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Sensu Brush & Stylus / Solo / Buddy Stylus im Test

Sensu Brush & Stylus / Solo / Buddy Stylus im Test

Sensu ist laut The Verge der Hersteller des besten iPad Stylus Stifts, das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nach einem Monat wiederholter Tests mit verschiedensten Apps sind wir nun bereit für das Sensu "Artist Brush & Stylus" Review. Den Test gibt es auch gleich im direkten Vergleich mit dem günstigeren "Sensu Solo" und dem "Buddy Stylus" für die MacGyver-Fraktion, die immer einen Bleistift dabei hat.

Malerei auf dem iPad kann Präzisionsarbeit sein, künstlerisch hochanspruchsvoll - oder einfach eine schöne Nachmittagsbeschäftigung mit hohem Entspannungsfaktor. Anders als auf der echten Leinwand gibt es mit dem Finger eher das Feedback einer Glasscheibe und folglich leidet die taktile Erfahrung.

Verschiedene Stylus-Systeme versuchen sich an der Simulation von angenehmeren Oberflächen und kommen mittlerweile sogar mit speziellen Bildschirmfolien für Papiertexturen daher. Sensu steckt hingegen alles in die Stiftspitze und versucht die traditionellen Medien mit dem iPad zu verheiraten, indem sie die Hardware etwas "natürlicher" wirken lassen.

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Sensu Brush & Stylus

Am "Sensu Brush & Stylus" gefällen mir diverse Faktoren, fangen wir mal mit der Verarbeitung an. Diese ist wirklich durchweg vernünftig und sorgt, wenn auch der Pinsel gelegentlich ein Haar verliert (wie im "echten Künstlerleben"), für einen tollen Ersteindruck. Der Stylus ist leichtgewichtig, schön lang für unterschiedlichste Stifthaltung und exzellente Ergonomie. In der Verpackung ist das Ding auch durchaus verschenkbar:

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Die kapazitiven Fasern lösen ab einem mittleren Druck das Touch-Event auf dem iPad aus und gleiten ohne Widerstand über das Display. Daran muss man sich erst gewöhnen, aber mit etwas Einarbeitung wird der Unterschied zum traditionellen Stylus mit gummierter Spitze klar. Freiere und ausdrucksstärkere Linien finden damit wie von alleine ihren Weg auf den Screen. Überraschenderweise leidet die Genauigkeit viel weniger, als ich erwartet hätte.

Mit ein bisschen Zoom in der extrem empfehlenswerten App "Procreate" kann mit zufriedenstellender Präzision gearbeitet werden. Zudem bietet die App interessante Dynamik-Effekte für sämtliche Werkzeuge an, die sowohl Deckkraft als auch Pinselgröße mit Geschwindigkeit oder Deckfläche modulieren können.

Somit simuliert man ein Nutzungserlebnis, das in seiner Lebhaftigkeit einem gut eingerichteten Wacom-Tablet mit Photoshop durchaus ähnelt. Die Slider für Größe und Deckkraft lassen sich nebenher mit dem Daumen der anderen Hand verstellen, während man einen Strich auf die digitale Leinwand bringt.

Procreate
Preis: 5,99 €+

Der "Sensu Brush & Stylus" Multifunktionsstift ist mein Favorit der drei Modelle, weil ich jederzeit zu einem klassischen Stylus-Pen wechseln kann und dafür die gummierte Spitze benutze, die sich im Stiftinneren verbirgt. Somit sind auch die Borsten geschützt, wenn man den Stift nicht benutzt. Großer Vorteil, denn diese sollte man nicht unnötig verschmutzen oder mechanisch in einer Tasche belasten. Insgesamt wirkt der Stylus aber so, als brächte er eine solide Langlebigkeit mit. Die Chrom-Optik ist mehr als präsentabel und ich habe trotz häufiger Standortwechsel und Transporte noch keine aus normaler Distanz sichtbaren Gebrauchsspuren darauf hinterlassen.

Fazit: Während es für das iPad noch immer keine wirklich überzeugende und zuverlässige Lösung für digitale Künstler gibt, die auch unflexible Künster begeistern kann, empfehle ich experimentierfreudigen Digitalpinslern gerne einen Versuch mit "Sensu Brush & Stylus" - im Zweifelsfalle geht das Ding halt zurück. Im Gegensatz zu den technisch aufwendigeren Lösungen mit Akku, Zusatzsensor und weiteren Gimmicks funktioniert der Stylus auf Anhieb und liegt in einem verschmerzbaren Preisbereich. Das Feeling ist definitiv eine schöne Erweiterung zum Finger oder herkömmlichen Stylus - was ihr daraus macht, hängt natürlich vom eigenen Stil und der Übung mit dem Werkzeug ab.
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Sensu Solo

Die Borsten des "Sensu Solo" sind ein bisschen weniger spitz zulaufend gestaltet und fühlen sich ein bisschen langweiliger an, wenn auch gut nutzbar und ein Upgrade im Vergleich zum klassischen Stylus für digitale Malerei. Die Borsten federn ebenso angenehm und benötigen relativ wenig Druck, bis das iPad sie als Touch-Eingabe registriert.

Der Griff besteht aus eloxiertem Aluminium und ist von hoher Qualität, wenn auch überraschend leicht für Einsteiger. Wie das kostspieligere Modell ist der Stylus-Pinsel gut ausbalanciert und auch für längere Sessions geeignet. Zum Schutz der Borsten gibt es einen Deckel aus klarem Kunststoff, dessen Anbringung allerdings manchmal Nerven kosten kann. Ihr wollt ja die teuren Borsten nicht unbedingt beschädigen, daher hätte man sich eine größere Öffnung oder bessere Lösung gewünscht.

So sehen die beiden Modelle nebeneinander aus:

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Fazit: Preislich ist der Sprung zum gehobenen Modell so verschmerzbar, dass ich den Sensu Solo im Verhältnis nicht wirklich empfehlen kann. Da sollte man wirklich lieber etwas mehr ausgeben und dafür das komplette Featurepaket mit Stylus-Spitze und Schutzkappe wählen.

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Buddy Stylus

Der Buddy Stylus ist für 5$ beim Hersteller zu haben, der allerdings leider nur USA-Adressen beliefert. Hierzulange habe ich ihn bei keinem Händler entdeckt.

Insgesamt handelt es sich hierbei um ein Gimmick ohne sinnvollen Praxisnutzen. Es ist zwar ganz witzig, einen Bleistift damit upzugraden, aber im Einsatz liefert der Buddy viel zu viel Widerstand und fühlt sich unangenehm auf dem Display an. Ebenso registriert das iPad die Eingabe mit dem Aufsatz viel zu unzuverlässig. Fazit: Spielzeug.

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