Image Image Image Image

Samsung Galaxy SIV eventuell verzögert? 441 PPI Screen schwierig herzustellen

Samsung Galaxy SIV eventuell verzögert? 441 PPI Screen schwierig herzustellen

Nach der Veröffentlichung des Apple iPhone 5 und dem kürzlich erschienenen Google Nexus 4 sehen wir natürlich reichlich Gerüchte zu Samsung's nächstem Koloss: dem mutmaßlichen Samsung Galaxy SIV (S4).

Angesichts der Entwicklungen bei HTC und anderen Herstellern liegt die Vermutung nahe, dass Samsung's nächstes großes Galaxy-Gerät auch ein 1080p (oder gar höher aufgelöstes) Display haben wird. Gemäß der Tradition von Samsung können wir auch von einer größeren Bilddiagonale beim Bildschirm ausgehen, die jenseits der 4,8 Zoll des Galaxy SIII liegen würde. Die Kollegen bei Androidheadlines beziehen sich auf die sich zuspitzenden Gerüchte, es handle sich dabei um ein Full HD Display mit 4,99 Zoll Bilddiagonale. Eine kurze Rechenübung später, kommen wir auch schon bei der Pixeldichte an: Diese würde 441 Pixel pro Zoll betragen. Einigen Displayexperten zufolge liegt diese Zahl näher an einem "echten Retina Display", dazu kommen wir aber gleich. Androidheadlines und Digitimes berichten von Schwierigkeiten im Verdampfungsprozess bei der Massenproduktion der mutmaßlichen 4,99-Zoll AMOLED Panels mit der immens hohen Pixeldichte. Die Samsung Display Division soll die Lösung in fortschrittlicher LITI-Technologie des US-Konzerns 3M suchen, die den Druck von OLED-Materialen auf Glas vereinfachen soll.

Wer sich an Apple's Probleme bei der Umsetzung der ersten als "Retina" bezeichneten Displays (und sogar den späteren Iterationen, unabhängig vom Lieferant) erinnert, weiß um die Komplikationen einer hohen Pixeldichte in der Herstellung. Außerdem erfordern höher aufgelöste Displays mit mehr PPI zusätzlich meist eine stärkere Lichtquelle, was sich in der Akkulaufzeit wiederspiegelt.

iPhone 5 vs iPhone 4

Obwohl dieselbe PPI-Zahl (326) bei beiden Modellen anliegt, hat das iPhone 5 ein wesentlich kontrastreicheres, besser gesättigtes und helleres Panel.

Ob ein Display mit einer PPI-Zahl von über 264 (iPad 3) oder 326 (iPhone 5) in dieser Größe überhaupt sinnvoll ist, ist letztendlich eine Geschmacksfrage. Schließlich hält wohl kein User sein Gerät so nah ans Gesicht, dass die aktuellen Geräte an ihre Grenzen stoßen. Auch die Lesbarkeit von Text kann über diese Variable nicht weiter verbessert werden, immerhin wurde die Schärfe von vielen gedruckten Publikationen bereits übertroffen. Dass PPI bei weitem nicht alles sind, zeigt sich an der großen Varianz der Werkskalibrierung mobiler Displays. Laut Anandtech haben alle Hersteller bis auf Apple, HTC und (nicht immer ) Samsung immense Probleme mit der Farbkonsistenz. Aber auch ein Blick auf die Apple-Geräte offenbar oft eine ziemlich Disparität in der Farbtemperatur zwischen Generationen: So sieht mein iPhone 5 wesentlich "wärmer", sprich gelblicher aus, als mein iPhone 4S. Sämtliche Nexus Devices unterscheiden sich in ihrer Farbwiedergabe. Dann gibt es das Problem mit der Helligkeit: Ein guter Helligkeitswert auf dem Papier ist noch lange kein Garant für ein gutes Display. Wie im Test von Displaymate erwiesen, können Unzulänglichkeiten im Gamma-Wert und Intensitätsskalas zu sogenanntem "Clipping" (statt z.B. 3 verschiedenen Farbschattierungen wird nur noch eine dargestellt, der Rest "geclipped") oder zu Abweichungen in der Darstellung führen. Auf dem Google Nexus 7 sehen beispielsweise hellere Fotos nie so gut aus wie dunklere Bilder. Wer sich für die Details hinter Farbtemperatur, Gamut, Kontrastverhältnis und allen anderen Faktoren die Displays betreffen interessiert, sei auf die ausgezeichneten Analysen bei Displaymate hingewiesen. Auch wenn die Herrschaften dort ihr Produkt verkaufen möchten und somit nicht ganz altruistisch die Infos zur Verfügung stellen, sind die Erläuterungen doch sehr lesenswert und oft einleuchtend (oh, welch Wortwitz!).

Dass eine solche Spezifikation wie PPI zum Marketinggegenstand wird, ist wohl jedem klar. Schließlich lässt sich Moore's Law nicht beschleunigen und neue Produkteigenschaften müssen her, die das Smartphone irgendwie von der Konkurrenz absetzen sollen. Mittlerweile haben wir wohl die Grenze überschritten, die wir einst bei den Bildsensoren von Kompaktkameras mit 6 Megapixeln erreichten. Mich interessieren künftig vor allem Displays, die gleichzeitig eine gute Farbraumabdeckung/Sättigung, Helligkeit und Farbtreue versprechen können. Dafür müssen die Pixel nicht kleiner als 78 Mikrometer sein, immerhin halte ich das Display etwa 30 Zentimeter entfernt vom Gesicht. Wer Raymond Soneira von Displaymate Technologies glaubt, wird erst bei 477 ppi zufrieden sein. Angeblich soll das menschliche Auge bis zu einem solchen Wert auf die Distanz von knapp 30 Zentimetern noch Details wahrnehmen können, bis keine zusätzliche Information mehr aufgenommen werden kann. Ich glaube fast, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht so gut sehen kann, aber das ist nur eine Vermutung.

Was haltet ihr vom Wettrennen zu feineren Pixeln? Merkt ihr einen deutlichen Unterschied zwischen den aktuellen Geräten? Kennt ihr praktische Anwendungsmöglichkeiten für die höheren Auflösungen auf kleinerem Platz?


Noch kein Fan? Folge WEBLOGIT auf Facebook oder Twitter, um nichts zu verpassen! ↵


Anzeige


Hier kannst Du Deine Meinung loswerden:



← Menü öffnen weblogit.net | Home