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Olympus Stylus XZ-2 im Test: DSLM-Feeling zum kleinen Preis

Olympus Stylus XZ-2 im Test: DSLM-Feeling zum kleinen Preis

Der Markt für Kompaktkameras ist umkämpft wie kaum ein anderer. Etliche Hersteller schicken von Jahr zu Jahr neue Modelle ins Rennen, die sowohl den Niedrigpreis- als auch den High-End-Bereich abdecken. Mit der Stylus XZ-2 hat Olympus im vergangenen Jahr eine dieser High-End-Kompaktkameras vorgestellt, die dem Nutzer nicht nur durch ihr Aussehen einen Hauch von DSLM-Feeling bescheren soll, sondern auch durch ihre Funktionen und ihrer Bildqualität. Zumal die XZ-2 ein schweres Erbe angetreten hat, nachdem mit der vielerorts gefeierten XZ-1 die ein oder andere Auszeichnung abgesahnt werden konnte. Vor ein paar Wochen hat mir Olympus den Nachfolger, also die XZ-2, freundlicherweise zur Verfügung gestellt, um sie in einem Test unter die Lupe nehmen zu können.

In meinem Test interessierte mich vor allem der Vergleich zu aktuellen Kompaktkameras aus dem gleichen Preissegment und ob es Olympus mit der XZ-2 geschafft hat, der XZ-1 einen würdigen Nachfolger zu präsentieren.

Optik - Aussehen & Ergonomie

Ausgepackt und erstmals in die Hände genommen fällt auf, dass die Olympus Stylus XZ-2 mit ihrem Metallgehäuse und einem Gesamtgewicht von 348 Gramm ein echter Brocken zu vergleichbaren Modellen ist. Um gut 20 Prozent hat die XZ-2 gegenüber dem Vorgänger zugelegt. Allerdings liegt sie trotz des Gewichts immer noch gut in der Hand und ist insbesondere durch ihr Metallgehäuse ein kleiner Hingucker. Zudem kann optional ein Griff auf der Vorderseite angebracht werden, der für zusätzlichen Halt sorgen soll. Ich selbst empfand diesen Zusatzgriff allerdings als nervig und verzichtete daher gerne darauf.

Die Verwendung ohne Stativ erweist sich als recht sicher und bequem, da alle Menürädchen und Knöpfe vorwiegend mit dem rechten Daumen oder Zeigefinger erreicht und bedient werden können, ohne den Griff wechseln zu müssen. Gleiches gilt für die manuelle Feinabstimmung mit dem neuen und cleveren Objektivring, der sich auf der Vorderseite der Kamera befindet. Vorzugsweise mit beiden Ring- oder Mittelfingern kann dieser Objektivring zur Feinjustierung bedient werden, während wir die Kamera bereits am Auge positioniert haben. Wenn man bei der XZ-2 etwas hervorheben muss, dann ist es dieser Objektivring, der in seiner Art definitiv DSLM-Feeling mit einer Kompaktkamera in der Hand verbreitet.

Als störend und weniger bedacht empfand ich jedoch die zwei Tragelaschen am Gehäuse der XZ-2. Diese sind aus Metall und sorgen aufgrund des Metallgehäuses somit kontinuierlich für ein metallisches Geräusch (klaggern), sofern die Kamera nicht still gehalten wird oder man mit den Fingern an diese Tragelaschen kommt. Zwar liefert Olympus die XZ-2 mit kleinen Plastikhüllen um die Metalllaschen, das verhindert aber nicht das störende Geräusch. Vor Kratzern oder unschönen Flecken schützen sie zwar, bei Videoaufnahmen sind die Tragelaschen aber auch trotz Plastikhülle zu hören. Lösung wäre hier wohl das optionale Entfernen der Tragelaschen, was allerdings nicht möglich ist, ohne sie unbrauchbar zu machen. Suboptimal wäre das dauerhafte festhalten der Laschen beim Videodreh oder das Abkleben.

Scharfer und verstellbarer Touchscreen

Der Bildschirm der XZ-2 hat sich gegenüber dem Vorgänger-Modell um einiges verbessert und löst nun mit 920.000 Subpixeln auf. Zum Vergleich: Das Display der Sony DSC-HX50 aus der gleichen Preisliga löst mit 921.600 Punkten auf. Der Touchscreen der XZ-2 misst 3-Zoll und ist berührungsempfindlich, um Eingaben mit dem Finger tätigen zu können. Ebenso neu ist der Verstellmechanismus, der das Display aufklappen lässt. Damit können dann beispielsweise Aufnahmen über Kopf geschossen werden, ohne dabei die Kamera tatsächlich in die Höhe halten zu müssen. Auch andere Perspektiven sind dank des verstellbaren Displays möglich, was in meinen Augen ein hübsches Gimmick ist.

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Fortgeschrittene Hobby-Fotografen werden sich zudem über Aufnahmen im RAW-Format freuen, um noch mehr aus den Schnappschüssen herauskitzeln zu können. Fotos stellt das Display scharf dar.

Bildqualität

Die Grundvoraussetzungen für gute und scharfe Bilder sind ausgezeichnet. Olympus hat der XZ-2 den vielerorts gelobten Truepic-VI-Prozessor spendiert, der auch in der deutlich teureren DSLM OM-D E-M5 (ab. 1.100 Euro) zum Einsatz kommt. Der CMOS-Bildsensor schießt Fotos mit 12 Megapixeln und misst 1/1,7 Zoll. Man möchte also meinen, dass mit der XZ-2 wirklich tolle Bilder geschossen werden können, oder?

Definitiv. Denn die XZ-2 stellt Strukturen nicht zu letzt aufgrund der höheren Sensorauflösung über den gesamten Brennweitenbereich fein dar. Mit fast 40 Linienpaaren pro Millimeter löst das Objektiv der XZ-2 bei Offenblende auf. Damit kann das Nachfolger-Modell der XZ-1 sogar mit aktuellen APS-C-Kameras mithalten und sie teilweise übertreffen, sofern kein zusätzliches, hochwertiges und teures Objektiv verwendet wird. Den besten Schärfegrad erreichte die XZ-2 in meinem Test bei F2,8, bei F4 ist der Verlauf der Auflösung hingegen besonders gleichmäßig. Ab F5,6 verschlechtert sich die Schärfe-Darstellung. Schuld daran sind unter anderem die Beugungseffekte, dich sich aufgrund der hohen Pixeldichte recht früh bemerkbar machen. Käufer sollten also davon absehen, über F4 zu gehen.

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Positiv ist wieder die Farbtreue und das Rauschen, dass bis ISO 800 überhaupt kein Problem darstellt. Erst ab ISO 800 treten bei der Betrachtung am Monitor beziehungsweise am PC kleine bunte Pixel auf, die als störend empfunden werden können. In der Nachbearbeitung (bspw. Photoshop) ist natürlich dennoch einiges rauszuholen, aber das ist ein anderes Fachgebiet. Bilder werden im Geschwindigkeitstest in 0,45 Sekunden im Weitwinkel geschossen, die Fokusausrichtung ist mit 0,20 Sekunden ebenfalls schnell. Mit diesen Werten muss sich die Olympus XZ-2 keineswegs vor der Konkurrenz verstecken. Die Betriebsbereitschaft, also das Einschalten der Kamera, schlägt mit 1,7 Sekunden zu Buche. Als kleines Highlight kann auch der Touchscreen für das Auslösen genutzt werden.

Fazit

Als Gesamtpaket kann die Olympus Stylus XZ-2 mit ihrem Detailgrad definitiv jeden Hobby-Fotografen zufriedenstellen, sofern Mobilität + guter Bildqualität zu einem günstigen Preis die Hauptkriterien sind. In Anbetracht, dass die XZ-2 aktuell "nur" 299 Euro kostet, liefert sie in der Praxis eine beachtliche Performance ab und hinterlässt auch bei mir ein überraschendes und bleibendes DSLM-Feeling. Während sie vor einigen Monaten noch als "überteuert" eingeschätzt wurde, ist das Preis / Leistungs Verhältnis derzeit top. Auf Reisen und für Fortgeschrittene, die auch im RAW-Format Fotos schießen wollen, ist die XZ-2 rundum eine empfehlenswerte Kompaktkamera, die auch äußerlich etwas her macht. Erhältlich ist die XZ-2 von Olympus derzeit in den Farben Weiß und Schwarz unter anderem bei Amazon.

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Bewertung

Optik & Ergonomie
8
Display / Touchscreen
8
Bildqualität
9
Konfiguration & Umfang
8.5
Preis
9.5
8.6

Beachtlich

Mit der Stylus XZ-2 hat es Olympus tatsächlich geschafft dem Vorgänger-Modell (XZ-1) einen würdigen Nachfolger zu präsentieren. Der berührungsempfindliche Bildschirm ist durch seine Schwenkbarkeit für viele verschiedene Situationen individuell verwendbar und der clevere Objektivring ermöglicht das extrem feine Justieren der Schärfe und des Fokus-Bereichs. War sie vor ein paar Monaten noch zu teuer, ist sie jetzt eine rundum zu empfehlende Kompaktkamera für preisbewusste Hobby-Fotografen.

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