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Killer Roboter in einem neuen UN-Bericht hart verurteilt

Killer Roboter in einem neuen UN-Bericht hart verurteilt

Es klingt immer noch wie Zukunftsmusik und das Zeug aus einem Science-Fiction-Film. Doch es ist längst Realität, nur mit dem Unterschied, dass die breite Masse davon noch recht wenig Wind bekommt. In einem neuen Bericht der UN-Menschenrechtskommission wird vorgeschlagen, dass die sogenannten Killer-Roboter strengen Regelungen unterliegen sollten, bevor sie die Waffen der Zukunft werden.

In dem Bericht, der am 29. Mai in Genf (Schweiz) diskutiert werden soll, heißt es, dass die Vereinigten Staaten (USA) Israel, Großbritannien, Südkorea und Japan im Besitz von tödlichen und unbemannten Robotern sind, die teilweise oder vollständig autonom funktionieren. Während die breite Masse denkt, dass diese Maschinen ohne menschliches Zutun nicht funktionieren würden, schaut die Realität zum Teil anders aus. Den einige dieser Roboter und Kampfmaschinen können bereits eigenständig feindliche Ziele ausfindig machen und vernichten.

Der Verfasser des UN-Berichts, ein Professor namens Christof Heyns, der zugleich ein südafrikanischer Menschenrechtsaktivist ist, fordert ein weltweites Moratorium. Autonome Roboter, die lediglich dazu dienen Menschen und Objekte auszuschalten, sollen in der Erprobung, Produktion, Montage, Übertragung, Erwerb, Einführung und Nutzung bis auf Weiteres außer Kraft gesetzt werden.

Der Professor greift hierfür auf mehrere Beispiele zurück, die er in seinem Bericht ausführlich beschreibt. Aufgeführt ist unter anderem das US-amerikanische Phalanx-System, das automatisch und ohne menschliches Zutun feindliche Flugzeuge ortet und ausschaltet. Zum Einsatz kommt dieses System bereits und vor allem auf Kampfschiffen.

Ein anderes Beispiel ist eine israelische Waffe namens Harpyie (LARS), die vollständig autonom funktioniert und Radar Emitter ausschaltet. Oder auch die britische Taranis, eine autonome Drohne mit Düsenantrieb, die eigenständig Ziele zerstören kann. Südkorea hingegen setzt auf ein Überwachungssystem von Samsung namens Techwin, welches im Grenzgebiet zu Nordkorea zum Einsatz kommt und "Feinde" erkennt.

Kontrolle über Gewalt und Tod

Bekanntlich ist Israel in der Erforschung und Erprobung von unbemannten Kampfmaschinen weltweit eine der fortschrittlichsten Nationen. Dass der Professor in seinem Bericht auch deutlich macht, indem er sich vor allem auf das israelische LARS konzentriert. Doch er beklagt auch den jüngsten Aufschwung von der Nutzung von autonomen Flugzeugen und Drohnen, beispielsweise vom US-Militär und anderen Nationen auf diesem Planeten.

"Drohnen ermöglichen es den Militärs die tödliche Gewalt zu kontrollieren, obwohl sie nicht physisch anwesend sind. Sondern sie werden aus der Ferne hinter einem Computer-sitzend aktiviert und gesteuert." schrieb Christof Heyns.

"Wenn autonome Robotik weiterhin Bestandteil des Militärs von vielen Nationen bleibt, ist das eine neue Dimension der Distanzierung, dass Entscheidungen zur Tötung von Robotern getroffen werden und Menschen davon losgelöst würden."

http://youtu.be/20JCGDwBt7A

Roboter entscheiden immer öfter selbst

Der Einsatz von Killer-Robotern ist bislang auch ein Problem im Nahen Osten. Bei diversen Bombenangriffen setzen die USA immer wieder unbemannte Flugzeuge und bewaffnete Drohnen ein, bei denen zahlreiche Zivilisten ums Leben kommen. Aktuelle Waffensysteme sollen eine gewisse menschliche Aufsicht haben, aber Heyns stellt in seinem Bericht fest, dass "die Macht in der Realität außer Kraft gesetzt werden kann, da die Entscheidungsprozesse von Robotern oft in Nanosekunden gemessen werden und die informationelle Grundlage dieser Entscheidungen möglicherweise nicht für den Vorgesetzten praktisch zugänglich werden. Unter solchen Umständen sind Menschen nahezu überflüssig und Maschinen bzw. Killer-Roboter wiederum so effektiv."

MQ-9_Reaper-Drohne

Heyns zielt hierbei besonders auf die vielen toten Zivilisten, die in diversen Kriegsschauplätzen mittlerweile durch Drohnen-Angriffe umkommen. Statistiken vom Bureau of Investigative Journalism zufolge kamen seit dem ersten Einsatz von autonomen Drohnen im Jahr 2004 bis heute etwa 385 bis 775 unschuldige Menschen um, davon allein mindestens 164 Kinder. Die tatsächliche Anzahl dürfte sicher noch deutlich höher liegen. In einem Appell der Human Rights Watch im vergangenem Herbst wurde aus diesem Grund zu einem vollständigen Verbot dieser Tötungsmaschinen aufgerufen. Nationen dieser Welt sollten begreifen, dass eine Zukunft mit intelligenten und autonomen Kriegsmaschinen der falsche und ein vernichtender Weg ist.

Gründe, die für autonome Kampfmaschinen sprechen

Es gibt allerdings auch Befürworter. Beispielsweise können diese Killer-Roboter im Normalfall nicht aus Rache, Panik, Wut, Trotz, Vorurteilen oder Angst handeln und dementsprechend töten. Auch ist es aktuell kaum möglich, dass Roboter etwas anderes tun, als das, was programmiert wurde. Ebenfalls können Roboter keine Menschen foltern oder misshandeln. Zumindest noch nicht.

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via. hosted.ap / cbc.ca


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