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UK erwägt Knast für Dauer-Download-Piraten

UK erwägt Knast für Dauer-Download-Piraten

Nachdem die Internetzensur der UK für "die Kinder" ohne große Mühe als Kontrollmechanismus für Dissidenten, Andersdenker und Pirateriehebel für die Contentmafia enttarnt wurde, geht es nun in die nächste Runde. So verlangt der PM-Berater für intellektuelles Eigentum nun härtere Strafen für Online-Filesharer.

Gesetzesbrecher sollen ihre Internetrechte verlieren und nach wiederholter Feststellung ihrer Taten in den Knast wandern. Die Besprechung fand diese Woche im House of Commons statt.

Piraterie habe vier Knackpunkte, die es laut den Politikern anzupacken gilt: Piraterieseiten im Netz, Internetanbieter, Nutzer und Suchmaschinen. Dabei scheint die geistige Fusion zwischen der Contentmafia und der Politik mittlerweile vollständig abgeschlossen zu sein - Google wird als schuldig und untätig angesehen. Dass der Suchgigant nicht die Aufgabe der Vorabzensur als Hauptziel wahrnimmt, sorgt für Empörung.

Knast für Dauer-Downloader?

Um das Strafmaß dem der Contentpiraterie in der "echten Welt" anzupassen, fordert MP John Leech (ja, der heißt wirklich so) die Anhebung der Maximalstrafe von 2 Jahren auf 10 Jahre Haft. Ein Beispiel bildet hier Anton Vickerman, der das Serien- und Filmportal "SurfTheChannel" mit außerordentlichen Einnahmen von etwa 60.000 Euro pro Monat führte.

Unter regulären Strafsätzen für diesen Bereich hätte Vickerman nie seine nun ausgesprochenen 4 Jahre Haft bekommen. Suchmaschinen und Internetprovider sollen haftbar gemacht werden, wenn Kriminalität auf Seiten nachweisbar wäre. Außerdem sollen Haftstrafen auch für reine Konsumenten von "raubkopiertem" Material folgen, wenn sie nach mehreren Warnungen weitersaugen.

Google und die Piraterie auf YouTube

Ich sehe den gesamten Themenkomplex Piraterie als äußerst schwierig an. Einerseits schüren die unfassbaren Gehälter in Hollywood von Darsteller über Regisseur bis hin zum Agenten und der Contentmafia, die sich mit dem bloßen Herumsitzen auf Rechten/Tantiemen dumm und dämlich verdient, durchaus berechtigte Wut gegen die kulturelle Oligarchie. Tut denen der "Verlust" durch Leecher überhaupt weh? Nachweislich ist dies nicht immer der Fall.

Andererseits sollten kleine App- und Spiele-Entwickler nicht unter dem Druck der Filesharingkultur zerbröseln, während Google absolut lächerliche Schutzmaßnahmen auf YouTube implementiert. Ist Euch mal aufgefallen, dass man Keygens, Cracks und komplette Downloads auf YouTube nur melden kann, wenn man der Contentinhaber ist? Wieso sollte der fortwährende, massive Upload von Videos mit eindeutigen Keywords und Links überhaupt möglich sein?

Einige User auf der Videoplattform haben nur aufgrund dieses "Angebots" so viel Erfolg, teilweise auch mit dem Angebot von Android-Warez, es ist lächerlich! Ich denke fast, da versteckt sich Google mit Profitmotiven (massig Traffic) hinter der Maske der neutralen Beobachter und Nichtzensoren. Wer am Ende letztlich die Einbrüche bemerkt, ist der kleine Entwickler mit dem winzigen Studio - aber womöglich einem erheblich besseren Produkt als EA und Konsorten auf den Markt erbrechen.

Zensur vs. Balance

Natürlich sollte Google mit der hauseigenen Suchmaschine und der Videoplattform YouTube nicht als großer Zensor auftreten (obwohl das die Suchalgorithmen irgendwo sowieso schon tun), irgendwo wollen wir ja auch ein ungefiltertes, unparteiisches Internet.

Das Schwert ist zweischneidig: Finanziell unterprivilegierte Menschen mit großer Begabung sollten gefördert werden, Information (insbesondere Bildungsmaterialien und Tutorials) sollte ihnen kostenlos oder mit angemessenem Preis zur Verfügung stehen. Gleichzeitig muss aber auch der Urheber irgendwie ebenso angemessen vergütet werden.

Mobile Spieleentwicklung und Piraterie

Dummerweise ist es nachweislich so, dass viele kleine App-Studios erhebliche Einbußen bis hin zu 90% hinnehmen mussten, weil unsere Kultur den Gratisdownload mittlerweile im Hinterzimmer längst als akzeptabel deklariert hat. Was am Ende darunter leidet, ist die Qualität und Geschäftspolitik von Spielen, die immer aggressiver, ökonomischer und gewinnorientierter ausgerichtet sein müssen. Ansonsten könnten die kleinen Studios nicht überleben.

nerdattack

Lesenswerte Geschichte der ersten Szene-Crews bis hin zur Gegenwart.

Eine Studie im Mai 2013 offenbarte, dass mal eben 95% der Besitzer von Towelfight 2 und Quadropus Rampage (zweier Spiele) auf Android nicht gezahlt hatten - entgegen der 5% Pirateriequote auf iOS.

Ähnlich verhielt es sich mit Dead Trigger auf Android, das Spiel wurde derart oft geklaut, dass die Entwickler nicht mal einen Dollar für den ausgesprochen polierten Titel verlangen konnten. Folglich wurde das Geschäftsmodell in Freemium umgewandelt, um wenigstens über In-App-Käufe (die seltener umgangen werden) Gewinne einfahren zu können.

Spätestens wenn Leute wegen einem Dollar klauen (oder weil sie noch zu jung sind, um bequemen Zugang zu den Zahlungsmodalitäten der Stores zu haben, aber das ist eine andere Geschichte) ist klar: Das "Buy it if you like it"-Motto der Warez-Szene ist ausgestorben, als Piraterie der Mainstream wurde.

Wie sieht es bei Euch aus? Sind Euch die Produzenten von Eurem geliebten Content schnurzpiepegal, bezahlt Ihr generell alles, oder ist da irgendwo eine Mischung vorhanden? Welche alternativen gesellschaftlichen Modelle zur Vergütung von Künstlern wäre angebracht?


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