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Misfit Shine im Test: Fitness-Tracker als Alu-Münze

Misfit Shine im Test: Fitness-Tracker als Alu-Münze

Das Misfit Shine ist vermutlich der Fitness-Tracker mit dem größten Fokus auf Design. Anders als die Nachahmer des Nike Fuelband oder des Jawbone UP wird hier nämlich auf robustes Aluminium und dezent versteckte LEDs gesetzt. Nachdem mich das Produkt von Jawbone mehrfach durch Hardwareversagen enttäuschte, suchte ich nach einer nachhaltigen Alternative.

An der Verarbeitung und Design kann man, bis auf Geschmäcker natürlich, hier wirklich nicht meckern. Die kleine Alumünze verfügt über eine den Umfang umspannende Kerbe, die gemeinsam mit elastischem Gummizubehör die Versatilität der Befestigungsmöglichkeiten anhebt. Entweder als Armband (ideal für den Alltag und den Schlaf, zusätzliches Analog-Uhrenfeature einfach nutzbar) oder als Clip-On für die Hosentasche und den vorderen Schnürsenkelteil am Laufschuh.

Misfit Shine mit Armband

Die magnetische Befestigung mit dem Clip hält ausreichend stark, um das Shine überall zu befestigen. Beim Schwimmen (das Shine ist dank der Bauform wasserdicht und übersteht Duschen oder regelmäßige Bahnen im Schwimmbad ohne Probleme) sollte man aber die Handgelenksvariante wählen, damit der Tracker nicht flöten geht. Auch Radfahren wird mehr oder minder korrekt erkannt, auf jeden Fall genügt die Genauigkeit zum Zwecke der Motivation und Übersicht. Zwischen den diversen Befestigungsmodi konnte ich überraschenderweise sehr wenig Diskrepanz beim Laufen und Joggen feststellen, da fiel das Gerät wirklich positiv auf. Auch Aktivität auf dem Laufband (ein schwieriger Fall beim Jawbone UP) wurde wunderbar erfasst.

Lieferumfang:

  • Misfit Shine Tracker
  • viel zu viel Verpackung, aber hübsch gestaltet
  • Gummi-Clip mit Magnet
  • Gummi-Uhrenarmband
  • Spezialwerkzeug zum Öffnen/Batterie wechseln
  • Uhrenbatterie

Der Tragekomfort ist mit dem Armband hervorragend, man schwitzt überraschenderweise nicht unter dem Soft-Touch-Gummizeug und aufgrund der minimalen Auflagefläche und dem geringen Gewicht macht sich das Device kaum bemerkbar. Anfangs vergaß ich sogar oft, dass ich es überhaupt trage. Wer nicht damit auffallen möchte, steckt sich die Münze einfach in die Hosentasche oder klipst sie von innen fest. Für Fashionistas gibt es noch Uhrenarmbänder in verschiedenen Ausführungen, die aus dem Shine eine futuristische Design-Uhr machen.

misfit-shine-uebersicht

Softwareseitig bietet das Shine alles, was man grundlegend erwartet. Aufschlussreiche Daten über die eigenen Bewegungsmuster in Form von Punkten und Schritten, automatisch erkannte Aktivitätsdauer bei stärkerer Betätigung, Charts und Schlafmuster in Tief- und Leichtschlaf. Anders als bei Jawbones Produkt gibt es keine Eingabe für die Ernährung, um die verbrannten Kalorien zu bilanzieren. Mir persönlich fehlte ein solches Feature allerdings nicht.

Etwas schade aber auch durch die Stromversorgung bedingt: Kein Vibrationsalarm bzw. Schlafphasenwecker. Das Misfit Shine ist ausschließlich als Aufzeichnungsgerät für Bewegungen diverser Art und als analoge Uhr zu gebrauchen. Eine Uhrenbatterie sorgt angeblich für pi mal Daumen ein halbes Jahr an Akkulaufzeit und wird dann vollständig gewechselt. Die Batterien kommen ins Recycling, aber genaue Daten zur Ökobilanz kann ich nicht vorlegen.

Was kann man mit dem Misfit Shine nun machen?

  • Vermutungen über eigene Bewegungsmuster bzw. das Fitness-Verhalten mit tatsächlichem Wissen aus Sensordaten ergänzen
  • Sich mit Aufzeichnungen zu regelmäßigem Sport motivieren und jeden Tag ein Ziel erfüllen
  • Einsicht in die Schlafdaten bekommen und somit den eigenen Schlaf optimieren
  • Joggen, Rennen, Laufen, Gehen, Radeln, Schwimmen in Form von Punkten und Schritten festhalten und auf Tages- sowie Wochenebene vergleichen
  • Sämtliche Daten am iPhone einsehen und gegebenenfalls mit Freunden in einer sozialen Community teilen, oder sich solo motivieren

Ansonsten erfolgt der Sync mit dem iPhone oder Androiden einfach per Bluetooth, wobei das Shine möglichst nah am Device sein sollte - wie beim ersten Alurahmen-iPhone macht sich etwas Abschirmung durch das Metall bemerkbar. Wer das weiß, stört sich aber nicht weiter dran. Sonstige Bedienung im Alltag, etwa ein schneller Check des Bewegungspensums, erfolgt per Antippen mit zwei Fingern. Dann leuchtet zuerst eine radiale Indikation des erreichten Tagesziels (das per App variabel einstellbar ist) auf, danach eine Darstellung der Uhrzeit in einer Blinksequenz.

Alles in Allem ist es sehr einfach zu prüfen und zu bedienen, außerdem fast unzerstörbar. Bei einem fiesen Sturz auf Fliesenboden zog sich das Gehäuse keinerlei Macke zu, der Tracker funktioniert nach genau einem Monat Testzeit noch so wie am ersten Tag.
Preispunkt: ca. 107 Euro bei Amazon.


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Bewertung

Bauweise und Qualität der Hardware
9.5
Begleit-App (Software)
7.5
Funktionsumfang
7.5
Design
9
Motivationsfaktor
9
8.5

Empfehlung

Das Misfit Shine ist kein Schweizer Taschenmesser, aber dafür ein spezialisiertes Werkzeug zur Erfassung und Motivation der persönlichen Bewegungsmuster. Die bauliche Qualität und problemlose App (mit teilweise amüsanter Übersetzung, aber das kennen wir noch viel schlimmer) überzeugen auf ganzer Linie. Kaufen!

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