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TEST: Portal 2 (PS3)

Nachdem Portal 2 einige früher als geplant erschienen ist, hab ich mich auch gleich ans Werk gemacht und gezockt wie ein Verückter. Resümee nach einer Woche: 2 Spieldurchgänge & einmal gings durch den Koop-Modus. Was ich erlebt habe, mir gefallen und nicht gefallen hat, schildere ich nun hier im Test.

Story:

Ich habe mir vor kurzem Teil 1 erst geholt, aber nun doch nicht mehr zu Ende gebracht. Wurde also fast planlos in die Story geschubst, was sich aber bisher, aufgrund der sehr guten und lustigen Erzählweise als nicht weiter schlimm herausstellte. Denn im großen und ganzen dreht sich die Story um die stumme Chell, die von Supercomputer GLaDOS gezwungen wird verschiedene, teils tödliche, Testräume zu durchlaufen. Das Ganze ist ein Forschungsprojekt von Aperture Science und hat sich über die Jahre zum Selbstläufer entwickelt. Teil 2 beginnt kurz nach dem Finale von der viel gelobten ersten Episode. Naja nicht ganz. Ca. 100 Jahre später.

Begrüsst wird man von einem kleinen quirligen Roboter namens Wheatley, mit der deutschen Synchronstimme von Jack Black. Er weckt euch nach der verlängerten Phase im Hyperschlaf und will euch beim Ausbruch aus der Forschungseinrichtung helfen. Die Sache geht natürlich schief und es kommt wie es kommen muss, man findet sich einmal mehr als Testsubjekt in den Testkammern wieder. Die nach den Geschehnissen von Teil 1 verärgert KI GLaDOS nimmt es persönlich und zeigt dies durch gemeine Sprüche, wie z.B. „Alle Subjekte, die aus dem Hyperschlaf erwachen sind unterernährt, du aber hast ein paar pfund zugelegt.“ oder „wie majestätisch du durch die Luft segelst. wie ein Adler. ein fetter Adler.“

Genug von der Story, ich möchte das Erlebnis nicht weiter spoilern und außerdem kann man den Humor, der zweifelsfrei das Spiel bestimmt kaum in Worte fassen, aber eins kann ich ja noch verraten: Es hat nie so viel Spass gemacht, sich ein Spielende anzuschauen wie hier.

Gameplay:

Die Grundmechanik ist gleich geblieben. Man löst Rätsel mit Hilfe der Schwerkraft und mit der Portalkanone. Auch als nicht Kenner von Teil 1 braucht man keine Angst zu haben, denn das Spiel führt einen langsam an die Nutzung von Objekten, Lasern und Portalen ran. Später im Spiel kommen noch Subtanzen hinzu, die einen schneller laufen, höher springen oder auch nicht für Portale nutzbare Flächen in nutzbare verwandeln lassen. Der Schwierigkeitsgrad steigt somit stetig, da man im Laufe der Geschichte alles kombinieren muss und leider auch keine Hilfe bekommt, weder im Menü noch durch eine seiner Begleiter.

Man muss sich wirklich selbst einen Kopf machen. Ich habe mich dann auch erwischt, dass ich mir dann mir immer zuerst das Level angesehen habe und teils 10-15 Minuten gebraucht habe, um das Puzzle zu lösen. Aber genau das macht den Suchtfaktor aus, sodass man eigentlich nach fast jeder Testkammer zu sich selbst sagt: "Na komm, eine mach ich noch schnell."

Technik:

Die Physik- und Grafikengine harmonieren perfekt miteinander und haben mich während meiner 2 Durchgänge nicht enttäuscht. Grafikbugs oder Gliches habe ich nicht entdecken können, es kam also nie vor das ein Objekt in einer Wand o.ä. steckte bzw. das ich Portale außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen nutzen konnte. Ein wirklich sauber entwickeltes Spiel, was grafisch auch eine sehr gute Figur abgibt.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren zu Anfang die Ladezeiten. Nach jeder Testkammer kommt nämlich ein Ladebildschirm, egal wie kurz oder lang der Test ist. Zu Beginn waren Aufgaben von 30 Sekunden bis 2-5 Minuten dabei und da hat es ein wenig genervt. Aber später, wenn man sich richtig anstrengen muss für die Rätsel und man bis 20-25 Minuten braucht, um sie zu lösen, fällt das nicht mehr so sehr ins Gewicht. Bei längeren Abschnitten kann es aber auch zu einem kurzen Nachladen kommen. 🙁

Erwähnenswertes:

Sofort fällt beim Spielstart der Menüpunkt "Entwicklerkommentar" auf, welcher eine nette Dreingabe für Spieler die mehr über die Technik und die Ideen, die hinter den verschiedenen Etappen des Spiels stehen. Man findet Sprechblasen, die man einfach aktivieren kann, um Kommentare von vielen verschiedenen an Portal 2 beteiligten Entwicklern zu erhalten. Manche Sprechblasen geben nicht nur Informationen, sondern zeigen auch bestimmt Inhalte auf, die man selbst vielleicht noch nicht gefunden hat.

Apropos Easter Eggs, man findet immer mal wieder versteckte Nachrichten und Räume. Ein paar sind auch mit Trophäen bzw. Achievements verbunden. Also ein Blick in die Liste kann nicht schaden. 😉

Die PS3-Version beinhaltet nicht nur einen Steam-Client, sondern bringt auch noch einen Gutschein für die PC/Mac-Version mit. Damit nicht genug, auf PS3 sind auch  Cross-Plattform-Gaming und Cross-Plattform-Chat möglich, sowie das von Steam bekannte Cloudsaving. Man kann also in der Steamcloud seine Speicherstände ablegen und an eine andere Konsole wechseln, sich bei Steam einloggen und weiterzocken. Wenn das nix ist 😉

Multiplayer:

Der Multiplayermodus beschränkt sich nicht wie üblich auf Deathmatches und co., sondern beinhaltet nur einen Kooperativmodus, der sich sowohl Online als auch Offline spielen lässt. Ja, richtig gelesen. Ein Spiel das im Splittscreen spielbar ist. Ein dicker Plus Punkt in  der öden Masse von Spielen, die nur online im Mehrspielermodus funktionieren wie Need for Speed: Hot Pursuit, was für ein Rennspiel wirklich schmerzlich ist. Aber weiter im Text, gemeinsam mit einem Freund im Splittscreen bzw. Online mit einem Fremden schlüpft man in die Rolle von Atlas(Blue) und P-Body(Orange).

Die Beiden verfügen über viele Gesten, die man über Steuerkreuz + rechten Analogstick abrufen kann, wodurch man sich auch ohne Headset absprechen kann bzw. seinem Gegenüber genau anzeigen kann, wann man den Schalter gemeinsam umlegt, wo was wichtiges ist oder wo ein Portal hingemacht werden soll. Auch andere Gesten, um genau zu sein 8 an der Zahl, geben die Möglichkeit das die Roboter miteinander interagieren und z.B. Schere, Stein, Papier spielen oder über etwas lachen. Insgesamt muss man hier wirklich kooperativ arbeiten, um die Tests abzuschließen. Das ist natürlich ein Punkt der auch wirklich Spass macht und sich von vielen Koop-Games abhebt, da man ohne die Hilfe eines Partners meist kaum ein Chance hat einen Testraum zu beenden und sich nicht anfühlt, als hätte man eben einen zweiten dabei, der einfach durch KI ersetzbar ist, wie z.B. in Kane & Lynch.

Es gibt eine vollkommen neue Story, bei der man zuerst ein kurzes Training bekommt und dann aber auch sehr schnell an Fahrt bzw. Schwierigkeit zunimmt. Hinzu kommt, dass man nicht nur mit 2 Portalen, beim Austüfteln von Plänen,  rechnen muss, sondern 4 Portale nutzen kann. Witzige Einlagen gibt es auch hin und wieder. Man kann GLaDOS wirklich auf die Nerven gehen, denn das Duo ist sehr komödiantisch und wirkt durch seine wortlose Kommunikation mit den roboter-typischen Sounds wie eine Portierung von Dick & Doof ins 22. Jahrhundert. Die Beiden sprühen nur so vor diesem Charme und sind sehr liebevoll animiert, was mich teils auch ein wenig an den Pixar Film "Wall-E" erinnerte.

Fazit:

Ein Storymodus mit viel Humor und mitreißender Geschichte ist dieser Tage nur selten zu finden. Das Spiel macht in dieser Beziehung alles richtig und zeigt anderen Entwickler wie ein Spiel heute sein sollte. Innovativ, kreativ, storyorientiert, nicht zu kurz & dennoch auch grafisch auf Höhe der Zeit.

Der Multiplayer-Modus setzt  dem ganzen die Krone auf und macht Portal 2 zu einem wirklich starken Kandidaten für das "Game of the Year". Wie gesagt, es ist sehr positiv, dass das Spiel einen Splittscreen-Modus hat, denn der hat den Test gerettet, der fast wegen des PSN-Ausfalls noch weiter verschoben wurden wäre. Ich & ein Freund haben da wirklich fast 6 Stunden durchgehend im Koop verbracht und konnten es einfach nicht mehr lassen.

Was negativ aufgefallen ist, war die "kurze" Spielzeit von knapp 7-8 Stunden, weil man einfach mehr will. SUCHT! Mit einem Koop-Partner kann man das allerdings verlängern, da der Multiplayer mit eigener Story nochmal ähnlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber nach zweimaligen Durchspielen des Singleplayers ist der Wiederspielwert bei null, da man neue Rätsel möchte und die alten sehr sehr schnell löst.

Ich kann mich alles in allem nur den Worten von GameTrailers.com´s Geoff Keighley anschließen, der das Spiel mit einem Wort bewertet hat: "CLEVER!"

Wertung:

Singleplayer 93%

Multiplayer 94%

Grafik 90%

Kaufempfehlung: JA, MUST HAVE !

Portal 2 bei Amazon .de

Hier noch ein paar Trailer, die den Humor und das Spielprinzip näher bringen:


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