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Pizzalieferservice per Helikopter? Die K-MAX Drohne

Pizzalieferservice per Helikopter? Die K-MAX Drohne

Der Star berichtet von zwei unbemannten Helikoptern des US Marine Corps in Afghanistan: Es handelt sich um Drohnen in Hubschrauberform. Diese dienen nicht der Spionage, oder dem Einsatz als Killer-Roboter. Stattdessen liefern sie Vorräte und Ladungen in für Piloten gefährliche Gebiete á la Afghanistan und werden dabei von Flettner-Doppelrotoren (ineinandergreifend) durch die Luft befördert.

Der unbemannte K-MAX Helikopter von Kaman ist die einzige Drohnenart in der US-Flotte, die Ladungen in dieser Form transportieren kann. Innerhalb der letzten 16 Monate wurden über 1000 Missionen geflogen und etwa 1,5 Millionen Kilogramm (oder 1653t) Munition, Vorräte und andere Frachtladungen mit den Drohnen transportiert. In der nichtmilitarisierten Welt wird der K-MAX zum Heli-Logging, also dem Bergen von Baumstämmen beim Abbau von Holz genutzt.

Die Flüge ermöglichten eine Reduktion in der Anzahl der benötigten Konvoys, die ansonsten über provinziale Straßen durch bomben- und minenverseuchte Gebiete gefahren wären. In der Praxis soll der Einsatz der K-MAX Drohnen sogar Geld eingespart haben - wobei hier unklar ist, ob der Anschaffungspreis in einer Art ROI-Rechnung miteingeflossen ist.

Im letzten Jahr beschloss der US-Kongress die Öffnung des Luftraums für den Einsatz von kommerziellen Drohnen, die ab 2015 den Himmel erstürmen dürfen. Die FAA prognostiziert etwa 10.000 solcher Flugobjekte bis 2020. Als Anwendungsgebiete werden beispielsweise Frachttransporte, Einsätze auf dem Bau, Rettungsmissionen in abgelegenen Gebieten und möglicherweise sogar (leicht humorvoll betont) Pizzalieferungen vorhergesagt. Für den Transport von Nahrungsmitteln wäre allerdings ein kleineres Modell bereits schon ausreichend, es sei denn es soll eine ganze Villa á la Kim Dotcom von Cateringdiensten beliefert werden.

Der kommerzielle Markt für unbemannte Flugvehikel wird von Analysten auf etwa 94 Milliarden US-Dollar, für den Zeitraum der nächsten Jahre, durchaus positiv eingeschätzt. Der K-MAX Heli dient als exemplarisches Stück, denn er beweist die Nützlichkeit von Drohnen außerhalb des militärischen Sektors. Aber das weiß die Netzgemeinde ja schon längst, immerhin sehen wir auf YouTube ständig atemberaubende Videoclips von Consumer- und Prosumer-Drohnen, Quadcoptern, Hexacoptern und anderen Fluggeräten mit GoPro-Kamera oder Spiegelreflex, die Landschaften und Tierwelten für uns aufzeichnen:

http://www.youtube.com/watch?v=3aHkNOM6TiU

Der Überwachungsaspekt wird von der US-Presse bekanntermaßen völlig unterbetont, was ein bisschen beunruhigend ist. Twitter-Accounts wie der von @Stoned_Drone, einer von Dope berauschten, fiktiven Drohne, bringen immer wieder auf sarkastische Weise die Schattenseiten von Drohnen ins Gespräch.

Stellt euch mal vor, es gäbe staatlich finanzierte Überwachungsdrohnen in Großstädten, die sämtliche Straßen mit hoher Aktivität von der Luft aus beobachten und filmen. Das ist angesichts der Möglichkeiten und westlichen Mentalität gar nicht so weit entfernt. Mit der Maneuvrierbarkeit und den heutigen Möglichkeiten von kompakten Videokameras wirkt diese Zukunftsvision doch irgendwo leicht verstörend, oder nicht?

Artikelbild: US Marine-Corps (Public Domain)


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