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So manipulieren Chinesen täglich den App Store von Apple

So manipulieren Chinesen täglich den App Store von Apple

Für uns schockierend, in bestimmten fernöstlichen Firmen vermutlich an der Tagesordnung: Eine Frau sitzt vor unzähligen iPhones und bewertet Apps, damit diese in den Charts nach oben klettern. Tweets mit den folgenden Bildern geisterten in den vergangenen Tagen wiederholt durch das Netz und wurden mittlerweile als glaubwürdig eingestuft.

Business ist Business

Jedem Entwickler ist bekannt, dass die Bewertungs- und Rankingsysteme sowie die Suche im Apple iTunes App Store ziemlich verbesserungswürdig sind. Die Anzahl der sogenannten Zombie-Apps ohne jegliches Publikum ist groß.

Gefunden zu werden wird immer schwieriger. Schlechte Bewertungen mit kaum nachvollziehbaren Gründen gibt es ebenso, die schwierige Kundschaft versteht nicht immer das System oder nutzt die Bewertungen als Hebel für Wunschfeatures, deren Anspruch man mit den paar Euro an Kaufpreis durchaus als erworben ansieht. Foto via @simonpang

Sweatshop für Softwarebewertungen?

Umso erboster reagiert man dann auf solche Bilder: Systematische und gewerbliche Manipulation am System, außerhalb der Reichweite von Apple und natürlich auch als Dienstleistung. Ähnlich dem gefarmten Gold in World of Warcraft oder anderen MMORPGs sitzt da eine Person, die den ganzen Tag repetive Aufgaben á la Amazon Mechanical Turk durchführt. In diesem Fall ist die Aufgabe recht degradierend und macht beim Blick auf die Fotos wohl auch nicht sonderlich viel Spaß. Kleiner Scherz: Da sind wohl übrigens die ganzen iPhone 5c Einheiten gelandet, die sich so überraschend gut verkauften.

Die Praktik der Fake App Reviews nennt sich in China "Brushing" und ist dort nicht unbekannt. Fake-Rezensionen pushen die Apps nach oben in die Charts, wo Downloads und später beispielsweise Werbeeinnahmen bei kostenlosen Apps zu lukrativen Ergebnissen führen. Abgesehen von den miesen Arbeitsbedingungen der Brusher kommen hier auch (zumindest geistig) hart arbeitende Entwickler zu Schaden.

Betrügerische Firmen wie BestReviewApp verkaufen Ratings an Entwickler und rühmen sich auch noch öffentlich mit einer erfolgreichen Fallstudie, die es bis dato auch im App Store noch zu kaufen gibt. (Hier der Link)

Hochgemogelt

Hochgemogelt

Apple muss sowieso ran: Die App-Store-Erfahrung

Eine mögliche Lösung hierfür kann und sollte von Apple kommen. Wie erwähnt stünde mal eine Überarbeitung der Rankingmechanismen und vielleicht generell ein Redesign der Präsentation im App Store an. Mir persönlich haben die Charts und die Browse-Ansichten der Kategorien selten wirklich geholfen, lediglich eine Menge gehypten Mist finde ich dort in der Regel vor.

Die Kuration durch Apple empfinde ich oft als schwer nachvollziehbar, es werden häufig Apps mit technischen oder funktionellen Mängeln gefeatured. Umsatzstärkste Apps sind meist eher ein Indikator für die erfolgreiche psychologische Ausbeutung der Kundschaft, als für Qualität. Insgesamt würde ich mich also freuen, auch mal die hochwertigen und liebevoll gemachten Underdogs im Rampenlicht zu sehen, damit ich sie nicht über externe Quellen ausgraben muss.


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