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Mars-Rover „Curiosity“ Selbstportrait: Von Aliens geknipst?

Mars-Rover „Curiosity“ Selbstportrait: Von Aliens geknipst?

Dieses Foto lässt Mondlandungsskeptiker jubeln: Es sieht fast so aus, als hätte der Mars Rover "Curiosity" das Selbstportrait nicht selbst geschossen. Immerhin ist kein Roboter-Schwenkarm im Bild zu sehen, wer hat also das Bild gemacht? Ist das der Beweis für intelligentes Leben auf dem Mars? Oder funkt ein älteres Mars-Projekt nun doch wieder, welches das hochauflösende Bild für "Curiosity" aufnahm?

So ähnlich wie bei Google's Photosphere kombiniert der MAHLI (Mars Hand Lens Imager) insgesamt 64 Einzelbilder zu einem großen Kompositbild mit räumlicher Krümmung.

Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr im oberen Drittel auch einen ganz dezenten Farbsaum erkennen, der die Technik ein wenig verrät.

 

curiosity-rover

Das Selbstportrait des Curiosity Rovers

 

Aber wie erklärt dieser Umstand nun den fehlenden Fotografen? Es ist so: Der Mars Hand Lens Imager ist dank der diversen möglichen Drehungen und Ausrichtungen der Kamera samt Roboter-Arm nicht im Bild zu sehen, weil er tatsächlich nicht auf den jeweiligen Bildausschnitten zu sehen war.

Wir sehen also eine zusammengesetzte Aufnahme (ein bisschen wie ein Foto-Mosaik) aus verschiedenen Momenten, die in Summe den Kameraarm verschwinden lässt. Der Kamera-Arm funktioniert übrigens so ähnlich wie unser menschliches Modell - zwei lange Segmente (auch Unterarm und Oberarm) genannt werden mit einem Ellbogengelenk verbunden. Das Schulterstück erlaubt Hebung, Senkung und Rotation.

mosaik-vorher

Auf dem Bild befindet sich der Rover auf einem flachen Felsstück namens "John Klein" im Yellowknife Bay - gleichzeitig wird dies auch die erste Bohr-Location für unseren Marsroboter werden. Mittlerweile dürften die Bohrarbeiten in Gange sein und Curiosity wird erste detaillierte Proben sammeln.

Mittwoch fand ein erster Mini-Bohr-Test statt, wo etwa 2 Zentimeter tief in das Gestein des Planeten Mars gebohrt wurde. Die Vorab-Analyse der dabei erhalteten Staubprobe wies auf eine oder mehrere feuchte Epochen in dieser Region des Planeten hin.

Da Curiosity praktisch ein fahrendes Labor mit Bohrwerkzeug, Kamera und diversen Analysemitteln (insgesamt sind es 10 Instrumente) ist, sollen diese Proben natürlich nun auch weiteren Schlussfolgerungen über die Umweltfaktoren in der Vergangenheit und Gegenwart des roten Planeten dienen.

Die erste richtige Bohrung von Curiosity wird übrigens auch die erste richtige Bohrung auf dem Mars sein. In den nächsten 2 Jahren soll vor allem erforscht werden, ob der rote Planet im Areal des Gale Kraters jemals die nötigen Parameter für mikrobielle Lebensformen bieten konnte.

bohrmaterial

Die Marssonde HiRISE schoss übrigens ein Farbfoto von Curiosity auf der Planetenoberfläche - quasi aus der Vogelperspektive des Weltalls.

Ich finde es nach wie vor bemerkenswert, dass wir ein 899 Kilogramm schweres Fahrzeug mit RTG Stromquelle und mobilem Laborequipment auf einem etwa 225 Millionen Kilometer (je nach Stand der Umlaufbahn sind es zwischen 54,6 und 401 Millionen) entfernten Planeten abgesetzt haben, ohne es dabei zu zerstören, und damit jetzt gemütlich unseren planetaren Nachbarn erkunden und anbohren.

vogelperspektive

NASA, NASA, via Planetary (Bilder: NASA & JPL Caltech)


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  • lordkepel

    was bin ich froh, dass die Nasa endlich die Kamera hat bauen lassen, die sich selbst fotografiert! Das ist wie ein Auge, dass sich selber von außen ansehen kann! Da wär doch das komplizierte Bildmosaik nicht nötig, das ja nur den Kamera-Arm im Bild ausblenden kann…..

  • Tom

    Ich bin auch völlig dagegen, dass historische Momente der Raumfahrt auf eine interessante Art und Weise festgehalten werden. Vor allem wenn Arm und Kamera völlig unabhängig von der Selbstportraitfähigkeit entwickelt wurden. 😉



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