, die Microsoft da vorführte - leider sind sie nur in einem kleinen Rechteck im natürlichen Sichtfeld zu sehen. Auch bei Magic Leap scheint das FOV (Field-of-View) einer gewissen Einschränkung zu unterliegen, wenn auch nicht ganz so heftig wie bei der Hololens. Bedenkt bei der Betrachtung des (dennoch beeindruckenden) Videos bitte, wie die gefilmte Szene aus der Sicht eines Menschen aussehen müsste. Ihr würdet natürlich wesentlich mehr vom Büro sehen, als die Kamera mit ihrer abweichenden Brennweite hier abbildet.

Ein weiteres Problem neben dem FOV sind ganz praktische Dinge wie Okklusion - sprich Verdeckung der virtuellen Objekte durch Gegenstände in der echten Welt. Nichts zerstört die AR-Illusion mehr als eine physikalisch unmögliche Überlappung von Tiefenebenen. In einem älteren Video aus dem Oktober 2015 führt Magic Leap eine angeblich unbearbeitete Aufzeichnung vor, die bei 00:12 einen Ansatz des Erfolgs verspricht:

Wie das in der Praxis mit komplexerer Geometrie als einem Tischbein aussieht, bleibt abzuwarten. Okklusion ist für einen soliden Eindruck der AR-Lösung nicht zu unterschätzen, ebenso scheint die Stabilität des Trackings noch lange nicht optimal zu sein, das projizierte Bild ist insbesondere beim neueren Video recht wackelig.


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