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Das Labor unter der Haut: i-IronIC Biosensor

Das Labor unter der Haut: i-IronIC Biosensor

Ein implantierbares Labor soll künftig die Blutabnahme einfacher machen: Der i-IronIC Bio-Sensor ist die nächste Stufe der Patientenüberwachung.

Blutabnahme ist nicht jedermanns Sache, schon gar nicht wenn sie häufig sein muss und im schlimmsten Fall auch noch von unerfahrenem oder genervtem Personal in einem Krankenhaus durchgeführt wird. Aber Unbequemlichkeit oder überarbeitetes Krankenhauspersonal sind noch nicht mal die größten Probleme: Die Blutabnahme ist eigentlich ein Anachronismus in unserer heutigen Zeit. Während an der Börse bereits Hochleistungsalgorithmen ihr Werk verrichten und wir konstante Datenströme unserer Freunde und Bekannten permanent in unserem Smartphone abrufen können - wandert das Blut erst mal langwierig ins Labor und muss dort analysiert werden, meist in der Warteschlange mit dutzenden anderer Proben. Echt-Zeit-Daten gibt es hier nicht, nur einen Schnappschuss, der zum Zeitpunkt der Rückkehr der Analyse schon wieder etwas angestaubt ist.

Abhilfe sucht nun ein interdisziplinäres Team aus Lausanne, der Schweiz. An der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne wird nach implantierbaren drahtlosen Biosensoren geforscht, die sozusagen ein Miniaturlabor auf 15 Millimeter Länge und 2,2 Millimeter Länge (und Breite) mit Bluetooth-Anbindung zu einem Smartphone entwickelt haben. Auf der Design, Automation and Test in Europe (DATE) Konferenz in Grenoble habe das Team um De Micheli und Carrara neue Fortschritte an ihrem i-IronIC Biosensorsystem vorgestellt, so IEEE.

Fünf anpassbare Sensoren holen sich regelmäßig Informationen Biodaten, außerdem sind ein Temperatursensor und eine pH-Elektrode dabei. Aktuelle Fokuspunkte sind Werte für Glukose, Laktat, Glutamat und ATP (Adenosin-Triphosphat), aber weitere Stoffe sollen und können mit spezialisierten Elektroden gemessen werden. Aktuell bleiben die Mess-Elektroden bis zu einem Monat lang aktiv und sind mit Chitosan (einem antibakteriell wirkenden, langkettigen Zucker) beschichtet. Die chemischen Reaktionen im Körper lassen sich mit den Elektroden in Form von Elektrizität messen.

Die aktuelle Präsentation auf der DATE 2013 konzentrierte sich auf die Möglichkeiten für die Stromversorgung des Chips, denn die Daten werden schließlich auch vor Ort von einem Mikroprozessor verarbeitet und interpretiert, bevor sie via Bluetooth weitergesandt werden. Der nötige Saft könnte entweder von einer Stromquelle kommen, die gemeinsam mit dem Sensor implantiert wird, über ein externes Power Pack mit einem Kabel befeuert werden oder in einem dritten, noch unentwickelten Weg, drahtlos mit Saft versorgt werden. Stromkabel mit externen Stromquellen tragen natürlich ihre eigenen Risiken, während implantierte Stromquellen jedes mal chirurgisch gewechselt werden müssen. Induktion wäre eine mögliche Lösung für das Problem, so die Forscher. Erste Tests mit einem Steak zeigten sich recht effektiv, der größte Stromfresser sei bisher die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone.

Würdet ihr Euch einen Chip für medizinische Zwecke implantieren lassen, vorausgesetzt ihr (und das medizinische Personal) bekommt dadurch präzisere Ergebnisse und einen besseren Behandlungsverlauf?


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