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Zebrafische von Roboter-Fischen angebaggert und angeführt (Poly-NYU)

Zebrafische von Roboter-Fischen angebaggert und angeführt (Poly-NYU)

Künstliche Intelligenz ist nicht nur Skynet, I Robot oder (auf eine ganz rudimentäre, schwer-von-begriffliche Art und Weise) auch Siri. Forscher der NYU-Poly haben in einem Ethorobotik-Projekt die Auswirkung der Bewegungen von künstlichen Roboter-Fischen auf ihre Counterparts aus Fleisch und Blut getestet.

Fische orientieren sich größtenteils am Rest ihrer Gruppe und lassen sich von den Bewegungen der dominanten Tiere im Schwarm beeinflussen. Mit den Möglichkeiten des Motion Trackings und einem niedlichen kleinen Robofisch mit Fernsteuerung bewaffnet, machten sich Prof. Maurizio Porfiri und seine Studenten des polytechnischen Instituts auf zu spannenden Experimenten. Als mindestens herrlich bis hochamüsant lässt sich das korrespondierende Paper beschreiben, das im Journal of the Royal Society Interface veröffentlicht wurde. Wir leben wirklich in einer verrückten Zeit, wenn wir bereits mit Roboterfischen forschen, oder nicht?

Es geht im Forschungspaper um "informed fish" und "naive fish", zwei Verhaltensgruppen, die von den Forschern gezielten Einsatz in ihrem Versuch fanden. Während ihr kleiner Robofisch im Versuchsbecken umherschwamm, wurden die echten Zebrafische in ihren Bewegungsmustern analysiert und das Feedback direkt auf den ferngesteuerten Fisch übertragen. Ziel der Versuchsreihe ist das Erkunden von der Kontrollmöglichkeiten, die sich durch Motion Tracking und bioinspirierte Roboter ergeben.

So sieht also der High-Tech Robofisch aus

So sieht also ein high-tech-Robofisch aus.

Je nachdem wie schnell der robotische Fisch mit seiner Schwanzflosse schlug, wenn sich die echten Artgenossen näherten, wurde intensives Interesse erzeugt. Oder eben nicht. Sehr effektiv war dabei ein Verhaltensmuster, das sich auch bei Hunden zeigt: Schnelles Wedeln bei Nähe lag in der Präferenz der Fische. Um die Präferenz messen zu können, nutzten die Forscher einen dreigeteilten Tank. Dieser bot den echten Fischen die Möglichkeit, sich eher mit einer leeren Seite auseinanderzusetzen, sollten sie den Robofisch nicht attraktiv oder interessant finden.

Sinn der Übung aus der Ethorobotik ist einerseits die Erforschung des Zusammenspiels von synthetischen Robotern und (technokratisch betrachtet) organischen Robotern in Form von verschiedenen Tierspezies. Anwendungen finden sich beispielsweise in Naturschutzgebieten, wo ohne offensichtliche Menschenpräsenz eine Veränderung im Tierverhalten hervorgerufen werden soll. So könnten gefährdete Tiergruppen beispielsweise von Gefahrenquellen weggesteuert werden, ohne sie aus ihrem "tierischen Alltag" herauszureißen und unnötigem Stress auszusetzen. Oder vielleicht animieren ja bald Robo-Pandas die paarungsfaulen Artgenossen im Zoo?

Ein anderer Einsatz für bio-inspirierte Robotik liegt in der Umwelttechnik: Dieser robotische Fisch misst beispielsweise die Wasserverschmutzung in der UK.

Wie seht ihr dieses kuriose Forschungsfeld? Ist ein Forschungsbudget einer polytechnischen Universität überhaupt gut in einem Feld angelegt, das primär ein Tierschutzvorhaben zur Folge hat?

via KurzweilAI, NYU-Poly


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