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Samsung Pay toppt Apple Pay: Höhnischer Werbespot

Samsung Pay toppt Apple Pay: Höhnischer Werbespot

Die Tradition der Apple-verspottenden Werbespots von Samsung nimmt natürlich auch jetzt kein Ende, insbesondere wo die Südkoreaner stärker gegen Cupertino ankämpfen müssen. Das Samsung Galaxy Note 5 wird wegen einem Spot über Bezahlungssysteme wohl keinen potentiellen Käufer eines iPhone 6s oder iPhone 6s Plus von seinem Vorhaben abwenden, aber immerhin ist in diesem kleinen Diss-Spot ein valider Punkt zu sehen.

Wieso funktioniert Samsung Pay fast überall?

Anders als Apple Pay wird nämlich kein spezielles Terminal für die Bezahlung mit Samsung Pay benötigt, denn der Bezahldienst funktioniert mit dem MST-Standard (Magnetic Secure Transmission), der bereits weit verbreitet ist. Anstatt eine Karte durch den Magnetschlitz ziehen zu müssen, hält der Samsung Smartphonebesitzer einfach sein Gerät daneben und dem Gerät wird eine gute alte Transaktion vermittelt - ganz ohne Upgrade.

Das Smartphone baut einfach ein passendes Magnetfeld für eine kurze Zeit auf, das bis zu 7 Zentimeter weit reicht. Nachteile ergeben sich eventuell in der Sicherheit dieser Technologie, ich wittere schon die ersten Schlagzeilen in Bezug auf Missbrauch oder Proof-of-Concepts einiger Hacker. Allerdings muss der zahlende Kunde den Vorgang mit einem biometrischen Schlüssel starten, was einen Missbrauch der Transaktion unwahrscheinlich macht. Mal schauen. Um die Sicherheit von Samsung Pay kümmern sich übrigens die deutschen Damen und Herren bei Infineon. Berichten zufolge handelt es sich um hardwarebasierte Sicherheitsmechanismen, hoffentlich nicht mit einem eingebauten Fail á la Sony.

Über die hohe Kompatibilität von Samsung Pay freuen sich natürlich Ladenbesitzer, Supermarktketten und so ziemlich alle Unternehmen, die irgendwie von Endkunden ihre Zahlungen per Karte entgegennehmen. Denn Samsung Pay klappt damit auf Anhieb.

Wieso kann Apple Pay das nicht?

Apple Pay nutzt für den Datenaustausch mit dem Terminal hingegen den NFC-Standard (Near Field Communication), eine in Relation zu MST jüngere Technologie, die erst in ec-Terminals oder dergleichen nachgerüstet werden muss. Die neuen Zahlungsterminals bei REWE können das beispielsweise in der Theorie schon, wurden aber noch nicht von der Supermarktkette auf nationaler Ebene für Apple Pay freigeschalten.

Die Vorteile von Apple Pay liegen zunächst in der klaren Kommunikation der Privatsphäreangelegenheiten. Apple Pay verhindert, dass die Ladenbesitzer oder andere Institutionen die Einkaufsangewohnheiten auswerten und profilieren können. Das verärgert natürlich einige datenhungrige Großkonzerne, weswegen US-Apothekenketten teilweise bereits ihre drahtlosen Zahlterminals auf die klassische Methode umstellten. Apple trackt euch nicht, gibt keine Daten weiter und speichert auch nicht eure Daten, so das Unternehmen.

Samsung hat sich zu diesen Datentrackingfragen noch nicht geäußert, arbeitet aber beispielsweise mit VISA zusammen um ebenso nicht die eigentlichen Kartendaten weiterzugeben, sondern stattdessen einen anonymen Identifikator. Dass von Samsung keine klare Aussage dazu kommt, ist allerdings ein bisschen auffällig.

Ein weiterer Vorteil von Apple Pay ist die Geschwindigkeit und die Einfachheit des Vorgangs beim eigentlichen Zahlen. Mit dem Smartphone zu zahlen sollte mindestens so schnell sein wie die ec-Karte zu zücken - oder wenigstens schneller als die zerstreute Oma mit ihrem Berg aus Klimpergeld im Portemonnaie.

Statt wie Samsung Pay zuerst eine Kartenauswahl nach dem Entsperren, dann den Fingerscan für the Authentifizierung und schließlich die Nähe zum Terminal zu erfordern, geht bei Apple alles in einem Schritt. Das iPhone kann selbst im gesperrten Zustand mit ausgeschaltetem Display einfach kurz an ein NFC-Terminal gehalten werden, wo ihr sofort den Fingerabdruck zwecks Autorisierung scannen könnt. Und wie schnell der letztere Part mittlerweile beim iPhone 6s geht, wissen wir ja.

Apple Pay startet möglicherweise schon dieses Jahr in Deutschland, ein Termin ist nach wie vor nicht bekannt und die Hürden sind eventuell auch noch nicht überwunden. Deutsche Banken hoffen immer noch, die Kundschaft auf zweigleisige Wege zu bringen und etwas Kontrolle über die mobile Zahlungsmethode an sich reißen zu können.


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