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Und am Ende war doch alles umsonst… (Graphic Novel)

Und am Ende war doch alles umsonst… (Graphic Novel)

David Mazzuccheli's erster Graphic Novel, den er nach fast 25 Jahren der Versenkung veröffentlichte, offenbart bei jedem Lesedurchgang neue Facetten. Die unkonventionelle Optik vereint subtile Anspielungen mit Designtheorie und einem einzigartigen Humor, den es zu entdecken gilt.

Der merkwürdige (nicht nur im Namen) Asterios ist Professor der Architektur, hauptberuflich aber eher Angeber und Ästhet. Sein Gesicht erinnert an einen Falken, wir sehen ihn meist im Profil und wundern uns über sein geometrisch bizarres Aussehen. Er ist ein Papierarchitekt. Soll heißen: seine Bauwerke wurden nie gebaut, dennoch macht er mit den Konzepten eine Menge Knete.

Zu Beginn des Graphic Novels werden wir mit verschiedenen Konzepten aus der griechischen Mythologie und allgemeinen Ontologie (der Teil der Philosophie, der sich mit metaphysischen Grundfragen des Seins beschäftigt) zugeballert. Gibt es einen freien Willen? Wo ist der Zweck unserer Existenz? Gibt es irgendeine Ordnung, soll es eine geben, gibt es vielleicht eine und keine gleichzeitig? Ist Realität etwas universelles, oder hat jeder seine eigene?

Das New Yorker Apartment von Asterios wird vom Blitz getroffen. Ohne großes Drama nimmt er sein verbliebenes Geld und verlässt das Leben mit Großstadtgrandeur, er tauscht es gegen ein Leben auf dem Land. Fortan repariert Asterios kaputte Autos und wohnt bei einem Päärchen mit weitaus geringeren Ansprüchen an den analytischen Verstand. Gerade die hochesoterische Frau des Hauses sorgt für den einen oder anderen Lacher.

Kern der Story ist dabei unter anderem die Beziehung zu Hanna, einem komplett gegensätzlichen Mädchen mit japanischen Wurzeln. Asterios sieht stets die hedonistischen und materiellen Werte, sie ist ein absoluter Gefühlsmensch und hoffunungslose Romantikerin. Dennoch kommt es zur Trennung, bis die beiden nach einer Phase der Transformation (auf Asterios' Seite) wieder zueinander finden.

Die Illustrationen sehen auf den ersten Blick total merkwürdig aus und sind vielleicht sogar eher abschreckend für die meisten potentiellen Leser. Wenn man jedoch erst mal "drin" ist, zeigen sich die Vorteile dieses Stils sehr schnell. Wer ein Gefühl für subtile Nuancen oder auch metaphorische Holzhammer hat, sollte hier hereinschauen. Alle anderen finden in Asterios Polyp eine sehr unterhaltsame Geschichte mit den Fragen, die uns alle bewegen.

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