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Die besten Stehtisch-Aufsätze fürs Büro

Aktualisiert am 7. August 2018

Seit mittlerweile fünf Jahren gehöre ich zur Steh-Sitz-Fraktion im Büro. Und ich bereue es keine Sekunde. Damals hatte ich mich nur langsam an das Thema herangetraut. Nach und nach bekam ich jedoch ein Gefühl, mit welchem Equipment es mir am Arbeitsplatz am leichtesten fällt mich zum Stehen aufzuraffen und es langfristig durchzuziehen.

Mir war klar, dass sehr langes Stehen an einem Fleck ebenso schädlich ist, wie langes Sitzen. Daher musste es eine Hybrid-Lösung sein, die mir den entspannten Wechsel zwischen sitzen und stehen erlaubt. Ein reiner Stehtisch war daher schnell keine Option.

Dasselbe empfehle ich auch dir. Solltest du noch keine Erfahrungen mit diesem Thema haben und bisher sitzend deine Arbeit verrichtet haben, wird der Wechsel zum stehend arbeiten sowieso ein hartes Geduldsspiel und Disziplin erfordern. Deine Muskulatur muss sich unter anderem erst wieder an das Stehen gewöhnen.

Mit einem Stehtisch-Aufsatz kriegst du den Wechsel gut hin. Genauso gut eignet sich aber auch ein Sitz-Stehtisch mit Höhenverstellbarkeit. Das ist im Grunde egal. Der Aufsatz hat jedoch den Vorteil, dass du flexibel bleibst was den Arbeitsort angeht. Und natürlich sparst du eine ganze Ecke Geld, da ein Aufsatz deutlich günstiger in der Anschaffung ist.

1. VARIDESK Pro Plus 48 & 36 für ein bis zwei Monitore mit stabilem Stand

Mein Testsieger kommt aus den Niederlanden. Was mich weniger verwundert, denn bei unseren Nachbarn ist das Sit-Stand-Working deutlich verbreiteter als hierzulande in Deutschland. Was vielleicht aber auch daran liegt, dass die Niederländer ein bisschen mehr auf ihre Gesundheit achten. Zumindest scheint es so.

Den VARIDESK Pro Plus Aufsatz hatte ich erstmals 2015 im Einsatz. Damals noch zu Testzwecken über mehrere Monate. Aus mehreren Monate wurden mehrere Jahre. Denn ich nutze ihn immer noch sehr gern.

Allerdings habe ich das Modell gewechselt. Der "Pro Plus 36" war mir auf Dauer etwas zu klein, daher verkaufte ich ihn zu einem fairen Preis an einen Freund und besorgte mir den deutlich größeren "Pro Plus 48", der gerade mal 50 Euro mehr kostet.

Sowohl der kleinere 36er als auch der größere 48er haben für mich mehrere entscheidende Vorteile. Einer der wichtigsten ist ganz klar die robuste Bauweise. Ich kann es nicht leiden, an einem instabilen Gebilde mehrere Stunden am Tag verbringen zu müssen. Nervige Geräusche, die mich ablenken oder mir Angst machen, wenn ich mal etwas fester in die Tasten haue. Ein stabiler Stand ist daher für mich enorm wichtig.

Hier ist der Pro Plus auch tatsächlich Pro Plus. Das trifft vor allem dann zu, wenn du wie ich einen schweren, großen 27 Zöller verwendest oder dir sogar zwei Monitore auf den Pro Plus stellen möchtest. Ich nutze parallel das MacBook Pro sehr gerne, um flexibel zu sein. Das klappt auf dem großen Pro Plus 48 besser. Auf dem kleinen 36iger Pro Plus ist dagegen nur Platz für entweder einen großen Monitor und zwei Musikboxen ODER zwei kleine Monitore.

Maße der Varidesk Pro Plus Modelle:

Toll ist auch der gefederte Hebemechanismus. Trotz seiner Traglast von beachtlichen bis zu 20 Kilo, gelingt das Aufstellen des gesamten Aufsatzes quasi ohne dafür Kraft aufwenden zu müssen innerhalb von knapp 3 Sekunden. Es müssen lediglich zwei Schalter links und rechts gleichzeitig gedrückt und der Aufsatz aufgezogen werden. Super nice!

Weitere nennenswerte Vorteile sind die Flexibilität im täglichen Einsatz, da insgesamt 11 verschiedene Positionen möglich sind. So lässt sich der Varidesk Pro Plus zum Beispiel auch mit einem Steh-Sitz-Stuhl wie dem Muvman nutzen (sehr tolles Teil!), um zwischendurch hin und wieder die Gelenke entlasten zu können, ohne sich hinsetzen zu müssen.

Richtig klasse ist aber auch der Aufbau. Denn es ist gar keiner notwendig. Der Postbote bringt das Teil fertig montiert nach Hause, wodurch es direkt einsatzfähig ist.

In Summe ist der Varidesk Pro Plus (egal ob 36 oder 48 Version) eine klare Empfehlung und zurecht der Testsieger. Ein wirkliches Manko gibt es von meiner Seite nicht. Es macht Spaß mit dem Pro Plus zu arbeiten und ich fühle mich sicher. Qualitätstechnisch gibt es zwischen dem pro Plus 36 und 48 keine Unterschiede. Lediglich die Maße unterscheiden sich, wodurch der 48iger deutlich mehr Platz bietet. Mit derzeit 425 Euro (36iger) und 485 Euro (48iger) ist der Preis des Varidesk Pro Plus der Qualität angemessen.

Bonus-Tipp:

Ich empfehle die Nutzung einer Bodenmatte, wodurch gerade zu Beginn der Umstieg auf häufiges Stehen erleichtert wird. Zudem beugt sie Gelenkproblemen vor.

2. STANDSOME - Der Stehtisch-Aufsatz für modernes, umweltbewusstes Arbeiten im flexiblen Büro

Ehrlich. Ich steh auf die Idee, aus Holz einen Stehtisch-Aufsatz zu basteln. Ich hab ihn schon vor Augen. Aus Nussbaumholz soll er sein. Und super easy falten lassen soll er sich, damit ich meinen Arbeitsplatz flexibel wählen kann. Wow, das wird nice! Nur gehöre ich nicht zu denen, die so eine tolle Vorstellung auch ansehnlich in die Tat umsetzen könnten. Glaube ich.

Die Kollegen von STANDSOME haben in dieser Hinsicht weitaus mehr Ahnung als ich. Daher überlasse ich ihnen das Feld und verliebe mich lieber in ihre Produkte, während ich auf der Terrasse in der Sonne einen Espresso genieße!

Mit dem Standsome SLIM und Standsome DOUBLE haben sie nämlich zwei super schlichte und wie ich finde, mega ansehnliche Stehtisch-Aufsätze aus Holz in ihrem Portfolio. Sie bestehen lediglich aus zwei ineinander verkeilten Holzplatten sowie einem (SLIM) oder einem doppelten Arbeitsplatz (DOUBLE). Darauf lässt sich ein Macbook oder jedes andere Notebook in einer Höhe abstellen, die ein Arbeiten im stehen möglich macht.

Dadurch, dass der Standsome Aufsatz nur etwa 6,5 Kilo wiegt, kann ich ihn super easy von einen Ort zum anderen transportieren. Das ist mit dem Varidesk Pro Plus zwar auch möglich, aber nicht in diesen Dimensionen. Der Standsome Aufsatz eignet sich daher vor allem für alle flexiblen Notebook oder iPad Pro Nutzer, die gerne mal im Garten, auf der Terrasse oder sonst wo (z.B. auf Reisen als digitaler Nomade) im Stehen ihre Kreativität ankurbeln möchten. Mit einer Größe von knapp 60 x 70 cm passt der Aufsatz aus Holz zusammengeklappt (8 cm Dick) allerdings nur in sehr große Reisekoffer.

In der Regel sollte der Standsome SLIM ausreichen, da er sowieso mehr für Notebook-Nutzer gedacht ist und es keine zweite Auflagefläche für eine Tastatur und Maus braucht. Mit derzeit knapp 185 Euro ist der Preis wie ich finde ein guter. Wenn ich so etwas selber bauen würde, müsste ich allein für das Werkzeug diesen Betrag hinlegen. Vermutlich.

3. Yo-Yo Desk 90 & 120 - Stehtisch-Aufsatz mit viel Platz für Monitore & Notebooks

Kommen wir zu Platz 3. Mit dem Yo-Yo Desk ordnet sich an dritter Stelle ein Stehtisch-Aufsatz ein, der ebenso wie der Varidesk Pro Plus eine umfangreiche Komplettlösung für das Arbeiten im Stehen darstellt. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Yo-Yo Desk noch etwas mehr Platz bietet und eine Ecke günstiger ist.

Eigentlich alles Gründe, die ihn zum potentiellen Testsieger machen. Oder?

Nicht ganz!

Für mich hat er einen kleinen, aber entscheidenden Nachteil. Übrigens denselben, wie ihn viele andere Aufsätze auch besitzen: Sie sind leider nicht für das Arbeiten im Sitzen konzipiert. Aufgrund seiner Konstruktion! Wobei ich beim Yo-Yo Desk kein allzu hartes Urteil fällen kann und will, da er sich insgesamt und qualitativ auf einem sehr hohen Level befindet. Und es deshalb unfair wäre.

Trotzdem ist das Arbeiten im Sitzen, wenn ich mich schon für einen Stehtisch-Aufsatz entscheide, hin und wieder sehr wichtig.

Der Yo-Yo Desk besitzt eine rechteckige Arbeitsplatte und zusätzlich eine Ablage für Tastatur und Maus. So schön. So gut. Im Sitzen jedoch ist die rechteckige Form der Arbeitsplatte unvorteilhaft, da ich beim Schreiben mit den Händen teilweise an die Kante der Platte stoße. Schuld daran ist die überhängende Ablage für die Tastatur. Dies ist zwar mittels zwei Schnellschrauben einfach abnehmbar. Nervig ist das aber trotzdem und erfordert jedes Mal einen zusätzlichen Handgriff, der einfach überflüssig ist.

Man kann die Tastaturablage zwar auch einfach dran lassen, wirklich schön und angenehm ist das beim Arbeiten im Sitzen meiner Meinung aber nicht. Sie stört. Auch weil man zu weit vom Tisch entfernt sitzt und dadurch ein komisches Gefühl entsteht. Geht aber vielleicht nur mir so und kann bei dir schon ganz anders sein!

Die Maße des Yo-Yo Desk:

Qualitativ ist der Yo-Yo Desk wie angesprochen sehr gut. Er wackelt nicht, macht keine Geräusche beim Schreiben und der Hebemechanismus ist ebenso wie beim Varidesk dank zweier Gasdruckfedern super easy zu handeln. Wer richtig viel Platz als Ablage braucht, zum Beispiel für 5 Kaffeetassen und zwei Kuchenstücke, greift definitiv lieber zum Yo-Yo Desk. Die Arbeitsplatte ist riesig und hat eine Menge Freiraum zu bieten.

Ich für meinen Teil mag es lieber sportlich, ergonomisch, durchdacht. Daher "nur" Platz 3.

Immerhin reden wir hier aber von einem Premium-Aufsatz, der mindestens 100 Euro günstiger im Vergleich zum Varidesk Pro Plus ist! Wer also sowieso mehr im Stehen arbeiten möchte und glaubt, dass die Tastaturablage nicht nervt, darf gerne zum Yo-Yo Desk greifen. Für die gesparten 100 Euro ist dann wenigstens noch eine gescheite Bodenmatte gegen zu schnelles Ermüden der Muskulatur und Gelenke von Varidesk drin.

BONUS-TIPP

Ein Punkt, den ich anfangs leider unterschätzt hatte, ist das Ermüden des Körpers. Für jemanden, der gerade frisch in dieses Thema einsteigt, ist die Sache natürlich schnell klar. Verliere ich die Lust, weil mir alles weh tut, dann ist die Chance groß, aufzugeben und doch wieder den Rücken buckelig zu sitzen. Soweit sollte es nicht kommen!

Ich empfehle das Verwenden einer Bodenmatte! Sie sollte nicht allzu dünn sein, sondern sollte wirklich eine absorbierende Eigenschaft haben. Bodenmatten werden vor allem in Industrieberufen verwendet, wo Techniker stundenlang an den Maschinen stehen und ihre Arbeit verrichten. Um Ermüdungen und späteren Gelenkproblemen vorzubeugen, spendieren die Arbeitgeber solche Bodenmatten.

Sie muss nicht sonderlich groß sein, sollte aber einen festen Stand ermöglichen. Zu weich darf sie nicht sein. Einfach eine Yogamatte hinlegen wäre also weniger sinnvoll. Auch wenn es schwer fällt: Jeder Euro ist hier sinnvoll investiert. Gute Matten haben eine hohe Dichte und sind dadurch teurer in der Herstellung. Varidesk hat eine gute Matte zum verschmerzbaren Preis, es gibt aber auch andere, die ebenso zu empfehlen sind. Allerdings teurer.

Zusätzliche empfehle ich unseren umfangreichen Testbericht zum Varidesk Pro Plus.

Lesenswert sind aber auch die Artikel zum Langzeittest des Muvman, einem Steh-Sitz-Stuhl.

Oder der Artikel zum Swopper, einem neuartigen Hocker für dynamisches Sitzen.

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