Image Image Image Image

Verkaufszahlen der US-Spieleindustrie erholen sich, Wii U bleibt stecken?

Verkaufszahlen der US-Spieleindustrie erholen sich, Wii U bleibt stecken?

Die NPD Group, gänzlich unverwandt mit den braunen Spacken hierzulande, ist eine Marktforschungsfirma mit Blick auf die Verkaufszahlen und Trends der amerikanischen Videospielindustrie. Weihnachten steht vor der Tür, also erwartet man wie gehabt eine tolle Zeit für Nintendo und Konsorten. Leider scheint es dieses Jahr nicht ganz so gut um Big N's neue Konsole zu stehen, so die Marktforscher.

Die Videospielindustrie der USA umfasst 25 Milliarden US-Dollar an Wert, das ist mehr als die Musikindustrie ($ 10,4 Mrd.) und die Filmindustrie ($ 9,5 Mrd.) der Staaten zusammen. Seit dem Boom der frühen 2000er sind Videospiele oder PC-Spiele nicht mehr aufzuhalten und zählen zu den modernen Kunstformen, inbesondere die interaktiven digitalen Narrativa (á la RPG, Action-Adventures oder andere storylastige Spiele) stehen in Konkurrenz zu traditionell passiv konsumierten Filmen.

Am Dienstag veröffentlichte die NPD Group neue Zahlen als Industrieübersicht und beschrieb die sich anbahnende Zurückhaltung der Konsumenten - es fehle ein "it"-Produkt. Offensichtlich ist Nintendo's neue Wii U nicht überzeugen genug, um als "it"-Produkt zu gelten. Aktuell stehen der gesamten Branche gewisse Rückschläge im Vergleich mit dem Vorjahr für August vor der Tür: Die Verkäufe von Games und Konsolen sind satte 20% schwächer ausgefallen.

Und das obwohl die Front gegen Raubkopien vergleichsweise gut steht. Im September folgten die größeren Releases der Urlaubszeit wie Borderlands 2, die auf 4 Millionen verkaufte Spiele projiziert werden. Dennoch sehen Entwickler mit etwas trübem Blick in die nahe Zukunft.

Die Marktforscher sprechen von 77 Prozent der befragten Konsumenten, die dieses Jahr denselben oder einen höheren Beitrag für Videospiele an der Kasse lassen möchten. Ein Zehntel lässt mehr da, der Rest bleibt bei der Ausgabe vom letzten Jahr. Gar nicht so schlecht, wenn man die Einbrüche der näheren Vergangenheit bedenkt. Außerdem sind die Ergebnisse optimistischer als die vom letzten Jahr, wo nur 64 Prozent denselben Betrag und 9 Prozent mehr ausgeben wollten.

Ein kleiner Zuwachs ist also sichtbar, während die Zurückhaltung auf ein fehlendes "it"-item bezogen wird. Meines Erachtens liegt es auch an der Obskurität, in der sich die Wii U bewegt. Es herrscht einfach zu wenig öffentliches Verständnis darüber, was die Konsole nun wirklich kann oder welche Launchtitel garantiert dabei sein werden. Rayman Legends Wii U wurde bereits verschoben, was überhaupt kein gutes Signal für das Starter-Lineup bot.

Vielleicht ist es auch der vergleichsweise hohe Einstiegspreis, der mit 60 Euro pro Spiel und 349 Euro für die größere Konsole einen deutlichen Sprung für die Käufer bedeutet. Andererseits könnte auch die datierte Grafik oder ein Mangel an tatsächlich wahrgenommener Innovation dahinterstecken. Die reine visuelle Trennung von Controller und Bildschirm im Multiplayer ist irgendwie kein überzeugender USP (Unique Selling Point oder Verkaufsargument), ebensowenig die Steuerung mit Gyro und live Kamerabild oder Augmented Reality. Das haben wir alles schon irgendwann mal gesehen und sind als Zeugen des "Wii Wiggle" (Steuern durch bloßes Herumwackeln bis zum Controllerverbesserung, dennoch wenig passende Titel im Nachzug) auch größtenteils skeptisch. Positiv sehe ich vor allem die vermehrte Unterstützung für konventionelle Controller, mit denen sich die Mainstream-Franchises á la Assassins Creed einfach besser spielen lassen.

[youtube]PRe1RCWwiyk[/youtube]

Die PS3 hat mit dem PSEye und Move bewiesen, was Kinect ebenso an den Tisch brachte: Diese Gimmicks sind zwar nett zum ausprobieren, aber als lohnende Langzeitinvestition beweisen sie sich eher selten.

ZombiU haben wir auf der Gamescom getestet und ich muss auch ehrlich zugeben, dass der Titel selbst für mich als Zombiegame-Fan kein Kaufargument wäre. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar knackig, die Idee mit dem Gamepad als Ablenkung beim Plündern von Kisten ebenso, aber der Rest bringt einfach keine große Freude auf. Es ist schön dass Nintendo sich so langsam auch ernsthafter um die Core-Gamer kümmern möchte (Permadeath ist ein guter Ansatz!), doch ZombiU wirkt letztendlich wie eine Techdemo mit Gameplayaufsätzen, zu generisch, zu wenig Herz. Ironischerweise.

[youtube]UX3rltcaF9Q[/youtube]

Auch New Super Mario Bros U sieht zwar knuffig aus, aber als Supporter auf einem resistiven Touchscreen zu spielen oder über 300 Euro für eine Konsole auszugeben, die mir mit dem neuem Mario Game marginal mehr Spaß bieten kann als ein Emulator oder die Wii? Ich weiß nicht. Für Gamer die noch keine Wii besitzen, kann die Wii U allerdings eine Möglichkeit sein die laufenden Franchises in besserer optischer Qualität mit Antialiasing und schärferen Texturen zu erleben.

[youtube]CZi5XOrEyO4[/youtube]

Nintendo Land sieht nach einem Fortschritt gegenüber dem Einstiegstitel-Pendant auf der Wii, Wii Sports, aus. Stärkere Integration mit bestehenden Charakteren und Themen scheinen die Partygame-/Minigamesammlung zu einem abgedrehten kleinen Freizeitpark für Nintendofans zu machen. Für Hommagen an Zelda und Metroid sowie Mario gibt es natürlich wie immer Bonuspunkte von den Liebhabern. Die unterschiedlich großen Splitscreens sind ein erfrischender Anblick. Ebenso wird dank der Einbindung des Stylus-Pens und der hohen Abwechslung der Minispiele ein netter Zeitvertreib für heterogene Spielergruppen (mit unterschiedlichem Skill-Level) geboten.

[youtube]_ucOOjqUCsw[/youtube]

Auch wenn ich mich als Skeptiker präsentiere und meine (potenzielle) Kaufentscheidung bei weitem (noch) nicht gefestigt wurde: Am Ende komme ich doch immer wieder zurück zu Nintendo.

Auch wenn es meist aufgrund des nächsten Legend of Zelda Sequels geschieht, irgendwie ziehen mich die Japaner wieder ins Boot. Viele werden sich aus bloßer Gewohnheit oder Markenloyalität (was auch nicht verkehrt ist, schließlich bemüht sich Nintendo noch um beherzte Titel und innovative Hardware!) wieder dem großen "N" zuwenden, das ist sicher.

Doch ob Nintendo das Weihnachtsgeschäft 2012 mitnimmt, wage ich fast zu bezweifeln. Zu knapp ist die Kasse der Verbraucher, zu groß die Angst von einer PS4 oder Xbox 720 übertrumpft und in seiner Kaufentscheidung als Idiot dahingestellt zu werden.

Der Kauf eines Produkts teilt sich psychologisch betrachtet in mehrere Phasen: Zuerst ist es die Emotion die uns packt, die das "Habenwollen" verursacht. Dann reiten wir auf der Endorphinwelle, wenn wir das neue Gadget in Händen halten. Danach folgt die soziale Konfrontation mit Gegnern des Produkts, die heutzutage immer intensiver betrieben wird. Genau in dieser letzten Phase, wo wir das Produkt bereits besitzen und meist nicht mehr zurückgeben können, schaltet sich die Vernunft ein. Weil wir intelligente Wesen sind, haben wir gelernt bereits vorher rationale Argumente zu bunkern, um sie nach dem Kauf parat zu haben. Das geschieht meist unbewusst. Und ich denke genau dieser Punkt, dass Sony und Microsoft vermutlich die (empirisch betrachtet) besseren Konsolen in 2013 herausbringen werden, hält uns von der Wii U fern.

Was meint ihr? Werdet ihr die Wii U kaufen? Wartet ihr auf andere Konsolen? Investiert ihr das Weihnachtsbudget in Games? Was verschenkt ihr zu Weihnachten in 2012? Habt ihr euch für die Wii U entschieden und wenn ja, warum?

Amazon-Partnerlink: Wii U - Konsole, ZombiU Premium Pack Limited Edition
Amazon-Partnerlink: Nintendo Wii U - Konsole, Premium Pack, 32 GB, schwarz mit Nintendo Land
Amazon-Partnerlink: Nintendo Wii U - Konsole, Basic Pack, 8 GB, weiß
Amazon-Partnerlink: New Super Mario Bros. U
Amazon-Partnerlink: Nintendo Land
Amazon-Partnerlink: Assassin's Creed III - Wii U

via DigitalTrends


Noch kein Fan? Folge WEBLOGIT auf Facebook oder Twitter, um nichts zu verpassen! ↵


Anzeige


Hier kannst Du Deine Meinung loswerden:



← Menü öffnen weblogit.net | Home