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Ultraschall im Gehirn sorgt für gute Laune, hat Potenzial für Behandlungen

Ultraschall im Gehirn sorgt für gute Laune, hat Potenzial für Behandlungen

Depressionsfrei mit Ultraschall: Eine neue Studie aus Arizona fand Zusammenhänge zwischen der Laune und transcranialem Ultraschall. Depressionen und Angststörungen sind in der westlichen Welt leider so verbreitet wie der Salzstreuer auf dem Tisch eines Diners. In den vereinigten Staaten leiden etwa 18% der Gesamtbevölkerung laut der ADAA unter den Symptomen von Angstneurosen, darunter zählen beispielsweise auch Panikattacken, soziale Störungen oder Phobien.

Bei Depressionen sind es offiziell etwa 10% der Bevölkerung in den Staaten, von der Weltbevölkerung machen die Amerikaner mit Depressionen satte 30-36% aus. Eine beliebte Behandlungsroute (bei der sich die Pharmakonzerne natürlich freuen) ist der medikamentöse Weg mit MAO-Hemmern, Antidepressiva und anderen Drogen. Selbstmedikation mit Cannabis, Alkohol oder (künstlichen) Opiaten ist auch bei nichtregistrierten Patienten mit Depressionen oder Angststörugnen weit verbreitet, was die Schattenziffer der Betroffenen vermutlich recht groß ausfallen lässt.

Andersherum leiden viele langjährige Alkohol-, MDMA- und Cannabiskonsumenten unter Depressionen, die sich im Ungleichgewicht der Neurotransmitter schleichend anbahnten und in manchen Fällen eine extensive Therapie benötigen.

Good Vibrations mit Ultraschall

Forscher der University of Arizona haben in besagter Doppelblindstudie eine neue Methode identifiziert, die für gute Laune sorgen soll: Ultraschall soll nebenwirkungsärmer als TMS (magnetische Stimulation im Schädelbereich) operieren und laut der Pilotstudie durchaus Potenzial als sichere Alternative zu anderen Behandlungen des Gemüts besitzen. Die Idee kam aus der Schmerzforschung, wo Ultraschall bereits seit längerer Zeit als positive Wirkung bei chronischen Schmerzen bekannt ist.

"I put it down and said, 'well, that's not going to work,'" he said. "And then about a minute later I started to feel like I'd had a martini."

Die Behandlung besteht im Grunde aus herkömmlichen Ultraschallgeräten, die dem Patienten an den Kopf gehalten werden. Durch Stimulation mit 2 Megahertz bei etwa 30 Sekunden können die besten Resultate erlang werden, die Patienten fühlten sich danach "leichter" und "glücklicher", der ausführende Professor sprach sogar von der Wirkung eines Martinis. Insgesamt wird die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit angehoben, während die Stimmung parallel ansteigt. Klingt nach einer guten Droge. Die finale Auswertung und Analyse der Ergebnisse der Doppelblindstudie stehen noch aus.

SUltrasoundeitens der Funktionsweise gibt es mehrere Theorien, aber keine Gewissheit. Es funktioniert einfach. Eine Vermutung besagt, dass die Neuronen in den Stimmungs-Bereichen des Gehirns durch den Ultraschall zum Feuern motiviert werden, die Aktivität in müden Bereichen wird erhöht.

Interessanterweise sind die Forscher bereits im Gespräch mit einem Hardwarehersteller namens Neurotrek, der künftig ein Gute-Laune-Ultraschallgerät in tragbarer Größe herstellen könnte, das sich Patienten einfach auf dem Kopf schnallen können. Noninvasive Gehirnstimulation klingt nach einem Killer-Feature der Nachfolger von Google Glass - ich stelle mir gerade eine Ibiza-Partyjacht mit haufenweise tanzenden, glücklichen Cyborgs vor.


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