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Ubuntu Edge Smartphone bricht Crowdfunding-Rekorde, verliert trotzdem

Ubuntu Edge Smartphone bricht Crowdfunding-Rekorde, verliert trotzdem

Das Ubuntu Edge ist das ambitionierteste Smartphoneprojekt aller Zeiten, mit der mächtigsten Crowdfunding-Unterstützung aller Zeiten und ein Gerät mit eingebauter Zukunftsprognose: Den Desktop zumindest teilweise oder vollständig mit einem Hochleistungssmartphone zu ersetzen. Das gute Stück könnte nämlich sowohl Ubuntu Linux booten, als auch Google Android. Top-Hardware, hochgradig abgestimmte Software und die Erfahrung von Canonical dahinter.

Leider sieht es momentan nach einem spektakulären Crash aus, denn das Crowdfunding-Projekt auf Indiegogo schlittert immer weiter von einer realistischen Erreichbarkeit des Ziels weg: Saftige 32 Millionen US-Dollar möchte oder muss Canonical für das Projekt haben, es bleiben noch 6 Tage bis zum Schluss und sie sind "nur" bei etwa 10.466.000 US-Dollar. Hardware ist eben teuer. Wo sollen die restlichen (groben) zwei Drittel in weniger als einer Woche herkommen? Das sieht irgendwie düster aus.

Dabei ist das Projekt dermaßen spannend und wegweisend für hochperformante Poweruser-Geräte der Zukunft. Teilnehmer an der Indiegogo-Kampagne kriegen das Gerät in exklusiver Form, es wird nicht ab Start im Handel angeboten. Die Dual-Boot Struktur ist einzigartig, die angepeilte Hardware sensationell für den Preis, ein vergleichbares Produkt außerhalb jeder Mainstream-Reichweite und Rentabilität für die Konkurrenz.

Garantierte Mindestspezifikationen wären 4 GB RAM (das Doppelte vom Galaxy SIV und das Vierfache vom iPhone 5), satte 128 GB interner Speicher, volle 1280*720 Pixel auf dem Display (und eine Desktopauflösung im passenden Modus), Saphirglas als Displayschutz, Dual-LTE Antennen für weltweites Hochgeschwindigkeitsinternet unterwegs, Stereolautsprecher (alle führenden Smartphones sind mit Mono unterwegs) und ein moderner Silizium-Anoden-Akku.

Das wäre wie erwähnt das Minimum, bei rentabel verfügbaren Komponenten würde der Hersteller bis zur Produktion auch ohne Aufpreis aufstocken und prinzipiell das beste SoC mit Multikern-Prozessor zum Zeitpunkt der letzten Prototypisierung auswählen, damit die Rechenleistung auch stimmt. Außerdem wäre beim Ubuntu Edge die komplette Sensorik an Bord, die man in einen Tricorder in ein Smartphone einbauen kann: Zwei Mikrofone, Gyroskop, Accelerometer, Distanzsensor, Kompass und Barometer. USB On-The-Go und MHL wären standardmäßig aktiv.

Trotz aller Hardwareorgien soll das Gerät dennoch in ein wunderschönes, solides und schmales Gehäuse passen, das dezent mit dem Ubuntu-Logo gebrandet wäre. Mit einem Monitor verwandelt sich das Smartphone zur effektiven Arbeitsstation.

Mit Ubuntu und Linux im Allgemeinen hat sich so viel getan, dass auch ich als OS-X-Proponent mittlerweile begeistert elementary OS mobil nutze, das immerhin auf Ubuntu basiert. Mit Linux lassen sich fast alle produktiven Aufgaben (mit Ausnahme der Adobe Apps und einiger kreativer Aufgaben im audiovisuellen Bereich, die aber via Wine oder Dual-Boot machbar sind) erledigen, die heutzutage anfallen. Es geht hier also nicht um irgendein unbrauchbares Betriebssystem, das mehr Arbeit generiert, als es den User erledigen lässt.

Kann das Ubuntu Edge es noch auf den Markt schaffen? Das hängt ganz davon ab, wie sich die Business-Welt noch verhält. Mehrere Großbestellungen internationaler Konzerne mit hohen Anforderungen an die Sicherheit und Funktionalität könnten einsteigen, so munkelt man. Für den gehobenen Mittelstand gibt es auch Enterprise Bundles mit 115 Geräten á 80.000 US-Dollar. Updates für das Betriebssystem und eine vernünftige Basis wären mit Canonical auf jeden Fall garantiert.

Wer sich nicht mit Crowdfunding auskennt: Ihr könnt einen "Pledge" hinterlassen, also eine Beteiligung an dem Projekt verbindlich mit einem bestimmten Betrag abgeben und dafür ein Gerät erhalten. Wenn das Projekt nicht auf die 32 Millionen US-Dollar kommt, gibt es das Geld von Indiegogo (der Plattform) auch garantiert zurück. Also kein Risiko, aber eben Hoffnung auf ein wahnsinnig spannendes Gerät.

Ubuntu Edge auf Indiegogo bestellen
(695 US-Dollar plus Versand)


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  • Julian Mair

    Wenn ich da jetzt ein Ubuntu Edge für $695 bestellen würden, dann würde das Geld sofort abgebucht oder erst wenn das Geld beisammen ist? Wohl eher ersteres oder?

  • Tom

    Das Geld wird von Indiegogo dann bis zum Ende der Kampagne einbehalten, wobei ich nicht weiß ob sie z.B. bei Kreditkarten nur den Betrag sperren oder wirklich belasten, wobei es ja im Endeffekt auf dasselbe hinauskommt. 🙂

  • Marcel Single

    Glaub kaum das aus dem Projekt noch was wird wenn noch soviel Schotter fehlt und es nurnoch 4 Tage sind, aber ich würd mir so´n Ding aufjedenfall zulegen falls da doch was draus werden sollte. Allein schon bei den Daten läuft einem ja die Sabber aus´m Mund 😀

  • Romka

    Das Wäre DAS Smartphone schlechthin! Es gibt einen großen Markt für so ein Gerät. Schade dass es wohl so aussieht als würde die benötigte Summe nicht zusammenkommen 🙁 Ich würde es mir definitiv Kaufen. Wäre ich Millionär, würde ich die Fehlenden Millionen investieren 😀



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