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Künstliche Cyborg-Retina hilft partiell Erblindeten

Künstliche Cyborg-Retina hilft partiell Erblindeten

Argus II ist die erste Sicht-Prothese, die eingeschränkte Sicht für partiell Erblindete wiederherstellen kann und auf dem Markt zugelassen ist. Rethinopathia Pigmentosa oder Retinitis Pigmentosa ist eine Erbkrankheit (oder spontane Mutation), die lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut absterben lässt.

Betroffene können typischerweise schlechter Kontraste und Farben wahrnehmen, sind nachtblind oder empfindlich auf Lichteinfall. Außerdem wird das Sichtfeld eingeschränkt und im fortwährenden Krankheitsverlauf entwickelt sich der sogenannte Tunnelblick.

Bis dato gab es keine effektive Behandlung für RP, lediglich die Einnahme von Vitamin A wurde empfohlen, da somit die degenerative Entwicklung verlangsamt werden konnte, die der Krankheit zugrunde liegt. Geforscht wurde bislang im Bereich der Stammzellentherapie und genetischer Modifikation - der Cyborg-Ansatz á la Google Glass hat die anderen Bemühungen nun überholt.

Argus II - die Cyborg-Brille als Sehhilfe & bionisches Auge

Mithilfe der Argus II Sehhilfe von Second Sight Medical Products können RP-Patienten wieder sehen, darunter fällt sogar die komplett erblindete Gruppe der RP-Betroffenen, die mit dem bionischen Auge einen Teil der Umgebungswahrnehmung zurückerlangen. Das System nutzt eine Miniaturkamera, die Bildsignale an einen Prozessor weitergibt, der das Signal an ein Implantat im Auge überträgt. Ein gitterförmiges Netz aus Elektroden stimuliert die noch funktionierenden Sehnerven und dient als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Argus II

Der Mensch sieht also mithilfe der Kamera, deren "Ausgang" mit seinem "Eingang" zum Sehentrum schon beinahe in Plug and Play Manier verbunden ist. Die Umsetzung ist noch in einem vergleichweise frühen Stadium, denn die Patienten-Cyborgs sehen ihre Umgebung in Form dieses Lichtrasters, also mit vergleichsweise geringer Auflösung. Dennoch ist, für Betroffene, das bionische Auge eine immense Hilfe im Alltag, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Am Gürtel trägt der Nutzer eine Videoverarbeitungseinheit (VPU), die das Videosignal der in der Brille befindlichen Kamera in verständlche Signale für den Empfänger im Augenimplantat umwandelt. Der Gründer von Second Sight begann 1998 mit der Entwicklung solcher Systeme.

Die University of Southern Californa forscht am Institut für biomimetisch-mikroelektronische Systeme nach einer 15 mal höher aufgelösten Version der Sehhilfe, die mit einer ultrakompakten Kamera im Auge des Patienten auskommen soll. Eine Veröffentlichung am Markt ist allerdings nicht innerhalb der nächsten Jahre zu Erwarten, das Projekt stünde noch am Anfang, so Ray Kurzweil.

Die RP-Krankheit betrifft einen von 4000 Amerikanern, dank der Freigabe durch die FDA (Food and Drug Administration) findet nun das erste bionische Auge den Weg auf den amerikanischen Markt.

via KurzweilAI


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