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Weblogit | March 27, 2025

15-Jähriger starb beim Verteidigen seines Apple iPad (Mord)

Materielle Gier ist eines der größten Übel unserer Zivilisation - keine Frage. Aber dass wegen einem iPad (oder vielmehr der Gier einiger junger Leute) ein 15-jähriger Teenager in Las Vegas sterben musste, ist nun wirklich nicht schön.

Der älteste von 11 Kindern, Marcos Arenas, sah sich nicht unbedingt tollen finanziellen Familienverhältnissen entgegenstehen. Das von seinem Vater für den 15. Geburtstag des Jungen gekaufte iPad war praktisch der erste wirklich kostspielige Gegenstand, den er überhaupt je besaß. Der Vater kaufte das iPad in einem Pawn Shop, was hierzulande in etwa einem Pfandhaus entspricht, also in gebrauchtem Zustand.

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Marcos nahm das iPad überall hin mit und war natürlich begeistert, zeigte es jedem und tat, was Jungs eben so tun. Selbst auf den Einkauf um die Ecke nahm Marcos sein neues iPad mit.

Praktisch unvermeidlich in einem Wohndistrikt mit einem sehr niedrigen Einkommensdurchschnitt: Zwei Typen in einem weißen Ford Explorer wollten sich sein iPad schnappen und damit abhauen. Marcos ließ aber nicht so schnell los, wie es die Täter gerne gehabt hätten und bot ihnen einen Kampf um das Gerät. Der Truck fuhr los, Marcos wurde beim Ringen mit einem der Täter im Auto mitgezerrt, später unter die Räder gezogen und überfahren. Der Teenager starb an den Folgen seiner Verletzungen im Krankenhaus.

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Die beiden Täter sind 18 und 21 Jahre alt und heißen Jacob Dismont bzw. Michael Samuel Solid. Beide wurden am Samstag, dem 18. Mai 2013 für Überfall, Verschwörung und Mord ersten Grades mit einer tödlichen Waffe (vermutlich in diesem Fall das Fahrzeug) verurteilt und sitzen nun im Cark County Jail. Die Polizeiuntersuchung ergab, dass Marcos gezielt von den Tätern angepeilt und verfolgt wurde. Nach dem Tod des Jungen haben sie die Reifen gewechselt und falsche Nummernschilder angebracht. So geplant die Aktion von den Tätern auch war: Die längere Verfolgung des Jungen wurde von einer Überwachungskamera eines Ladengeschäftes kurzzeitig aufgenommen, wo der Wagen zu sehen war.

Der nationsweite Trend des "Apfelpflückens" ist leider eine große Sache geworden, ständig fallen Kinder und andere Personen einem Überfall wegen Apple-Produkten zum Opfer. Darunter fallen iPhones, iPads, iPods - allesamt recht leicht zu stehlen, zu transportieren und erst recht zu verkaufen. An Schulen in ökonomisch/sozial schwierigen Gegenden verteilte iPads landen nicht selten auf dem Schwarzmarkt, aber auch ganz normale Passanten fallen den Tätern immer öfter zum Opfer. Das Gerät wird dem Gegenüber einfach entrissen - schon war es das. Der Durchschnittsmensch ist vielleicht auch zu schockiert, zu paralysiert, um sofort etwas dagegen zu unternehmen. Wer in einer üblen Gegend wohnt, ist vielleicht etwas besser auf so einen Übergriff vorbereitet - in einer schöneren Innenstadt-Ecke sieht es hingegen anders aus.

Für mich ist die Kombination von vermeintlichen Luxusprodukten mit hohem sozialen Status (bei gerade noch so erschwinglichem Preis für fast alle Einkommensklassen) und die vielerorts miserablen Löhne, hohe Arbeitslosigkeit und niedrige soziale Norm - gekoppelt mit einem mehr als ungünstigen Bildungsstandard - schon lange eine explosive Mischung. Es würde mich nicht wundern, wenn schon so mancher Redneck seinem Nachbar die Rübe wegen einem iPhone weggepustet hätte. Dasselbe gilt für Alphajacken-Krieger (damit meine ich sowohl die Faschos, als auch die Haftbefehl-Fraktion) auf unseren Straßen, die garantiert das eine oder andere Schulkind wegen einem schnellen Apfel "abgezogen" haben, um einen schnellen Profit zu erwirtschaften.

Irgendwann in den 90er Jahren wurde einer meiner Freunde das Opfer von einem eleganten Überfall zweier böswilliger Gestalten, die um sein (damals noch unzerstörbares) Mobiltelefon boten, um mal eben flott zu telefonieren. Damals war das noch üblich, mal eben mit dem Nokia-Handy eines Fremden einen Anruf zu tätigen - gegen ein wenig Kleingeld. Einer der Typen meinte nur sowas wie "danke, das gehört jetzt mir" und spazierte in die Nacht hinaus. Wir waren geekige Hosenscheißer, die es besser wussten, als sich mit den erheblich überlegenen Drecksäcken anzulegen. Aber wir waren auch perplex. Das Ende vom Lied: Es wurde ein neues Telefon gekauft, der Freund behielt sämtliche Zähne.

Produkte wie die von Apple lassen sich auf dem Schwarzmarkt viel leichter verkaufen, als beispielsweise irgendeine Rolex. Jeder ist ein potenzieller Kunde für "günstigere" Apple-Produkte und könnte diese auch ohne Kenntnis der Umstände kaufen, einfach weil ein attraktiver Deal dazu im Raum stünde. Die Anfrage ist immens hoch, die Preisstabilität ist hoch, die Beschaffung machbar und die Nachverfolgung fast auszuschließen, wenn keiner das Verbrechen beobachtet. Stellt sich die Frage, ob man dann seinen Kids noch überhaupt erlauben möchte, solche Geräte auf der Straße zu präsentieren oder mit in die Schule zu nehmen.

Wie seht ihr das Problem? Könnt ihr von einem Apfel-Verbrechen berichten? Sollten Kinder überhaupt solche "Luxus-Elektronik" mit sich führen dürfen?


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