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Microsoft Kinect wird feiner und bekommt neue Gesten

Microsoft Kinect wird feiner und bekommt neue Gesten

Als wir Kinect auf einer lange, lange zurückliegenden Gamescom das erste Mal probieren durften, waren wir mäßig beeindruckt von der neuen Eingabemethode. Das Marketingmaterial vermittelte eine revolutionäre Gestensteuerung ohne Controller, der Spieler solle zum Controller werden: Weit gefehlt.

Es sei denn Redmond meinte damals mit dem menschgewordenen Controller einen kaputten Atari Joystick, der nur gelegentlich zeitnah reagiere und eine dynamische Deadzone habe, die handelsübliche Spiele praktisch unspielbar macht. Nach einer peinlichen Demonstration der Eigennatur von Kinect Joy Ride, das selbst ohne eine einzige Bewegung des Spielers noch zu maneurvieren und auszugleichen schien, war für den Schwaben klar: "Des isch noch nix Halbes un' nix Ganzes."

Nun berichtet Tom Warren, der Microsoft-Mann bei den Vergern, von möglichen Entwicklungen der Kinect-Gestensteuerung unter Windows. Inwieweit sich die Latenz (ein wichtiger Faktor von kamerabasierten Controllern) entwickeln solle wird nicht genannt - es ist also lediglich von Änderungen im SDK (Entwicklerkit) auf Softwareseite die Rede. Grundlegende Funktionalität wie Pinch to Zoom und die Erkennung einzelner Finger für Handgesten soll für die bessere Navigation in Microsoft Windows 8 implementiert werden. Entwickler dürfen sich in den kommenden Wochen also auf neue und verbesserte Werkzeuge freuen. Warren beschreibt die Neuerungen als Windows-exklusiv und laut eines Microsoft-Pressesprechers sollen die Features auch vermutlich nicht den Weg in Spiele finden.

Warren erwähnt in seinem Bericht nicht, dass ähnliche Funktionalität bereits 2010 am MIT entwickelt wurde, als der libfreenect Treiber eine Schnittstelle zu Kinect unter Linux ermöglichte. Bereits damals waren Pinch-to-Zoom-ähnliche Gesten und handbasierte Rotation möglich, ebenso wurden einzelne Finger erkannt. Der Code zum Projekt ist auf ROS.org verfügbar und macht Gebrauch von der Point Cloud Library, eine Bibliothek des Open Source Robotics Pakets von Willow Garage.

Bei aller Liebe zu Innovation: Ein HID (Human Interface Device) mit so nervigen Verzögerungen wie beim Microsoft Kinect wird trotz aller Weiterentwicklungen auf Softwareseite kein angenehmes Erlebnis im Vergleich zu Lösungen mit niedrigerer Latenz wie dem Leap Motion bieten können. Oder wie seht ihr das?


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