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XtraFinder: kostenloses Finder Addon mit Tabs, Dual-Fenstern und mehr

XtraFinder: kostenloses Finder Addon mit Tabs, Dual-Fenstern und mehr

Der Finder von Mac OS X ist bei Weitem nicht der fortschrittlichste Teil des Betriebssystems. Damit sei nicht gesagt, dass der Windows Explorer bedeutend besser sei - aber unter Windows gibt es reichlich kompetente Ersatzlösungen. Für Mac-User gab es bisher Forklift, Pathfinder und ähnliche Tools, die allesamt kostenpflichtig und teilweise auch sehr unübersichtlich gestrickt waren.

Eine kostenlose Lösung mit zahlreichen nützlichen Features findet ihr aktuell in XtraFinder, einem Addon für den nativen Mac OS X Finder. Das Tool von Tran Ky Nam Software befindet sich in Entwicklung und wird sicher irgendwann in eine zahlungspflichtige Version umschlagen, das ist bei der aktuellen Qualität absehbar. Noch könnt ihr jedoch mit Mac OS X 10.6.8 (Snow Leopard auf dem höchsten Patch-Level) bis 10.8.2 (aktuellster Berglöwe) die Version 0.14.1 testen, die sich wesentlich besser nutzen lässt, als es die Versionsnummer suggeriert.

Ein würdiger Ersatz für den Finder

Zuallererst bringt XtraFinder eine wichtige Addition zum Feature-Spektrum des nativen Finders, wenn man wie ich ein alteingesessener Windows-User war: Cut & Paste. Sprich ihr könnt mit XtraFinder einfach Dateien und Ordner aussschneiden und woanders einfügen, ohne die Originale verschieben zu müssen. Wer öfter mit tieferen Pfadstrukturen arbeitet und eine Menge Files und Ordner umherwirft, wird sich über die Zeitersparnis freuen - denn reines Drag & Drop kommt mit der Geschwindigkeit von Tastaturnavigation oder vielschichtigen Ordnerstrukturen nicht so gut zurecht. Wieso diese Funktionalität bis heute nicht Bestandteil des nativen Finders geworden ist, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Immerhin findet sich dieselbe Methodik in anderen nativen Applikationen, mit gutem Grund.

XtraFinder

Invertierte Farben. Aaah.

Tabs, Panels, Multi-Fenster: Produktivitätsexplosion

Des Weiteren stehen Tabs im Vordergrund, die in der Optik von Google Chrome gehalten sind (alternativ lässt sich auch ein Stil aktivieren, der am Opera Browser angelehnt ist). Das Gesamtbild wirkt aber keineswegs zusammengeschustert und fügt sich nach kurzer Eingewöhnung überraschend gut in das Original ein. Über das View (Anzeigen) Menü könnt ihr die Dual-Panel Funktion aktivieren. Dabei wird wie bei einem FTP-Client das Fenster in zwei Bereiche gespalten, somit kann ein zweiter Pfad ohne Probleme parallel geöffnet werden.

Ob ihr Dateien und Ordner zwischen den beiden Locations umherschubsen wollt oder einfach nur zwei sehr unterschiedliche Pfade zum Arbeiten benötigt: Es macht einfach mehr Spaß mit zwei Panels zu arbeiten. Vorausgesetzt die horizontale Auflösung lässt es zu, versteht sich.

Mächtige Zusatzfeatures

Menüleistenlastige App

Die Einstellungen der App lassen sich über das Icon in der Menüleiste konfigurieren, wo die App auch deinstalliert werden kann. In den Systemeinstellungen lässt sich XtraFinder nicht nieder, wobei ein Panel dort für künftige Versionen eine nette Alternative zum Menüleisten-Icon wäre.

Menüelemente wie der Wechsel zwischen Ansichtsmodi (Icons, Liste, Akkordeon, Coverflow) und gängige Toolbarschaltflächen werden von XtraFinder einfach dupliziert und auf beiden Seiten angezeigt - dasselbe gilt auch für die Suchleiste. Hotkeys sind durchgehend konfigurierbar und erlauben beispielsweise den schnellen Wechsel zwischen Tabs mit CMD+Zifferntaste. Wahlweise können geöffnete Tabs beim Schließen gespeichert, der Standardpfad für neue Tabs vom aktuell aktiven Tab übernommen oder die mittlere Maustaste zum Öffnen im zweiten Panel genutzt werden. Version 0.1 hat bereits mehr Konfigurationsmöglichkeiten als manche Konkurrenzprodukte und ist vollgepackt mit Usability-Power.

Weiter kann das Kontextmenü mit zusätzlichen Einträgen aufgemotzt werden und enthält dann beispielsweise Einträge wie "New Terminal Here", die den gewählten Pfad in einem Terminal öffnen. Oder eben Einträge, die das "New File"-Menü aus Windows imitieren und somit die Erstellung von Textdateien oder beliebigen anderen Files aus dem Stehgreif erlauben.

Aufgeräumt, altbekannt, konfigurierbar & kostenlos

Optisch lässt sich auch das Farbschema invertieren, was mitunter für die Augen sehr angenehm sein kann. Je nach Geschmack und Screen ist weißer Text auf dunklem Hintergrund präferabel und dank der freigestellten PNG-Icons von OSX auch grafisch kein Problem. Ordner sollen immer oben gelistet werden? Auch kein Thema mit XtraFinder. Mein einziger Kritikpunkt ist aktuell die Darstellung von Multi-Panel Tabs. Da hätte ich lieber einen einzelnen, kompakten Tab statt zwei "verschmolzene" Tabs nebeneinander.

Für alle übrigen Belange könnt ihr die Konfiguration des nativen Finders über die Menüleiste nutzen, um beispielsweise die Pfadleiste oder Statusleiste ein- und auszublenden. Coolerweise werden solche Änderungen auf die jeweilig aktive Instanz der beiden Panel angewendet und separat gehandhabt. Alle XtraFinder-Einstellungen lassen sich hingegen über Hotkeys steuern und belegen somit keinen wertvollen Platz auf dem Screen. Wer nicht so sehr auf Tastaturakrobatik steht, kann auch über die Menüleiste auf die Settings zugreifen.

Überzeugt? Hier könnt ihr XtraFinder herunterladen und ausprobieren, aktuell ist das Tool noch Freeware und hat zumindest bei mir den Rentner namens Finder abgelöst. Kennt ihr außer den genannten Alternativen noch einen nennenswerten Dateimanager im Dual-Pane-Stil?


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