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Project Anarchy von Havok erschienen

Indie-Spieleentwickler auf der ganzen Welt, und natürlich die, die es noch werden wollen, dürfen sich freuen: Project Anarchy vom Havok Team ist erschienen. Die kostenlose Spieleengine ermöglicht die Entwicklung von mobilen Spielen, die auf iOS und Android landen werden. Weitere Plattformen sind gegen Aufpreis auch möglich.

Seit Dienstag kann die Entwicklerversion der Engine kostenlos heruntergeladen werden, die den kompletten Prozess der Spieleentwicklung für iOS, Android und Tizen abbilden kann. Mit dabei ist natürlich auch das komplette Kit von Havok, das die berühmte Physik-Engine, Animationstoolkits und Komponenten für die künstliche Intelligenz in Spielen umfasst. Die Vision Engine von Havok bietet überdies optisch beeindruckende Möglichkeiten für die nächste Generation mobiler Games und braucht sich nicht unbedingt vor der Unreal Engine zu verstecken. Die Beta-Version kann hier heruntergeladen und ausprobiert werden.

Die umfassenden Tools wurden bisher in großen Spielereihen und Franchises á la Skyrim, Halo, Assassin's Creed, Uncharted und Skylanders benutzt. Es handelt sich also nicht gerade um eine beliebige Billig-Engine, sondern um ein wirklich imposantes Paket für Entwickler. Eine erweiterbare C++ Architektur, Assetverwaltung, Lua-Debugging und erste Probeprojekte für den Einstieg sind nur einige der weiteren Schmankerl. Für die beliebte Unity-Engine könnte es bald eng werden, wenn dieses Projekt erst mal richtig Schwung aufnimmt.

Ein bisschen schade ist die Abwesenheit von wirklich guter Middleware wie Beast (wird für Beleuchtung genutzt und ist in Unity dabei), Scaleform und Raknet in der kostenlosen Version. Außerdem unterstützt Project Anarchy bis jetzt nur Maya und 3D Studio Max für den Import von Modellen, kein Cinema 4D und kein Blender in Sicht.

Auch kann mit der kostenlosen Version nicht für Windows, die Xbox, PS3, WiiU oder Windows Phone entwickelt werden - das ist alles den zahlenden Entwicklern vorbehalten, aber immerhin möglich. Dafür wird bei Android sowohl die Ausgabe für x86-Systeme, als auch für ARM-basierte Androiden in der Free-Version unterstützt. Die Cloth und Destruction Module von Havok sind außerdem auch nur in der Pro-Variante drin.

Die Preise für Pro sind variabel und sollten beim Sales-Team angefragt werden, hier spielen Faktoren wie das Budget und die Zielplattformen eine Rolle. Günstiger als bei der Unreal Engine von Epic, wo immerhin mal locker 25% der Nettozahlen abgeknöpft werden, kann es eigentlich nur sein. Die Engine ist also ein direkter Konkurrent zu Unity und wird sich sicherlich noch spannende Wettkämpfe leisten, zumal erstere Community bereits ordentlich Fahrt aufgenommen hat und mit jedem Update begeisterter ist.

Auch wenn es jetzt noch Kleinigkeiten zu beanstanden gibt: Wir steuern mit oder ohne Project Anarchy auf eine interessante Entwicklungsperiode im mobilen Gaming zu, die immer häufiger Core-relevante Spieltitel mit umfassendem Inhalt, spielerischer Tiefe und irgendwann auch überzeugender Grafik hervorbringen wird - so wie wir es aktuell in kleineren Zügen mit X-COM und Knights of the Old Republic auf iOS sehen.


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