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Sony Xperia ion im Test: Trotz scharfem Display kein Spitzen-Smartphone

Sony Xperia ion im Test: Trotz scharfem Display kein Spitzen-Smartphone

Nahezu sämtliche Smartphone-Hersteller haben noch rechtzeitig zum wirtschaftlich starken Weihnachtsquartal ihre neuen Geräte präsentiert und auf den Markt gebracht. Ebenfalls dabei sind Sony, die ihre neue Xperia-Reihe bereits im Sommer nach Deutschland brachte. Eines davon ist das mit einer 12 Megapixel-Kamera und einem ziemlich scharfen Display ausgestattete Xperia ion. Wir haben uns das erste LTE-Smartphone von Sony mit Abitionen zum Spitzen-Smartphone einmal geschnappt und unter die Lupe genommen.

Auf dem Papier kann sich die Ausstattung des Xperia ion teilweise sehen lassen. So besitzt es einen Dual-Core Snapdragon S3 MSM8260 System-on-a-Chip von Qualcomm mit einer Taktfrequenz von 1,5 GHz pro CPU-Kern und eine Adreno 220 GPU. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf akzeptable 1 GB und der fest verbaute Akku kommt auf 1900 mAh. Das wohl größte Highlight des Xperia ion ist das superscharfe HD-Display. Das 4,6 Zoll große TFT LCD-Panel löst mit 1280 x 720 Pixeln auf und kommt auf beeindruckende 323 ppi. Somit kann das Sony-Smartphone sogar mit den Premium-Modellen der Branche wie dem iPhone 5 mithalten, welches auf eine Pixeldichte pro Zoll (ppi) von 326 kommt. Die Helligkeit ist mit 525 cd/m² höher als beim Großteil der Konkurrenz. Lediglich die Farbsättigung kann dann doch nicht mit diversen Spitzen-Modellen mithalten und hätte etwas farbenfroher ausfallen können.

Ein prachtvoller Androide

Mit seinem großen LCD-Display und einer stolzen Dicke von 12 Millimetern gehört das Xperia ion nicht zu den Flachmännern in seiner Preisklasse. Während vergleichbare Modelle wie das Samsung Galaxy S3 bereits früher hierzulande auf den Markt kamen, welches mit einem Gesamtgewicht von 132 Gramm auskommt, wiegt das Sony-Gerät mit 145 Gramm doch recht viel. Auch entspricht die erwähnte Dicke des Gehäuses nicht einem Spitzenmodell. Direkte Konkurrenten wie das HTC One X und auch das Galaxy S3 gehören mit ihren 9 Millimetern Dicke zu den dünnsten Androiden auf dem Markt. Positiv ist hingegen die Verarbeitung sowie die verwendeten Materialien. Hier setzt Sony zum Großteil auf Aluminium im Backcover. Am Kopf- und im Fußteil des Xperia ion's wurde Kunststoff verwendet, was auch notwendig war, da Aluminium die verbaute Antenne an dieser Stelle stören würde.

Das eingesetzte Metall lässt das Gerät natürlich insgesamt etwas edler aussehen. Weniger vorteilhaft ist jedoch, dass Sony sich in diesem Fall für eine gebogene Rückseite entschiedenen hat. Diese sorgt zwar für eine außerordentlich gute Ergonomie und einem sehr angenehmen Liegen in der Handfläche, doch auf einer flachen Oberfläche, wie dem Tisch, verhält sich das Xperia ion wie eine Wippe auf dem Spielplatz. Problematisch wird das vor allem dann, wenn das Gerät beispielsweise auf dem Schreibtisch liegt. Der Nutzer möchte eine Mail schreiben, ohne das Gerät in die Hand zu nehmen - durch die Form wird dieses Vorhaben zur Wackelpartie.

Alles in allem hat sich Sony hier jedoch Mühe gegeben, ein sportliches Gerät zu entwerfen und zu bauen. Die eingesetzten Materialen sprechen jeden möglichen Kunden an und sind zudem gut verarbeitet. Trotz der recht großen Dicke von 12 Millimetern und der in einzelnen Situationen unvorteilhaften Rückseite gehört das Xperia ion zu den schönsten Androiden auf dem Markt.

Leistung ausreichend, kann mit der Spitze jedoch nicht mithalten

Bei dem Xperia ion handelt es sich um ein aktuell knapp 420,- Euro teures Android-Smartphone, welches laut Sony für höchste Schnelligkeit beim Surfen, Filme schauen, Apps spielen und fotografieren sorgt. Erstmals vorgestellt wurde das Gerät Anfang 2012 auf der CES in Las Vegas, kurz darauf auch auf dem MWC in Barcelona für den europäischen Markt präsentiert. Bis zum eigentlichen Release verging jedoch noch einmal über ein halbes Jahr und rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft liegt es nun in den Regalen. Ein Großteil der Konkurrenz hat währenddessen bereits ihre neuen Geräte auf der IFA oder auf separaten Events vorgestellt. Beim Großteil der direkten Konkurrenten des Xperia ion ist das in 28 Nanometer gefertigte Snapdragon S4 Plus MSM8960 System-on-a-Chip mit ARMv7 Architektur inklusive Adreno 225 GPU verbaut. Dieser Chip ist noch recht neu und kommt erst seit Frühjahr 2012 in etlichen Geräten zum Einsatz. Das Sony nun sein Gerät bereits lange Zeit vor Marktstart vorgestellt hat und dabei auf einen 2 Jahre älteren Chipsatz setzt, wirkt sich auch auf die Performance des Geräts aus.

Im Sony Xperia ion ist noch ein Snapdragon S3 SoC mit zwei CPU-Kernen von Ende 2010 verbaut, der in 45 nm gefertigt wurde und einen Adreno 220 Grafikchip an Bord hat. Ebenfalls integriert sind 1MB Second-Level CPU Cache (L2) sowie 333 MHz ISM / 266 MHz LPDDR2. Der S3 Snapdragon von Qualcomm setzt dabei ebenfalls auf ARMv7 Architektur und kommt unter anderem auch im Samsung Galaxy S2, HTC Sensation, dem HTC One S oder dem Huawei Mediapad zum Einsatz.

Natürlich fällt auf, dass Sony's Entwickler aus dem Gerät noch gut was rausholen konnten, so dass es beim Surfen im Netz, beim Filme Schauen und dem Zocken von Apps nicht ersichtlich zu Rucklern kommt. Mit aktuellen Branchen-Primusen kann das Xperia ion aber nicht mithalten. Im Geekbench 2 Benchmark erreicht das Gerät eine Gesamtpunktzahl von 984. Vergleichbare Geräte wie das Galaxy S3 (Score: 1560 und das HTC One S (Score: 1258) sind in diesem Fall eine Ecke schneller.

Sony Xperia ion - Ergebnisse des Geekbench 2

12 Megapixel-Kamera - ein Highlight?

Viel erhofft habe ich mir hingegen von der verbauten Kamera, die laut Sony Schnappschüsse mit 12 Megapixeln knipst. Hier kann das Xperia ion wieder überzeugen und insbesondere bei Tageslicht scharfe und satte Bilder liefern. Besonders hervorzuheben sind hier Makro-Aufnahmen, diese sind ausgesprochen scharf. Ebenfalls positiv ist, dass das Xperia ion einen physikalischen Auslöser und zudem eine microHDMI-Schnittstelle besitzt, worüber das Gerät beispielsweise an den Fernseher angeschlossen werden und man Videos sowie Bilder betrachten kann. Video-Aufnahmen sind in 720p möglich, die Konkurrenz ist hier voraus und nimmt Videos in 1080p HD auf. Dennoch können sich die Aufnahmen sehen lassen.

Einen Punkt-Abzug gibt es jedoch auch hier. Aufnahmen bzw. Schnappschüsse bei gedämpften Licht (Kneipe) und ohne Blitzlicht, sind nur ausreichend und oft unscharf oder verwaschen. Schaltet man das Blitz jedoch dazu und konzentriert sich, fallen die Schnappschüsse besser aus. Im direkten Vergleich mit der Android-Konkurrenz kann das Xperia ion gut mithalten und besitzt aktuell eine der besten Smartphone-Kameras auf den Markt. Gegenüber Kamera-Flaggschiffen wie dem Nokia 808 PureView oder einem teueren iPhone 5 zieht das Sony-Gerät jedoch klar den Kürzeren. Trotzdessen muss sich das Xperia ion in Sachen Foto-Qualität nicht verstecken und kann vor allem bei Tageslicht punkten.

iPhone 5 vs. Xperia ion (ohne Blitz)

iPhone 5 vs. Xperia ion (mit Blitz)

Der Lautsprecher

Sony hat dem Xperia ion einen Lautsprecher verbaut, der ziemlich genau in der Mitte der Rückseite sitzt. Sonderlich glänzen kann dieser jedoch nicht, denn der Klang ist bei weitem nicht optimal. Bei erhöhter Lautstärke klingt dieser nicht nur blechend, sondern übersteuert auch schnell. Insgesamt ist der Lautsprecher im Vergleich zu anderen Modellen jedoch recht leise. Möchtet ihr also eure Arbeitskollegen in der Mittagspause bei einem Tässchen Kaffee beschallen, dürfte das Feedback eher mau ausfallen.

Etwas nervig im Test war auch, dass Sony seine Menü-Buttons unterhalb des Displays etwas "unvorteilhaft" verbaut bzw. beleuchtet hat. Bei Tageslicht gestaltet sich die Bedienung problemlos, sobald jedoch die Dunkelheit hereinbricht und die Beleuchtung zum Einsatz kommt, wird es schwierig die Buttons zu treffen. Denn kurioserweise hat Sony einen horizontalen weißen Strich unterhalb der Buttons eingepflegt, und nicht die Buttons selbst beleuchtet. Das hat zur Folge, dass die Buttons das eine oder andere Mal nicht getroffen werden und man erst umdenken muss bzw. man sich daran gewöhnen muss. Warum dies so ist, möchte ich an dieser Stelle nicht verstehen.

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Auch hat Sony meiner Meinung nach den Power-Button Gehäuserand zu klein gestaltet. Zwar passt dieser optisch in das Design und fällt nur sehr gering auf, doch dadurch wird es einem erschwert, diesen schnell mit dem Finger zu treffen. Es ist am Ende schon etwas nervig, da dieser Button zudem extrem flach ist. Der verbaute physikalische Kamera-Auslöser sowie die Lautstärke-Knöpfe (Wippe) sind jedoch in Ordnung. Auch die Abdeckung des Micro-USB Ports hat Sony angenehm gelöst.

Akku

Im Xperia ion ist ein 1.900 Milliamperestunden Akku fest verbaut, der nicht ohne Weiteres gewechselt werden kann. Trotz des großen Gehäuses hat Sony seinem LTE-Smartphone (nur USA) keine größere Batterie verbaut, was etwas schade ist, da die Sprechzeit im 3G-Netz so nur knapp 4 Stunden beträgt. Laufen einige Hintergrundanwendungen wie Mail, Twitter und zusätzlich ein ressourcenintensives Spiel wie GTA 3, muss das Xperia ion schon nach wenigen Stunden erneut an die Steckdose.

Die Software

Während amerikanische Kunden sich beim Marktstart im Frühjahr noch mit Android 2.3 Gingerbread zufriedengeben mussten, ging das Xperia ion hierzulande vom Start weg mit Android 4.0 in den Verkauf. Mittlerweile befindet sich auf dem Gerät Android Ice Cream Sandwich in der Version 4.0.4 wieder. Sony hat dem Xperia ion seine eigene Oberfläche spendiert, diese sorgt insbesondere für eine akzeptable Leistungssteigerung (siehe oben) sowie eine Menge Applikationen. Ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean ist ebenfalls geplant. Ein genauer Termin steht hierfür jedoch noch nicht fest. Vor Frühjahr 2013 dürfte Sony nicht mit einem Firmware-Update auf Jelly Bean um die Ecke kommen.

Fazit:

Sony hat mit dem Xperia ion ein interessantes und zudem hübsch anzuschauendes Smartphone auf den Markt gebracht. Die verbaute 12-Megapixel-Kamera konnte in unserem Test insbesondere bei Tageslicht und hellem Zimmerlicht überzeugen. Die Foto-Qualität ist gut und die Ergebnisse sind knackig. Über den verbauten microHDMI-Ausgang können Aufnahmen und Schnappschüsse direkt auf dem Fernseher betrachtet und wiedergeben werden. Glänzen kann das Xperia ion insbesondere auch mit dem verbauten HD LCD-Bildschirm. Dieser erreicht eine Pixeldichte pro Zoll von 323, was in etwa dem Display des höher bepreisten iPhone 5 entspricht und sich wirklich sehen lassen kann. Die Display-Helligkeit ist mit 525 cd/m² darüber hinaus sehr hoch.

Abzüge muss das Xperia ion jedoch bei der erbrachten Leistung und dem verbauten Akku hinnehmen. Der ansässige Snapdragon S3 ist mittlerweile nicht mehr der Neueste und in vergleichbaren Geräten kommt bereits die neue Generation (S4) zum Einsatz. Der Akku kann dem großen 4,6 Zoll Display zwar ausreichend Power liefern, macht jedoch recht schnell schlapp, wenn man etwas spielt oder einige Widgets am Laufen hat. Zudem ist das Xperia ion mit 12 Millimetern recht dick und mit 145 Gramm auch kein Leichtgewicht.

Wer aktuell auf der Suche nach einem soliden Androiden bzw. einem Android-Smartphone ist, dass zudem ein sagenhaftes Display besitzt, der kann zum Xperia ion greifen. Möchte man mehr Akkuleistung, mehr Power unterm Gehäuse, ein flacheres und leichteres Smartphone, kann zu Alternativen wie dem Galaxy S3, dem HTC One X, dem LG Optimus 4X HD oder dem nagelneuen Google Nexus 4 greifen. Aktuell liegt der Preis des Sony Xperia ion bei 423,- Euro in Deutschland bei Amazon.


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