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Samsung Galaxy Note 2 im Test: Ein Büro für die Hosentasche?

Samsung Galaxy Note 2 im Test: Ein Büro für die Hosentasche?

Mit dem Samsung Galaxy Note haben die Koreaner im letzten Jahr bereits ein Ausnahmegerät im Smartphone-Sortiment geschaffen. Vor allem Geschäftsleute haben sich über das Business-Smartphone gefreut und so war es für Samsung selbstverständlich einen Nachfolger zu veröffentlichen. Wir haben uns das schmucke neue Gerät mal angeschaut und sagen euch was wir davon halten.

Start

Das Samsung Galaxy Note 2 kommt, wie die meisten neuen Geräte der Koreaner, in einer schlichten Verpackung. Beim Öffnen kommt zu aller erst das Smartphone zum Vorschein. Darunter finden sich Kurzanleitungen, der Akku, die In-Ear-Kopfhörer und der Steckdosen-Adapter samt Ladekabel wieder. Viel interessantes gibt es nicht zu entdecken. Ein Ersatz-“S Pen“ wären doch sehr wünschenswert gewesen.

Design

Wenn wir bei dem Galaxy Note II über das Design reden, sollten wir natürlich 2 Geräte zum Vergleich heranziehen. Das Galaxy Note und das Galaxy S III. So hat das Note II die Farbvariante marble white vom S III übernommen und kommt zusätzlich noch in titan grey daher.  Um das neue Smartphone griffiger zu machen, hat Samsung es in den Schraubstock eingespannt. Raus kam es rund 4mm länger, dafür aber auch 2,5 mm schlanker als sein Vorgänger. In der Tiefe hat es nur marginale 0,3 mm verloren.

Durch diese Maßänderung hat sich ebenso das Seitenverhältnis des Displays geändert. Dieses ist nun noch einen Tick größer geworden und misst stolze 5,55 Zoll im 16:9 Format. Seine übergroßen Dimensionen lassen das Note II einmal mehr den Weg einer eigenen Produktkategorie beschreiten, nämlich den der Smartlets bzw. Phablets, beides Wortkonstrukte aus Smartphone und Tablet.

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Der S Pen läuft nach wie vor auch außerhalb der Konkurrenz. Sein Update war unbedingt notwendig, denn wir hatten seine Handhabung bei seinem Vorgänger bemängelt. Nun wurde er leicht verändert und ist nun an der Seite mit dem kleinen Druckknopf abgeflacht, wodurch er intuitiver geworden ist. Man muss sich also nicht mehr auf die Suche nach dem Button machen. Eine gelungene Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Er ist auch etwas länger und ein wenig dicker, was nun auch zum Schreibkomfort beträgt. Die neuen Features des S Pen erläutern wir euch im Software-Teil des Test.

Hardware

Samsung hat sich bei der Hardware nicht lumpen lassen und dem Galaxy Note II ordentlich Power spendiert. Mit einer verbesserten Version des Exynos 4 Quad (ehemals Exynos 4412) SoCs, ist es eines der leistungsstärksten Geräte auf dem Markt. Im Exynos steckt ein 1,6 GHz Quad-Core Prozessor mit ARMv7 Architektur, um genauer zu sein ein ARM Cortex-A9. Zusätzlich hat der SoC ein kleines Update seiner ARM Mali-400 MP4 GPU erhalten, sodass man einer weiterentwickelten Grafikperformance gegenüber tritt. Ebenso stecken im Note II 2 GB RAM, die ein flottes Multitasking zulassen. Wie man sieht, ist dem Note II ein großer Sprung nach vorne gelungen und kann sogar noch das Galaxy S III übertrumpfen.

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Um all die Leistung auch sichtbar zu machen, braucht man natürlich auch ein entsprechendes Display. Mit dem großen 5,55 Zoll HD Super AMOLED Display und der Auflösung von 1280 x 720 Pixel ist das ganz gut machbar. Leider hat hier Samsung auch etwas Boden verloren und die PPI, sowie die Auflösung im Vergleich zum Vorgänger leicht heruntergeschraubt. So kam das Note mit einem 5,3 Zoll Screen bei einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln mit 285 ppi daher und nun sind es „nur“ noch 265 ppi. Nicht optimal für einen Nachfolger, zumal Apple mit dem iPhone 5 gezeigt hat, wie man trotz neuer Größe seinen „Pixel“-Standard halten kann. Das Bild ist nicht schlecht, könnte aber dennoch besser sein, gerade weil Samsung selbst Bildschirmhersteller ist und die Möglichkeiten dafür besitzt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist auch die Helligkeit des Displays. Gerade bei Sonnenschein oder ähnlichen Lichtverhältnissen wäre es wünschenswert den Screen heller machen zu können. Der Touchscreen selbst wird von dem extrem strapazierfähigem Gorilla-Glass-2 geschützt und reagiert sehr responsiv auf Benutzereingaben. Das geht einher mit einem sanftem Gleiten über die Oberfläche, deren Haptik einfach klasse ist und mir persönlich bei noch keinem anderen Smartphone oder Tablet so geschmeidig erschien.

Der Screen ist auch wichtig für die Kamera, da er den „Sucher“ darstellt. Die Rückkamera kommt mit einem 8 Megapixel Sensor daher, der rückseitig belichtet wird. Mit ihr kann man Videos in Full HD bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Mit einer Blende von f/2,8 ist sie ordentlich Lichtstark und zeigt auch beim Fotografieren eine hohe Geschwindigkeit. Während des Filmens lassen sich auch Fotos schießen, was nicht selbstverständlich ist. Die Frontkamera hingegen kommt mit 1,9 Megapixeln aus, was für Videochats und dergleichen vollkommen ausreicht. Mit ihr lassen sich auch Videos in 720p aufnehmen.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Speicherkapazität. Diese wird in 3 Stufen unterteilt: klein (16 GB), mittel (32 GB) und groß (64 GB). Je nach dem für welchen Speicher man sich entscheidet, ändert sich selbstverständlich auch der Preis, sodass das Smartlet bis zu 1000 € kosten kann. Im Moment ist nur die 16 GB Variante verfügbar. Im übrigen kann man, wie man es von Samsung Geräten kennt, die Kapazität per microSD-Karte erweitern. Bis zu 64 GB zusätzlicher Speicher können geschaffen werden. Somit sollte es nicht allzu schnell zu Platzproblemen kommen.

Selbstverständlich verfügt das Note II über sämtliche deutschen Mobilfunkstandards, außer LTE. Wer LTE in seinem Gerät wissen möchte, muss sich wohl oder übel an die Deutsche Telekom oder Vodafone wenden. Diese zwei Provider bieten eine entsprechende 4G-Version an.

Wo wir gerade beim Thema Konnektivität sind, so hat Samsung einiges reingepackt. Neben WiFi 802.11n und Bluetooth 4.0 verfügt das Gerät auch über MHL und NFC. Beide Funktionen konnten wir aus Mangel an kompatiblen Geräten leider nicht testen, gehen aber von einem reibungslosen Ablauf aus.

Der ganze Leistungszuwachs, die neuen Features und das größere Display haben auch einen höheren Stromverbrauch. So haben die Koreaner dem Galaxy den Lithium-Ionen-Akku von 2.500 mAh auf 3.100 mAh aufgestockt. Das Galaxy Note II kann im praktischem Mischbetrieb mal gut und gerne 8-9 Stunden durchhalten. Eine ordentliche Zahl, wenn man die Leistung und den „Stromfresser“ Riesendisplay einbezieht.

Eine kurze Erwähnung soll noch der S Pen finden. Dieser verfügt über 1.024 Druckstufen von denen man nicht allzu viel merkt. Klar, sieht man Unterschiede je nach dem wie fest man aufdrückt oder wie schnell man schreibt, aber irgendwie stellt sich nicht das natürliche Gefühl ein, den Effekt beeinflussen zu können.

Wenn man alle Punkte zusammenfasst, kann die Hardware durch eine ordentliche Performance überzeugen und zeigt bereits jetzt, was wir in Zukunft auch von kleineren Geräten zu erwarten haben.

Software

Was die Software anbelangt, so hat sich seit dem Vorgänger nicht allzu viel getan. Das Note II läuft unter Android 4.1.1, also dem aktuellen Jelly Bean Update. Über Jelly Bean hat Samsung seine altbekannte Touchwiz-Oberfläche gelegt, wobei hier Betonung auf „alt“ liegt. Das Interface hat sich nur in wenigen Punkten verändert, was sich natürlich einmal mit dem Rechtsstreit mit Apple begründen lässt oder aber das die Koreaner mehr Energie in die Hardware gesteckt haben als in ihre Software.

Selbstverständlich wollen wir hier die Software nicht schlecht reden, denn dafür gibt es viel zu viele kleine Verbesserungen. So hat Samsung dem Note II eine verschiebbare Schnellzugriffsleiste spendiert. Dort stehen wichtige Apps für den schnellen Aufruf bereit. Die Leiste lässt sich aus- und einblenden. Der Button dafür kann auf Wunsch an den Rändern entlang bewegt werden. Es können auch Apps manuell hinzugefügt werden.

Ein Feature, das wir bereits vom Galaxy Note 10.1 kennen, ist der Multiscreen. Es lassen sich 2 verschiedene Apps auf einem Bildschirm Seite an Seite anzeigen. Man zieht einfach die gewünschte Applikation aus dem Schnellgriff auf das laufende Programm und schon wird der Screen geteilt. Das ermöglicht beispielsweise das Surfen im Internet, während man eine Mail schreibt. Den beiden Apps kann man beliebig Platz auf dem Bildschirm einräumen, dieser verändert sich auch wenn man das Smartlet in horizontale bzw. vertikale Position bringt.

 

Wenn wir schon bei Multitasking sind: es können in allen Apps Videos geschaut werden. Dazu startet man ein Video im Videoplayer und aktiviert einfach mit einem Fingerzeig die Overlay-Funktion. Dabei läuft das Filmchen in jeder Anwendung in einem minimierten Fenster weiter. Die Größe und Position kann individuell angepasst werden.

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Per Fingerpinch kann das Video skaliert und verschoben werden.

Mit dem neuen Note kam auch ein berauschendes Feature namens Air View. Das ermöglicht es eine Vorschau per Stifteingabe zu erhalten ohne den Screen zu berühren. Dadurch kann man in ein Fotoalbum reinschauen, einen Termin lesen und auch bei einem Video eine bestimme Stelle suchen. Es ist keine direkte Eingabe erforderlich.

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Hier sieht man sowohl die Schnellzugriffsleiste, als auch die S Note Ebene bei gezogenem S Pen.

Der S Pen kann aber noch mehr. Man kann das System so einstellen, dass es beim Herausziehen des Stiftes automatisch einen kleinen S Note Notizzettel öffnet. Dies vereinfacht das oftmals nervige Zettel suchen und kann sich gerade bei Telefonaten als hilfreich erweisen. Wer den Pen schon draußen hat, der kann auch einfach den erwähnten Button gedrückt halten und zweimal schnell hintereinander auf den Screen tippen. Schon erscheint wieder das kleine S Note Fenster. Bei gezückten S Pen wird ein weiterer Unterpunkt zur Touchwiz-Oberfläche hinzugefügt. Dort lässt sich schnell und einfach über durch S Note navigieren. Ob das sinnvoll ist oder nicht sei mal dahingestellt.

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Der Button am Stift kann noch mehr. Hält man ihn gedrückt, so kann man einen beliebigen Bildausschnitt umkreisen und in die Zwischenablage kopieren. Sehr cool, gerade im Zusammenhang mit S Note und den Notizen. Wer gerne mit dem Stift schreibt, den wird sicherlich erfreuen, dass die Handschrifterkennung weiter verbessert wurde und nun wirklich gute Wortvorschläge beim Schreiben macht. Kleinigkeiten, wie „j“ und „i“ auseinanderzuhalten, klappen immer noch nicht tadellos, aber wir sind uns sicher, dass diese Probleme in der nächsten Generation weniger werden.

Es gibt natürlich immer wieder Leute, die einem Stift wie dem S Pen eher skeptisch gegenüberstehen, da sie Angst haben, dass sie ihn verlieren könnten. Um das zu umschiffen hat Samsung eine optionale Einstellung integriert, die einen an den Stift erinnert, wenn man ohne ihn los geht bzw. liegen gelassen hat.

Genug aber vom S Pen und zu einigen anderen Detailverbesserungen. Von iOS 6 kennen viele bereits den „Nicht Stören“-Modus. Eine eigene Version findet sich auch auf dem Note II wieder. Hier kann mit einem Schlag alle Benachrichtigungen, Alarme, Anrufe usw. abschalten. Ähnlich wie bei iOS lassen sich hierfür auch Uhrzeiten einstellen, sodass man nachts endlich wieder durchschlafen kann. Wem das zu viel ist, der kann auch bestimmten Kontakten Sonderrechte einräumen und im Notfall von ihnen stören lassen.

Alle Hobbyfotografen können mit der 8 Megapixel Kamera tolle Aufnahmen machen, was aber wenn bei einem Gruppen Foto jemand die Augen zu hat oder kurz wegschaut? Dafür hat sich Samsung das „Best Face“ Feature einfallen lassen. Es funktioniert fast wie „Best Shot“, wo mehrere Aufnahmen hintereinander geknipst werden und man anschließend das Beste auswählt. Bei „Best Face“ werden die Gesichter hinterher im Editor hervorgehoben. Der Nutzer wählt dann für jedes Gesicht die beste Aufnahme aus und die Software erstellt eine Fotomontage mit einem perfekten Bild auf dem alle so gut wie möglich aussehen. Ein richtig interessantes Feature, dass ruhig mehr Aufmerksamkeit im Marketing bekommen könnte.

Die Kopfhörer-Buchse bekommt meist nicht sehr viel Zuwendung. Beim Note II hingegen, wird nach dem Einstecken von Kopfhörern eine neue Touchwiz-Ebene geöffnet. Eine eigene Ebene für den Musikplayer sozusagen. Das hat im ersten Augenblick wirklich überrascht, da man so etwas nicht gewohnt ist. Es sind wieder die Kleinigkeiten, die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubern und einem sagen: „Hey, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht.“

Fazit

Das Samsung Galaxy Note 2 ist ein wirklich großes Smartphone, beinahe schon ein kleines Tablet. Die Größe drückt sich nicht nur in seinen Außenmaßen aus, sondern durch die inneren Werte. Mit ordentlich Power ausgestattet, haben es die Koreaner in das diesjährige Rennen um die Smartphone-Krone geschickt. Der Geschwindigkeitszuwachs ist klasse, auch wenn manche Standardapps wie S Note schneller geöffnet sein könnten. Für eine App, mit der das Note II überall angepriesen wird, schon etwas schwach. Hier hoffen wir auf eine Verbesserung in Form eines Updates!

Auch zu sagen ist, dass das Gewicht und die gefühlte Wertigkeit hier im Einklang sind. Es ist nicht zu leicht und strahlt durch das verarbeitete Material eine hohe Qualität aus, wie kaum ein anderes Samsung-Smartphone.

Beim Display beginnt das Note II etwas zu hinken, aber das lässt sich in der Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“  verbuchen. So könnte die Displayauflösung bei dieser Größe ruhig etwas höher sein und ebenso an dessen Helligkeit sollten die Koreaner noch ein wenig arbeiten. Dafür ist der Akku konditionell sehr stark. Er hält ohne Probleme längere Zeit durch, was wirklich positiv zu bemerken ist.

Den S Pen kann man sowohl als gut oder auch als schlecht ansehen. Zum einen ist er gegenüber seinem Vorgänger griffiger geworden, zum anderen könnte es mehr Druckstufen geben, was gerade für professionelle Zeichner wichtig ist.

Das Samsung Galaxy Note II ist ein Gerät für das es als Alternative nur seinen Vorgänger gibt, was eindeutig ein prima Vorzeichen ist, da das Neue Verbesserungen in fast allen Bereichen bietet. Samsung scheint sich hier also eine konkurrenzlose Nische geschaffen zu haben, in die Mitbewerber erstmal herein finden müssen.

Wer also fast schon einen kleinen Computer in seiner Tasche wissen will, der ist mit dem Note 2 sehr gut beraten. Gerade im Business-Bereich kann es sicherlich überzeugen. Von uns gibt es für den „modernen Palm“ eine ganz klare Kaufempfehlung.

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Stand: 10.12.12 - 20:05


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