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US-Spion undercover beim Chaos Computer Club

US-Spion undercover beim Chaos Computer Club

Eigentlich dürfte es nicht sonderlich überraschen, dass das US-Militär seine Agenten offenbar auch nach Deutschland schickte, um den Chaos Computer Club zu spionieren. Bestätigt hat das nun ein beteiligter Zeuge, der vor Gericht im Prozess gegen Whistleblower Manning (bzw. Chelsea Manning) aussagte.

Unter anderem berichtet aktuell die Süddeutsche Zeitung, dass Matthew H. in den Jahren von 2006 bis 2010 in Stuttgart stationiert war. Sein Zuständigkeitsbereich lag in dieser Zeit vor allem in der IT-Sicherheit. Dazu zählten wohl auch diverse Besuche von Konferenzen, beispielsweise die des Chaos Computer Clubs. Laut den Aussagen von Matthew H. sei der besuch des Chaos Communication Congress in jener Zeit sogar Pflicht gewesen, gleichzeitig sollte er Informationen sammeln und übermitteln.

Julian-AssangeInteressanterweise wurden viele Informationen zu einem Zeitpunkt gesammelt, als die Whistleblower-Website Wikileaks noch kein übermäßig großes Medieninteresse erfuhr. Auf einem Kongress in Berlin im Jahr 2009 sprachen unter anderem Wikileaks-Gründer Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg. In einem Vortrag über die Enthüllungsplattform warben beide Personen schon damals intensiv für ihr Projekt, so Matthew H. Demnach war dem US-Militär früh klar, welche Gefahr die Plattform für die USA darstellen könnte, obwohl der Kongress Monate vor den ersten großen Enthüllungen stattfand, so Matthew H.

In einem Abschlussbericht soll der US-Spion letztlich seine Erfahrungen und gewonnenen Eindrücke zusammengefasst haben. Ein Hauch von "anarchische Philosophie" würden die Treffen des CCC verfolgen, so berichtete es der Zeuge in dem Prozess, in dem Manning mittlerweile zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Dadurch seien diese "neutralen" Plattformen und Veranstaltungen insbesondere auch für Terroristen interessant, wodurch letztlich Sicherheitsprobleme entstehen könnten.

Da derartige Machenschaften hierzulande jedoch illegal sind, soll der Wikileaks-Gründer Julian Assange von der ecuadorianischen Botschaft aus Strafanzeige eingereicht haben. Diese soll wohl bei der Bundesanwaltschaft vorliegen, so unter anderem der TV-Sender NDR.


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